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Hockey: Das erste „Finale“ gegen BW Köln geht an den HTC SW Neuss

Hallenhockey : Das erste „Finale“ geht an Schwarz-Weiß

HTC SW Neuss sicherte sich in der Hallenhockey-Bundesliga einen im Abstiegskampf enorm wichtigen 11:6-Sieg bei BW Köln. Knappe Niederlage in Krefeld.

Mit diesem Doppelspieltag kann Hallenhockey-Erstligist HTC SW Neuss sehr gut leben: Nach der Einspielrunde auf Top-Niveau zum Auftakt mit den deutlichen Niederlagen in Mülheim (6:15) und gegen den Deutschen Meister RW Köln (3:15) brachte der einzig und allein am Klassenverbleib interessierte Aufsteiger von 2020 am Wochenende mit dem 11:6-Erfolg (Halbzeit 5:3) beim Hauptkonkurrenten Blau-Weiß Köln die ersten Punkte aufs Konto. Dass die zweite Partie am Sonntagmittag beim Crefelder HTC trotz einer 2:1-Führung zur Halbzeit noch mit 3:6 verloren ging, ließ sich darum verschmerzen.

Für gute Laune bei den Neussern, die unter der Woche einen Corona-Fall zu vermelden hatten, sorgte der starke Auftritt in Köln. Ein auf jeden Fall verdienter Sieg, befand Trainer Matthias Gräber, der mit 41 Jahren noch mal auf Feld zurückgekehrt war. „Wir waren über die 4x15 Minuten einfach besser. Griffiger und fitter in den Zweikämpfen. Wenn wir hier 15:3 gewonnen hätten, hätten die sich auch nicht beklagen können.“ Ein Doppelschlag von Finn Langheinrich (5. Minute) und Bartosz Zaworski (6.) brachte die Gäste früh in Führung und bestätigte Gräber in seinem Matchplan, „den Gegner so ein bisschen auseinanderzuziehen und dann die Lücken zu finden.“

  • CHTC-Kapitän Linus Michler beim Schuss.⇥Foto: Thomas
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Der HTC blieb fortan vorne, hatte nach den Abschlusstreffern von Jonas Kreutzberg (1:2/11.), Victor Schach (2:3/16.) und Sebastian Behr (3:5/30.) stets die richtige Antwort parat. Gräber, der sein Comeback außerdem mit zwei Torvorlagen garnierte, Sudol (3) und Langheinrich (2) sorgten bis zur 41. Minute mit ihren Treffern für einen einigermaßen beruhigenden Fünf-Tore-Vorsprung (8:3). Wirklich gefährlich wurden die Hausherren den Schwarz-Weißen danach nicht mehr. Zwar opferten sie im letzten Viertel ihren Torhüter zugunsten eines sechsten Feldspielers, doch vermochten Jan-Marco Montag (4:8/51.), Behr (5:10/58.) und Kreutzberg (6:10/58.) das Ergebnis nur noch etwas aufzuhübschen. Für die Gäste trafen noch Langheinrich (9:4/56.) und zweimal Matthis Schäfer (10:4/58., 11:6/59.).

In einer perfekten Welt hätten Konstantin Hayner & Co. schon am Sonntag mit einem Sieg in Krefeld das Ticket für eine weitere Spielzeit im deutschen Oberhaus buchen können. Denn auch in der Sporthalle Glockenspitz zog der Außenseiter durch Treffer von Finn Langheinrich (5.) und Samir Khelil (14.) mit 2:0 in Front. „Und wir hatten sogar die Chance aufs 3:0“, sagte Gräber. So ließen die ohne die bundesligaerprobten Ivo Otto und Carsten Merge angetretenen Neusser unter anderem zwei Strafecken ungenutzt. Gräber: „Der CHTC ist in der ersten Halbzeit mit unserer Raumdeckung überhaupt nicht klargekommen. Die fanden keine Lösung.“ So reichte es für Krefeld zunächst nur zum Abschlusstor von Max Sweering per Strafecke (27.).

Aber auch Schwarz-Weiß machte Fehler. „So haben wir bei Kontern vergessen, dass das in der Halle ganz schnell auch nach hinten losgehen kann“, bemängelte der Coach. „Das ist halt Erste und nicht Zweite Liga, wo du irgendwie noch einen Schläger dazwischen bringst.“ Doch selbst nach dem 2:2 von Peer Kemmerich (35.) hätte die Partie noch einen völlig anderen Verlauf nehmen können, wenn der Ball nach einem Schuss von Samir Khelil im Netz und nicht an der Latte gelandet wäre. Mehr Glück im Abschluss hatten auf der anderen Seite Phillip Jansen (40.) und Lucas Bachmann (48.) bei ihren Treffern zum 4:2. Krystian Sudol brachte die nie aufsteckenden Gäste zwar noch einmal auf 3:4 (51.) heran, „aber insgesamt haben wir uns nach dem Seitenwechsel zu sehr in Einzelaktionen verzettelt“, merkte Gräber kritisch an. „Und dann wirst du bei Ballverlusten schnell auseinandergespielt.“ Prompt machten Kemmerich (52.) und Sweering per Siebenmeter (56.) in der Schlussphase alles klar für Krefeld.

Aus dem erwarteten Duell um den Klassenverbleib zwischen Neuss und BW Köln ist derweil ein Dreikampf geworden. Denn weil die Domstädter am Sonntag überraschend mit 6:5 in Düsseldorf gewannen, ist der DHC nun ohne Punkt Tabellenletzter.