Hockey: HTC SW Neuss steht schon unter Druck

Hockey: Der HTC setzt sich selber unter Druck

Nach der Auftaktniederlage in Gladbach muss der Hockey-Zweitligist aus Neuss im Heimspiel gegen den unbequemen Aufsteiger DHC Hannover unbedingt punkten. Clemens Hüsch kehrt mit der Partie in seine Heimatstadt zurück.

Genau das hatte Matthias Gräber nicht gewollt. Nach der ärgerlichen 3:5-Niederlage zum Saisonauftakt beim Gladbacher HTC droht ihm mit dem Hockey-Zweitligisten HTC SW  Neuss womöglich ein recht unangenehmer Herbst. Und darum redet der Spielertrainer vor dem ersten Heimspiel am Samstag (14 Uhr) gegen den Aufsteiger DHC Hannover Klartext: „Zu Hause hast du jetzt Druck. Jetzt muss die richtige Reaktion erfolgen.“

Die unzureichende Leistung vom vergangenen Sonntag ist analysiert und abgearbeitet. Besonders schwer war das nicht, „denn alle haben schlecht verteidigt“, sagt der Coach, der sich die Partie inzwischen mehrfach angeschaut hat. Seine Erkenntnis: „Die Gegentore waren halt alle blöd.“ Und darum werde es personelle Umstellungen in der Defensive geben, wobei sich Gräber individuelle Schuldzuweisungen wohlweislich verkneift. Die Defizite könnten, vermutet er, auch mit der nicht immer gelungenen Vorbereitung auf diese Spielzeit zu tun haben. „In Gladbach sind wir zum ersten Mal komplett gewesen. Jeder hat vielleicht 80 Prozent gegeben – und das reicht gegen eine gute Mannschaft nun mal nicht.“  Eine deutliche Leistungssteigerung ist auch deshalb dringend vonnöten, weil die Gäste im ersten Match nach der Rückkehr in die 2. Liga vollauf überzeugt haben. Als Augenzeuge der äußerst unglücklichen 0:1-Niederlage beim Aufstiegskandidaten Blau-Weiß Köln – den Siegtreffer der Hausherren erzielte Olympiasieger Jan-Marco Montag erst fünf Minuten vor Spielschluss per Strafecke – sah Gräber eine starke Truppe „junger Wilder, die du erstmal schlagen musst. Hannover hat in Köln gut verteidigt, stand immer eng am Mann und war sehr unangenehm zu spielen.“ Den nötigen Halt findet das Team von Trainer Mike Wiebe bei den erst- und zweitligaerfahrenen Brüdern Jan (30) und Sven Alex (26).

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Für einen Akteur der Gäste ist die Partie an der Jahnstraße sogar etwas ganz Besonderes: Clemens Hüsch (22) stieg mit den Schwarz-Weißen 2015 unter Coach Omar Schlingemann ins Bundesliga-Oberhaus auf, verabschiedete sich dann jedoch nach Niedersachsen, um an der Medizinischen Hochschule (MHH) Hannover ein Studium aufzunehmen. Der Enkel der Neusser Politiklegende Heinz Günther Hüsch ist der Quirinusstadt freilich noch eng verbunden, kehrt als Mitglied des 2012 gegründeten Neusser Schützenlustzuges „Fein Raus“  regelmäßig an den Rhein zurück. Ziemlich sicher wird am Samstag ein Großteil seiner Familie unter den Zuschauern sein. Die Gastgeber müssen dagegen auf Leitwolf Sebastian Draguhn verzichten, der zweifache Familienvater ist daheim unabkömmlich. Ebenso nicht zur Verfügung steht aus beruflichen Gründen der am Finger operierte Defensivmann Carsten Merge.

Eine gute Gelegenheit für den zum Start wenig überzeugenden Sibtain Raza, sich im Sturm besser in Szene zu setzen. Auch von den jungen Polen Jacek Kurkowski und Patryk Pawak erwartet Gräber einiges.