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Hockey: HTC SW Neuss bleibt voll auf Kurs Aufstiegsrunde

Hockey : HTC bleibt voll auf Kurs Aufstiegsrunde

Der Hockey-Zweitligist aus Neuss bleibt nach dem Restart ungeschlagen: Im ersten Match des Doppelspieltages glückte beim Schlusslicht Marienburg ein 3:2-Sieg. Bei BW Köln langte es nach einem 1:3-Rückstand noch zu einem 3:3.

Einfach nur seine Pflicht zu erledigen, ist mitunter schwieriger als die Kür. Diese Erfahrung machte Hockey-Zweitligist HTC SW Neuss am Samstag in Köln, wo gegen das Schlusslicht Marienburger SC so ziemlich jeder Experte vom vierten Sieg in Folge seit dem Restart ausging. Der gelang auch, doch der 3:2-Erfolg (Halbzeit 1:1) war das Produkt ganz harter Arbeit. „Wir haben uns die drei Punkte irgendwie erkämpft“, bestätigte Trainer Matthias Gräber. Obwohl er vorher ausdrücklich vor den fatalen Auswirkungen etwaiger Nachlässigkeiten gewarnt hatte, musste er feststellen, „dass uns in den Zweikämpfen die letzten zehn Prozent gefehlt haben.“

In der ersten Hälfte sah er seine Schützlinge sogar nur physisch auf dem Platz. „Wir haben in der Vorwärtsbewegung die Bälle zu schnell abgegeben, hatten gar keinen Zugriff auf den Gegner.“ Trotzdem schoss der junge Finn Langheinrich, der in der Offensive tatsächlich die erhoffte Verstärkung ist, die Gäste in Führung (22.). Dumm nur, dass Hanns Sieger den Neuling fast postwendend wieder auf gleiche Höhe brachte (23.). Deutlich zielstrebiger traten die Schwarz-Weißen im dritten Abschnitt auf. Prompt schienen sie nach Treffern von Matthis Schäfer (37.) und Sebastian Draguhn (41.) einem geruhsamen Abend entgegenzustreben. „Dieses Viertel haben wir verpennt“, stellte MSC-Trainer Simon Starck einigermaßen ungehalten fest. Wenn Sebastian Draguhn die Kugel anstatt an den Pfosten zum 4:1 in den Kasten geschlagen hätte, wäre der Drops wohl gelutscht gewesen. Stattdessen hätten sich die Neusser an ihm fast verschluckt. Denn noch in diesem Durchgang parierte Keeper Konstantin Hayner großartig einen Siebenmeter von Fritz Messler. „Und dem Gegner boten sich weitere Chancen, den Rückstand zumindest zu verkürzen“, räumte Gräber ein. Dass sich seine Jungs acht Minuten vor dem Ende durch Moritz Wierlemann dann doch noch das 2:3 „reinsaugen“, ärgerte ihn schon, wenngleich der Sieg trotz eines zusätzlichen Marienburger Feldspielers für die letzten 180 Sekunden nicht mehr ernsthaft in Gefahr geriet. Auch das fand der bis 2014 als Trainer in Diensten des HTC stehende Starck sehr unerfreulich. Er sah deutliche Parallelen zur 2:4-Niederlage im Hinspiel: „Auch da bot Neuss nichts Spektakuläres, gewann das Spiel aber durch seine größere Cleverness.“ Die Kür am Tag darauf beim Aufstiegskandidaten BW Köln entwickelte sich zu einem Hockey-Krimi, in dem Linus Butt eine Hauptrolle übernahm: Der erst im Sommer aus dem Ruhestand geholte Olympiasieger von 2012 nutzte im ersten Viertel eine Strafecke zu seinem ersten Tor in dieser Saison (10.). Sebastian Draguhn glich für die Gäste ebenfalls per Strafecke aus (13.), doch noch vor dem Seitenwechsel traf wiederum Linus Butt für die Domstädter (28.). Julien Keibel erhöhte auf 3:1, Sebastian Draguhn gab dem Favoriten mit seiner zweiten verwandelten Strafecke zum 2:3 (43.) noch mal ordentlich Zunder. Matthis Schäfer glich fünf Minuten vor Schluss aus. „Und danach waren wir drauf und dran, sogar noch das vierte Ding zu machen“, haderte Gräber. Mit dem Punkt war er letztlich natürlich zufrieden, jedoch: „Die beiden ersten Gegentore waren, ich sag’ mal, sehr unglücklich. In den letzten 20 Minuten waren wir deutlich griffiger als Köln. Hier wäre mehr drin gewesen.“