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Hockey: HTC SW Neuss spielt zum Auftakt 6:6 gegen Gladbacher HTC

Hockey : Vogelwildes Derby unterhält prächtig

Trotz eklatanter Schwächen in der Abwehr und fahrlässiger Chancenverwertung holt Neuss zum Start der Rückrunde in der 2. Hockey-Bundesliga Punkt gegen Gladbacher HTC. Sebastian Draguhn trifft 15 Sekunden vor Schluss zum 6:6.

Nicht schön, aber selten könnte nach 60 vogelwilden Minuten unter dem Derby der Zweiten Hockey-Bundesliga Nord zwischen dem HTC SW Neuss und dem Gladbacher HTC stehen. Während sich knapp 500 Zuschauer beim 6:6-Unentschieden zum Auftakt der Rückrunde trotz scheußlichem Wetter bestens unterhalten fühlten, sah SW-Spielertrainer Matthias Gräber das Match ein wenig kritischer. „Ein Spiel, in dem du bis zur Halbzeitpause schon vier Tore kassierst, verlierst du normalerweise.“

Klar, die gravierenden Probleme der Hausherren in der Defensive blieben selbst dem größten (Hockey-)Laien nicht verborgen, doch auch die Ausbeute in der Offensive sorgte trotz der sechs Treffer für Verdruss. Von acht Strafecken – mit Wiederholungen sogar zehn – saß nur eine (eine weitere führte zum von Ivo Otto zum 4:4 verwandelten Siebenmeter), darüber hinaus ließen die Neusser eine ganze Reihe weiterer Großchancen in teilweise schon fahrlässiger Manier aus. Womöglich hätte auf beiden Seiten Tim Blasberg für Abhilfe sorgen können, doch obwohl der Ex-Nationalspieler die komplette Vorbereitung mitgemacht hatte, sagte er sein Comeback vier Tage vor dem ersten Liga-Einsatz aus beruflichen Gründen (wohl endgültig) ab. Nicht dabei war wegen einer Autopanne in Daniel Neideck auch der aus Speyer anreisende zweite Schiedsrichter, dessen Part – mit Billigung der Gladbacher – der lange in der Bundesliga tätige Neusser Tobias Busse (souverän) übernahm.

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Gegen die um ihre letzte Chance im Aufstiegsgeschäft kämpfenden Gäste rannte Schwarz-Weiß fast über die volle Spielzeit der Musik hinterher: Paul Tenckhoff (0:1/6.), Jan Vratz (2:3/22., Ecke), Joshua Trueson (3:4/27.), Felix Kluth (4:5/43.) und Niklas Braun, der im zweiten Viertel per Ecke auch zum 2:2-Ausgleich (20.) getroffen hatte (5:6/48., Ecke) hielten den Tabellenzweiten mit ihren Toren ständig unter Spannung. Und damit kamen offensichtlich nur die Routiniers klar: Fünf der sechs Neusser Treffer gingen auf das Konto von Sebastian Draguhn (35 Jahre), der für das 1:1 (11.), 3:3 (25./Ecke) und das 6:6 (60.) zuständig war, Matthias Gräber (38), der als Vertreter des unmittelbar vor dem Anpfiff aus dem aktiven Kader gestrichenen Mario Stümpel (private Gründe) das 2:1 (15.) markierte und zwei weitere Tore vorbereitete, sowie Ivo Otto (29). Für das 5:5 (47.) war Kapitän Jan Mausberg (20) verantwortlich.

Zur Ruhe kam das von einem Hagelschauer in die zweite Hälfte begleitete Derby eigentlich nie. Als Schiedsrichter Jan Wawersik die Neusser Jan Mausberg (fünf Minuten) und Ivo Otto (zwei Minuten) vor der von Niklas Braun zum 6:5 (48.) für Gladbach ins Netz gesetzten Ecke gemeinsam auf die „Strafbank“ schickte, schien den Gastgebern das Duell aus den Fingern zu gleiten. Doch sie überstanden die doppelte Unterzahl unbeschadet, und weil kurz darauf auch der Gladbacher Tom Spenrath mit „Gelb“ für fünf Minuten runter musste, zogen die Jungs aus der Quirinusstadt in der Schlussphase ein überzeugendes Powerplay auf: In der Folge erspielten sie sich drei Strafecken (plus zwei Wiederholungen), kamen aber nach energischem Solo des ungemein agilen Sebastian Draguhn erst 15 Sekunden vor dem Ende zum glücklichen, aber verdienten Ausgleich. Und der stimmte schließlich auch Gräber wieder versöhnlich: „Der Anfang ist gemacht.“