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Hockey: HTC SW Neuss steht vor dem Wochenende der Entscheidungen

Hallenhockey : Das Wochenende der Entscheidungen

In den Spielen gegen den Crefelder HTC am Samstag und beim Düsseldorfer HC am Sonntag geht es für den HTC SW Neuss um den Klassenverbleib in der Hallenhockey-Bundesliga West. Torhüter Konstantin Hayner noch in Quarantäne.

Wer am Wochenende Bundesliga-Hockey direkt vor Ort erleben will, für den ist Neuss unbedingt eine Reise wert, denn im Gegensatz zum lokalen Mitbewerber Düsseldorfer HC, der die Spiele seiner Herren und Damen als Reaktion auf die aktuelle Corona-Lage ausschließlich im Live-Stream anbietet, sind am Samstag (Anpfiff 18 Uhr) in der Stadionhalle an der Jahnstraße 250 Zuschauer erlaubt. Die müssen allerdings – genau wie alle Akteure auf und abseits des Feldes – vollständig geimpft oder genesen (2G-Regel) und zusätzlich getestet sein. Der geforderte Test kann ab 8.30 Uhr auch direkt im Foyer der Hockeyhalle mit (unter www.schnelltest-jahnstraße.de) oder ohne Voranmeldung gemacht werden.           

Die Unterstützung seiner Anhänger hat der Tabellenletzte auch dringend nötig, denn allzu viel spricht nicht für eine weitere Saison im Oberhaus. Mit in die Partien gegen Krefeld und Düsseldorf am Sonntag nehmen die Neusser nämlich eine Serie von fünf Niederlagen im Folge, darunter die schmerzlichen Nullnummern vor heimischem Publikum gegen den Düsseldorfer HC (2:7) und Blau-Weiß Köln (5:7) kurz vor Weihnachten. Trainer Matthias Gräber weiß natürlich um die Stimmung in der Liga. „Keiner hat uns noch auf dem Schirm. Alle rechnen damit, dass wir absteigen.“ Damit kann er freilich sehr gut leben. Grund, den Druck vor dem entscheidenden Wochenende zu erhöhen, sieht er nicht. „Dafür ist die Truppe aber auch einfach zu jung.“ Die zum Klassenverbleib führenden Wege kennt er alle, macht sich darüber indes keinen Kopf: „Es gibt ungefähr 35.000 Szenarien, die wir alle durchspielen könnten. Wir können uns alles schönreden.“ Darauf verzichtet er, hält sich lieber an Handfestes: „Das ist die Erste Liga – da geht es in jedem Spiel um was!“ Dass seine Schützlinge trotz der Negativserie mit Ausnahme der Spitzenklubs RW Köln und Uhlenhorst Mülheim mit jedem Kontrahenten mithalten können, steht für ihn außer Frage. So beim 3:6 in Krefeld, wo Finn Langheinrich und Samir Khelil die Gäste bis zur 14. Minute mit 2:0 in Führung geschossen hatten.

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So beim 2:7 gegen Düsseldorf, einem Duell, in dem den Hausherren vor allem die eklatante Abschlussschwäche zum Verhängnis geworden war. Und gegen Blau-Weiß Köln (5:7) riss die Gastgeber ein kollektiver Blackout zwischen der 19. (1:2) und 26. Minute (1:6) in den Abgrund.

In den zweiten Vergleich mit Krefeld geht der HTC trotzdem als klarer Außenseiter. Gräber: „Die haben zehn gleich gute Spieler, da merkst du keinen Unterschied zwischen dem ersten und zweiten Block.“ Der Kader des DHC hat mit der Rückkehr vor allem von Routinier Dominic Giskes, dem beim sensationellen 14:14-Unentschieden (!) gegen Mülheim sechs Treffer gelangen, noch mal deutlich an Qualität zugelegt.

Zurück von der U21-WM in Indien, wo er mit Deutschland Platz zwei belegte, ist auch der Ex-Neusser Julius Hayner. Ob es am Sonntag in der DHC-Halle wie auf dem Feld in der wegen Corona mehrfach unterbrochenen Spielzeit 2019/2021 zu einem Bruderduell kommen wird, ist allerdings noch offen. Denn der das Neusser Tor hütende Konstantin Hayner befindet sich seit zehn Tagen in Quarantäne. Gräber hofft nun, dass sein Versuch, sich aus dieser verpflichtenden Isolation freizutesten, noch am Samstag von Erfolg gekrönt ist. Sollte das wider Erwarten nicht klappen, stünde Co-Trainer Marcin Pobuta zur Verfügung. Der ist zwar schon Mitte 40 und unterzieht sich noch in diesem Jahr einer Operation am Knie, ist aber immer noch ein ausgezeichneter Hallen-Torhüter. Und seine Einstellung ist sowieso vorbildlich.

Die Ungewissheit auf dieser im Hallenhockey so immens wichtigen Position raubt Gräber, dessen Einsatz am Wochenende eher unwahrscheinlich ist, indes nicht den verdienten Nachtschlaf. „Ich jammere jetzt nicht herum. Das habe ich nie getan. Irgendwie wird es schon gehen. Mal gucken, wie verrückt dieses Wochenende wird ...!“

Spannung in allen Hallen

Es geht am letzten Punktspielwochenende der Hallenhockey-Bundesliga West tatsächlich noch mal richtig zur Sache, denn abgesehen vom Deutschen Meister Rot-Weiss Köln, dem Platz eins schon vor dem Topspiel am Samstag gegen Uhlenhorst Mülheim nicht mehr zu nehmen ist, hat jede Mannschaft noch etwas zu gewinnen oder zu verlieren.

So kann Mülheim auf Platz zwei noch vom nur einen Punkt schlechteren Crefelder HTC abgefangen werden, müsste also, falls der CHTC am Samstag in Neuss gewinnt, am Sonntag gegen Blau-Weiß Köln unbedingt voll punkten. Im Kampf um den Klassenverbleib hat der Düsseldorfer HC die besten Karten, aus dem Schneider ist das Team aus der Landeshauptstadt aber noch nicht. Denn: Sollte die Chose am Samstag bei BW Köln wie schon im Hinspiel, das die Domstädter recht überraschend mit 6:5 für sich entschieden hatten, in die Hose gehen, könnte es am Sonntag bei einem Neusser Sieg über Krefeld in der Halle Am Seestern zu einem echten Showdown um den Klassenverbleib kommen. Schwarz-Weiß wäre auch bei einer knappen Niederlage gegen Krefeld nur dann noch im Rennen, wenn die Kölner gegen Düsseldorf leer ausgingen. Dann würde den im Torverhältnis voraussichtlich besseren HTC am Sonntag beim in diesem Fall bereits geretteten DHC ein Sieg glücklich machen, wenn Blau-Weiß gleichzeitig in Mülheim verliert.