2. Hockey-Bundesliga Nord Wenn der Ball einfach nicht ins Tor will

Neuss · Obwohl gegen den als Meister angereisten Großflottbeker THGC bis zum Schluss mehr drin war, ging der Hockey-Zweitligist aus Neuss nach der 1:2-Niederlage mit einem unguten Gefühl aus der Partie.

 Höchste Gefahr im Neusser Schusskreis: Torhüter Konstantin Hayner und Volodymyr Zhmereniuk versuchen gegen Großflottbeks Angreifer Levin Holste (r.), einen Gegentreffer zu verhindern.

Höchste Gefahr im Neusser Schusskreis: Torhüter Konstantin Hayner und Volodymyr Zhmereniuk versuchen gegen Großflottbeks Angreifer Levin Holste (r.), einen Gegentreffer zu verhindern.

Foto: Andreas Woitschützke

Auch wenn es letztlich um nichts mehr ging, die Entscheidung im Aufstiegskampf der 2. Hockey-Bundesliga war schon vor der Partie gefallen, die Stimmung beim auf und neben dem Platz für den HTC SW Neuss tätigen Personal schwankte nach der 1:2-Heimniederlage (Halbzeit 1:1) gegen den Tabellenführer Großflottbeker THGC zwischen Ärger und Frust. Routinier Philipp Weide stellte griesgrämig fest: „So macht das keinen Spaß. Die schießen zwei Mal auf unser Tor und gewinnen.“ Ganz ähnlich äußerte sich Trainer Matthias Gräber: „Ich bin sehr enttäuscht. Das Spiel war ein Spiegelbild unserer Saison. Wir sind vor dem gegnerischen Tor so was von harmlos.“

Wie das gemacht wird, zeigte der Meister von der Elbe. Sieben Sekunden vor dem Ende des ersten Viertels nutzte Niklas Plattenteich gleich die erste Strafecke der Gäste zum Führungstreffer. Und das ging Gräber gleich in doppelter Hinsicht über die Hutschnur: Zum einen bemängelte er, dass es seinen Schützlingen mit heruntertickender Spieluhr nicht gelungen sei, den Ball in den eigenen Reihen zu halten. Zum anderen konstatierte er mit bösem Blick auf zwei vorangegangene Einschussgelegenheiten seiner Mannschaft. „Das ist halt der Unterschied.“

Beim verdienten Ausgleich funktionierte immerhin die Neusser Ukraine-Connection: Den von Vitali Shevchuk hart in den Schusskreis geschlagenen Ball lenkte der aus der Abwehr aufgerückte Volodymyr Zhmereniuk mit dem Schläger ins Tor (23.). Um ein Haar hätte eine Dublette die ganze Arbeit noch vor dem Seitenwechsel zunichte gemacht. Denn neun Sekunden vor dem Gang in die Kabine fingen sich die Hausherren abermals eine Strafecke ein. Diesmal patzte Flottbek indes. Weil Konstantin Hayner nach Wiederbeginn einen weiteren Versuch der Gäste vereitelte (35.) und der von Finn LangHeinrich gekonnt eingesetzte Samir Khelil auf der anderen Seite in Flottbeks Goalie Jakob Edlich seinen Meister fand (43.), blieb es im dritten Viertel beim 1:1.

Im Schlussdurchgang hätte sich der HTC unbedingt für seinen Angriffseifer belohnen müssen, ging aber leer aus: Die dritte Strafecke verpuffte komplett wirkungslos (50.) und auch der vierte, vier Minuten später sogar in Unterzahl erspielte Anlauf brachte kein Glück. Kapitän Jan Mausberg drosch die Kugel genau auf Edlichs Brust. Julian Dettmer setzte das Spielgerät kurz darauf mit einem Schuss aus der Drehung nur hauchdünn am Pfosten vorbei (55.).

Und dann passierte eben das, was im Sport in diesen Situationen fast schon zwangsläufig passiert. Bei einem ihrer Meinung nach nicht korrekt ausgeführten Freischlag ignorierte Schiedsrichter Fabian Blasch (Mülheim) die Neusser Proteste und daraufhin wurstelte Benjamin Wolff die Kugel irgendwie zum 1:2 (56.) über die Linie. Mit noch 2:08 Minuten auf der Uhr nahm Gräber seinen Torhüter zugunsten eines weiteren Feldspielers vom Platz. In eine echte Abschlusssituation kamen seine Jungs allerdings nicht mehr. Und auch das ärgerte den Coach: „In Überzahl geht es nur darum, sich eine Torchance herauszuspielen. Aber anstatt geduldig darauf zu warten, löten wir den Ball ohne Plan in den Schusskreis.“ Unterm Strich stand damit wie zu oft in dieser Spielzeit eine unnötige Niederlage. Gräber: „Und das ist dann eben auch nicht nur Kopfsache, sondern auch fehlende Qualität.“

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