Hockey: HTC SW Neuss geht ganz entspannt ins Topspiel gegen BW Köln

Hockey : Neuss geht ganz entspannt ins Topspiel

Mit einem Sieg bei BW Köln könnte der HTC Schwarz-Weiß das Tor zur Ersten Hockey-Bundesliga ganz weit aufstoßen.

Unverhofft kommt oft. Nach den Unentschieden zum Start der Rückrunde gegen Gladbach (6:6) und Düsseldorf (4:4) hatte Hockey-Zweitligist HTC SW Neuss des Thema Aufstieg eigentlich schon abgehakt. „Für uns war klar, das wird eh nix mehr“, gibt Spielertrainer Matthias Gräber zu. Doch seit dem 2:1-Erfolg vor der Pfingstpause beim Spitzenreiter Großflottbeker THGC ist plötzlich wieder einiges möglich. Und Gräber prophezeit: „Die letzten beiden Spieltage werden interessant.“

Die Ausgangslage: Flottbek muss am Samstag (Anpfiff 14.30 Uhr) beim gefährlichen Aufsteiger DHC Hannover ran und darf sich keinen Patzer erlauben, denn nur zwei Punkte dahinter lauert der HTC auf seine Chance. Die Neusser haben jedoch selber ein dickes Brett zu bohren. Sie treffen ebenfalls am Samstag (16.15 Uhr) im Beethovenpark in Sülz auf den Tabellendritten Blau-Weiß Köln, der bei einem Rückstand von drei Zählern auf den GTHGC keineswegs aus dem Rennen ist. Am letzten Spieltag (23. Juni) tritt Flottbek im Topspiel bei BW Köln an, Neuss empfängt parallel das dann womöglich schon gerettete Kellerkind THK Rissen. Natürlich weiß auch Gräber um die Chance, gibt sich aber ganz entspannt: „Wir haben keinen Druck.“

Gewinnen will er mit seiner nur schwer ausrechenbaren Truppe in Köln aber trotzdem. Das Hinspiel war Mitte Oktober überraschend deutlich mit 5:1 an Schwarz-Weiß gegangen. Damit hatten die Neusser den Trend umgekehrt, „denn eigentlich“, sagt Gräber, „liegt uns Blau-Weiß gar nicht“ und erinnert an die zurückliegenden Duelle in der Hallen-Bundesliga West, „wo die uns zweimal geschlagen haben.“ Und auch der Kunstrasenplatz an der Neuenhöfer Allee ist kein Freund des HTC. „Der ist ziemlich langsam, da hüpft der Ball irgendwie komisch und unregelmäßig. Wir haben da in der Vergangenheit selten gut ausgesehen.“ Zwei Dinge sprechen indes für die Gäste: Zum einen legen Sebastian Draguhn, Ivo Otto & Co. in Spitzenspielen leistungsmäßig immer noch ein Schüppchen drauf. Gräber: „Es liegt uns einfach, wenn wir nicht gezwungen sind, das Spiel zu machen.“ Zum anderen fehlt bei den Hausherren in Spielertrainer Jan-Marco Montag der unumstrittene Chef in der Abwehr. Der Olympiasieger hatte am 26. Mai beim 1:2 im Stadtderby gegen Schwarz-Weiß Köln nach einem verbalen Disput mit den Schiedsrichtern die Rote Karte gesehen. Der Verein hat beim Verband inzwischen zwar Einspruch gegen die Sperre für drei Spiele eingelegt, doch gegen Neuss fehlt der auch als Eckenschütze wertvolle Ex-Weltmeister auf jeden Fall noch. Im ersten Match ohne ihren Leitwolf hatten die Kölner vor Pfingsten einen eher glücklichen 2:1-Sieg beim Gladbacher HTC gefeiert.

Wie schon in Flottbek müssen sich die Neusser mit Personalproblemen herumschlagen: Cedric Heimbach, der mit einer Reizung im Adduktorenbereich in Hamburg nach der Halbzeitpause „nur noch auf einem Reifen lief“ (Gräber), hat unter der Woche ebenso mit dem Training ausgesetzt wie Julian Dettmer (gezerrter Oberschenkel) und Carsten Merge (krank). Dafür ist Tomasz Górny definitiv wieder dabei.

Im Gipfelkampf an der Elbe hatte Gräber aus der Not eine Tugend gemacht und seine Youngster Florian Haeffs und Carl König ins kalte Wasser geworfen. Mit Erfolg: Die beiden 16-Jährigen standen gut 30 Minuten auf dem Feld. Dass sie dabei auch Fehler machten, war für ihren Coach kein Problem. „Das ist doch ganz normal. Das dürfen sie.“

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