Hockey: HTC SW Neuss spielt zum Auftakt nur 4:4 gegen Klipper Hamburg

Hockey : HTC bekommt seine Abwehr nicht dicht

Zum Auftakt bringt der Hockey-Zweitligist aus Neuss gegen den Aufsteiger Klipper THC Hamburg nach 2:0- und 3:1- Führung nur ein sehr unbefriedigendes 4:4-Remis ins Ziel. Vor allem in der Defensive tun sich noch große Lücken auf.

Obwohl Harbir Singh dem HTC SW Neuss gegen den Aufsteiger Klipper THC Hamburg mit seinem Treffer zum 4:4 (Halbzeit 2:1) dreieinhalb Minuten vor Schluss wenigsten noch einen Punkt rettete, fühlte sich der Start in die Hockey-Zweitligasaison für Goalgetter Sebastian Draguhn „wie eine Niederlage an.“ Und auch Trainer Matthias Gräber war von der Premiere alles andere als begeistert. Mit Blick auf die Anzeigetafel stellte er mürrisch fest: „Wenn du da hinguckst, siehst du genau, wo unser größtes Problem liegt. Wir kriegen unsere Abwehr einfach nicht dicht.“

Die Ursachenforschung begann unmittelbar nach der Schlusssirene. „Du merkst halt schon, dass wir viele neue Spieler dabei haben“, führte Draguhn an. Um die im Mannschaftssport unabdingbaren Automatismen zu erarbeiten, braucht es viel gemeinsame Praxiszeit. Aber genau die fehlt Schwarz-Weiß. Mit voller Kapelle hatte Gräber in den vergangenen Woche nie auflaufen können. „Im Grunde genommen war das unser erstes Vorbereitungsspiel.“ Trotzdem hätten die Hausherren diese Partie gewinnen müssen. Tim Hagedorn, einer von sechs Neuzugängen im Team, sorgte für die frühe Führung (5.). Draguhn erhöhte zu Beginn des zweiten Viertels auf 2:0. Zwar brachte Tim Paulsen Klipper nach Vorarbeit des dabei nur höchst unzureichend gestörten Marc-Philipp Krauß noch vor dem Halbzeitpfiff auf 1:2 heran, doch im dritten Abschnitt schien dem HTC der geforderte und von allen erwartete Heimsieg sicher. Mit der dritten Strafecke erzielte Abbas Haider nämlich das 3:1 (40.). Aber als sich Gräber schon auf seine entspannte Ansprache zur Viertelpause vorbereitete, gaben seine nun vogelwild agierenden Jungs die Kontrolle über das Match komplett ab: 1:20 Minute vor Ende dieses Durchgangs legte der auf der rechten Außenbahn nie ganz auszuschaltende Manuel Krischker seinem sträflich freien Kollegen Tim Paulsen den Treffer zum 2:3 auf den Schläger und sechs Sekunden vor der letzten Teambesprechung erkämpften sich die hellwachen Gäste ihre zweite Strafecke. Die verwandelte Kapitän Anton Körber zum Ausgleich. Sehr zum Verdruss von HTC-Keeper Konstantin Hayner: „Die hätte ich haben müssen.“ Anstatt sich den bei seinen wenigen Kreisszenen brandgefährlichen Gegner mit einer Zwei-Tore-Führung im Rücken in aller Ruhe zurechtzulegen, geriet der HTC damit selbstverschuldet unter Druck. Zumal er im Angriff weiterhin äußerst schludrig mit seinen Torchancen umging. So setzte Draguhn die vierte Strafecke hoch übers Gestänge (47.). Und dann kam es, wie es im Sport eben oft kommt: Eine unglückliche Entscheidung des Schiedsrichters – Jacek Kurowski musste den Ballbesitz wegen einer angeblichen Behinderung aufgeben –, ein weiterer Moment der Unachtsamkeit – und schon stellte der mal wieder ungedeckte Luis Bernstein den Spielverlauf mit dem Tor zum 4:3 (54.) für Hamburg auf den Kopf.

Dass Harbir Singh auf Vorarbeit Draguhns noch das 4:4 (56.) gelang – kurz vor Schluss vergab der fahrige Cedric Heimbach sogar noch die Riesenchance zum Siegtreffer –, verbesserte die Laune des Trainers nicht. Gräber forderte sofort das Spielvideo an. Genug Fehler dürfte er bei der Analyse ganz sicher finden ...