Hockey : HTC entnervt Flottbek

Mit seinem 4:1-Heimsieg fügte Neuss dem Tabellenführer die erste Niederlage zu und machte die 2. Hockeyliga wieder spannend.

Nein, Spaß hatte der Großflottbeker THGC am Sonntagmittag in Neuss bestimmt nicht. Eigentlich über die gesamten 60 Minuten hinweg suchte der Tabellenführer der 2. Hockey-Bundesliga Nord das berühmte Haar in der Suppe, fand es aber nicht und unterlag deshalb im Jahnstadion dem cleveren HTC SW Neuss trotz der größeren Spielanteile keineswegs unverdient mit 1:4 (Halbzeit 0:2).

Die Hamburger, die am Tag zuvor noch dem ebenfalls an der Spitze zu findenden Gladbacher HTC die erste Saisonniederlage zugefügt hatten (1:2), wurden von den erfahrenen Neussern klassisch abgekocht. Die Gastgeber, für die Cedric Heimbach nach schöner Einzelleistung in der sechsten Minute noch an Keeper Florian Leonhart scheiterte, drückten die Bälle mit schierer Willenskraft ins Tor. Das 1:0 (12.): Die vom ganz starken Mario Stümpel in den Schusskreis gedroschene Kugel berührte sein Bruder Oliver Stümpel nur hauchzart, aber entscheidend mit dem Schläger. Das 2:0 (12.): Nach einem fix ausgeführten Freischlag von Sebastian Draguhn tickte der immer besser werdende Patryk Pawlak das aus flexiblem Kunststoff bestehende Spielgerät aufs Holz des unmittelbar vor der Torlinie postierten Niklas Garms. Und hätte Schwarz-Weiß in der Folge nur eine seiner drei Strafecken genutzt, das Topspiel wäre schon zur Pause entschieden gewesen. Zu Recht stellte HTC-Spielertrainer Matthias Gräber darum fest: „Unsere ersten 25 Minuten waren sehr dominant.“

Erst 1:05 Minute vor mit dem Seitenwechsel meldeten sich die favorisierten Hamburger mit einer vergebenen Strafecke (offensiv) im Spiel an. Das dritte Viertel gehörte dann aber eindeutig den Gästen, die mit dem Anschlusstreffer von Max Baumgardt (38.) die Belagerung des Neusser Schusskreises eröffneten. Dass den Rheinländern in dieser Phase weiteres Ungemach erspart  blieb – der wieder für den verletzten Routinier Marcin Pobuta (Meniskusriss) in den Kasten gerückte Dawid Wrobel entschärfte zwei weitere Strafecken von Maximilian Roth (39.) –, war für Gräber entscheidend für den Sieg seiner Mannschaft. Die wäre wohl schon früher durch gewesen, wenn Sibtain Raza nicht alleine vor Leonhart böse gepatzt (43.) oder Sebastian Draguhn die vierte Strafecke im Tor untergebracht hätte (55.).

So stresste die Gastgeber noch ein Lattentreffer Stefan Wittes (51.). Erst mit dem Tor zum 3:1 (56.) von Matthias Gräber, der nach einem Ballgewinn von Mario Stümpel in Flottbeks Hälfte auch den Zweikampf mit Leonhart gewann, sah Schwarz-Weiß das Ziel. In der Schlussphase vergaben die stürmischen Hanseaten in fünf weiteren Duellen mit Wrobel eine Ergebnisverbesserung. Den letzten Stich setzten darum die Hausherren: Nach einem Sololauf über mehr als den halben Platz fand Cedric Heimbach so eben noch den nach vorne geeilten Ivo Otto. Und der 29-Jährige krönte seine überragende Vorstellung im Abwehrzentrum in fast akrobatischer Manier mit dem Treffer zum 4:1-Endstand (58.).

„Damit haben wir die Liga wieder spannend gemacht“, resümierte Gräber froh.