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Hockey: Harte Konkurrenz für Zweitligist HTC SC Neuss beim Restart

Hockey : Harte Konkurrenz für HTC beim Restart

Am Samstag beendet die Zweite Hockey-Bundesliga endlich die von der Corona-Pandemie erzwungene Spielpause. So ist die Lage bei der Konkurrenz des HTC SW Neuss.

Eigentlich gehen die zehn Nordklubs des Bundesliga-Unterhauses am Wochenende die Rückrunde der bereits am 7. September 2019 (!) aufgenommenen Saison 2019/2020 an. Wegen Covid-19 und der daraus resultierenden Zwangsauszeit fallen die Entscheidungen im Auf- und Abstiegskampf aber erst im Frühjahr 2021. Dann ermitteln die Teams auf den Rängen eins bis fünf in Hin- und Rückspielen den Aufsteiger in die deutsche Eliteklasse, die Mannschaften auf den Plätzen sechs bis zehn spielen die beiden Absteiger in die Regionalliga aus. Weil damit grundsätzlich noch alles möglich ist – das Schlusslicht Marienburger SC trennen nur acht Punkte vom DHC Hannover auf Rang fünf –, lohnt sich ein Blick auf das, was sich bei den Rivalen des HTC SW Neuss seit dem Ende der Hinrunde am 13. Oktober getan hat.


Gladbacher HTC (22 Punkte). Läuft es ganz dumm, muss der Tabellenführer zumindest bis zur Aufstiegsrunde im nächsten Jahr auf seinen besten Spieler verzichten. Abdud Cassiem (acht Tore) kann sein Heimatland Südafrika wegen der Corona-Krise zurzeit nicht verlassen. „Mit ihm sollten noch weitere Südafrikaner kommen, aber das klappt jetzt erstmal nicht“, hat der Neusser Trainer Matthias Gräber erfahren. Weh tue seinem Kollegen Marcus Küppers ganz bestimmt auch das Karriereende von Tillmann Pohl. „Der war zwar oft verletzt, ist technisch aber eine Granate.“

Düsseldorfer HC (22). Das Team aus der Landeshauptstadt muss am Samstag gleich zum Auftakt im Topspiel beim Gladbacher HTC ran. Die Off-Season „Am Seestern“ verlief ruhig. René Kramhöller und Torhüter Anton Zickler kamen vom Erstligisten Crefelder HTC, Verteidiger Paul Möltgen aus der Jugend von Uhlenhorst Mülheim, mit der er mehrfach Deutscher Jugendmeister geworden war.

Blau-Weiß Köln (21). Spektakulärer geht es kaum: Spielertrainer Jan-Marco Montag ist es gelungen, der Krefelder Linus Butt auch für die Feldsaison in die Domstadt zu holen – beide waren zusammen Olympiasieger und Weltmeister. Da der 180-fache deutsche Nationalspieler mit seiner Familie in Köln wohnt und an der dortigen Uniklinik als Nephrologe tätig ist, macht der Wechsel für alle Beteiligten Sinn. Auch der von der Isar an den Rhein zurückgekehrte Marcel Meurer (Münchner SC) verstärkt die Blau-Weißen. Auf Spielzeit im Tor hofft zudem der Ex-Neusser Jonas Radeke (Crefelder HTC).

DSD Düsseldorf (16). Eine kaum zu schließende Lücke hinterlässt Ronan Gormley, der in der 1. Liga den Crefelder HTC als Coach übernimmt. Den 37-Jährigen, für Irland 150 Mal international  im Einsatz, hätten auch die Neusser gerne in ihrem Team gesehen. Er hielt als letzter Mann die Abwehr der Düsseldorfer zusammen. Auch Lars Conzendorf (Studium in Spanien) dürfte nur schwer zu ersetzen sein.

DHC Hannover (11). Die Niedersachsen sind am Samstag (15.30 Uhr) an der Jahnstraße Gast des HTC SW Neuss. Obwohl Stammspieler wie Johannes Samulowitz, Jakob Tutlies, Lucas Wehrmann und Philipp Wenzel die Mannschaft von Trainer Mike Wiebe verlassen haben, warnt Gräber: „Wir dürfen nicht in Konter laufen oder in Rückstand geraten. Dann wird es ganz schwer, denn Hannover hat Spieler in seinen Reihen, die den Ball sehr weit und gefährlich nach vorne schlenzen können.“ Ein wachsames Auge sollten seine Schützlinge auf die Brüder Bastian und Felix Waffenschmidt haben. In Hannover unterlagen die Schwarz-Weißen mit 2:3.

Klipper THC Hamburg (10). Cheftrainer Peter Krüger muss eine ganze Reihe neuer Spieler integrieren, einige verdiente Recken sind in Rente gegangen. Trotzdem hat Gräber viel Respekt vor den Hanseaten: „Klipper ist immer unangenehm zu spielen.“

THK Rissen (7). Die Hamburger könnten noch in arge Probleme geraten, haben sie in Olympiasieger Sebastian Biederlack und  Ex-Nationalspieler Benjamin Laatzen (legen eine Pause vom Hockey ein) doch immens wichtige Akteure verloren. Das wird am Ende noch eng.

Schwarz-Weiß Köln ( 6). Der ehemalige Angstgegner der Neusser hat seinen Kader mit erstligaerprobten Spielern wie Constantin Illies, Vincent Hütter oder auch den Wenzel-Brüdern Simon und Philipp kräftig aufgehübscht. „Und deren 2003er-Jahrgang ist nicht so blind“, weiß Gräber, „die waren mit dem DSD das Beste, was der Nachwuchs im Westen zu bieten hat.“

Marienburger SC (3). Für das vom ehemaligen Neusser Damentrainer Simon Starck gecoachte Schlusslicht kann es nur ein Ziel geben: Klassenverbleib. Für unmöglich  hält Gräber das nicht. „Das ist eine junge Truppe, die lebt davon, dass sie immer Vollgas gibt.“

Spiele der Wahrheit. Für den HTC SW Neuss, mit zehn Punkten Tabellensiebter,  geht es direkt gegen die Tabellennachbarn Hannover und Klipper (13. September). „Das sind richtungweisende Partien für den weiteren Saisonverlauf“, sagt Gräber: „Wenn du da punktest, machst du schon einen Riesenschritt Richtung Aufstiegsrunde.“ Erstmal raus ist mit einem Bänder- und Kapselriss im Sprunggelenk jedoch der junge Tim Hagedorn.