Hockey : Hockey: Folgt Lonnes auf Behrmann?

Es war keine große Überraschung, als der Deutsche Hockey-Bund (DHB) gestern die Trennung von Michael Behrmann bekanntgab: Der 45-Jährige, der 2006 das Amt des Frauen-Bundestrainers von Markus Weise übernommen hatte, stand seit dem enttäuschenden Abschneiden der Nationalmannschaft bei den Olympischen Spielen in London (7.) in der Kritik.

"Wir sind nach der Analyse der olympischen Spiele zu der Auffassung gekommen, im Damenbereich einen Neuanfang zu machen", begründete DHB-Sportdirektor Heino Knuf die Entscheidung, den zum Jahresende auslaufenden Vertrag mit dem Hamburger nicht zu verlängern.

Bei der Suche nach einem Nachfolger — "erste Gespräche laufen", weiß der Sport-Informationsdienst (sid) — führt eigentlich kein Weg an Markus Lonnes vorbei: Der 36 Jahre alte Neusser war bis 2009 Co-Trainer der Nationalmannschaft sowohl unter Weise als unter Behrmann, betreute eigenverantwortlich die U16-Nationalmannschaft und führte in der vergangenen Saison die Damen von Rot-Weiss Köln zum Deutschen Meistertitel auf dem Feld und in der Halle.

Doch Lonnes, der bei seinem Stammverein HTC SW Neuss weiterhin im Jugendbereich tätig ist, beteuert: "Mit mir hat noch keiner gesprochen." Die Aufgabe sei zwar reizvoll, "aber man muss natürlich auch an den Verein denken" — schließlich starten die Rot-Weißen morgen mit dem Heimspiel gegen den einen Tag später an der Jahnstraße gastierenden Münchner SC das Vorhaben Titelverteidigung.

Behrmann, der vor einem Jahr zunächst Lina Geyer "aussortiert" und im Frühjahr auch die Vize-Europameisterinnen Luisa Steindor und Lena Andersch (alle SW Neuss) aus dem Olympiakader gestrichen hatte, wurde nach den Olympischen Spielen von einem Teil der Spielerinnen kritisiert. Mandy Haase (Mannheimer HC) warf ihm vor, "nicht mit dem stärksten Team" nach London gefahren zu sein: "Hamburger Trainer haben Hamburger Spielerinnen nominiert." Co-Trainer Kais Al Saadi ist gleichzeitig Coach des UHC Hamburg, Marc Herbert, Bundestrainer der U 21, ist ebenfalls Hamburger. Auf den "Neuanfang" darf man unter diesen Vorzeichen gespannt sein.

(NGZ/rl)