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Hockey: Hockey: "Basti" will es noch mal wissen

Hockey : Hockey: "Basti" will es noch mal wissen

Sebastian Draguhn war mal ganz oben – im September 2006 wurde er Weltmeister auf dem Feld, ein halbes Jahr später gewann er den WM-Titel in der Halle. Sebastian Draguhn war mal ganz unten – am 26. März 2009 sperrte ihn der Deutsche Hockey-Bund für ein Jahr, weil er der Aufforderung zu einer Doping-Kontrolle nicht nachgekommen war. Im Trubel des Neusser Schützenfestes hatte er den Anruf eines Kontrolleurs schlicht überhört. Draguhn ging in die Berufung, mit Erfolg: Das Urteil wurde drei Monate später aufgehoben.

Jetzt befindet sich Sebastian Draguhn irgendwo in der Mitte. Die Nationalmannschaft ist seit der hauchdünn verpassten Olympiateilnahme in Peking kein Thema mehr für den Stürmer des HTC Schwarz-Weiß Neuss. Dafür hat sich der 27-Jährige in der Bundesliga nachhaltig zurückgemeldet: Sieben der 20 Treffer, die der Wiederaufsteiger in den elf Begegnungen der Hinrunde erzielte, gingen auf das Konto von Sebastian Draguhn. Damit überwintern die Neusser auf dem ersten Nicht-Abstiegsplatz, haben allerdings auch schon eine Partie mehr absolviert als die hinter ihnen platzierten BW Berlin und Club an der Alster. Trotzdem sieht Sebastian Draguhn die Chancen auf den Verbleib im Oberhaus als nicht schlecht an: "Wir haben gezeigt, dass wir mithalten können. Und schließlich haben wir noch sechs Heimspiele." Er selbst will sein Scherflein dazu beitragen, dafür hat er sich im Training noch mal richtig 'reingehängt: "Ich hatte zuletzt ein paar Kilos zu viel, die sind jetzt 'runter", sagt er lachend.

Den Beweis, dass er in puncto Spritzigkeit und Dynamik wieder der Alte ist, will "Basti" in der am Wochenende mit den Spielen bei Bundesliga-Neuling Kahlenberger HTC (Samstag 16 Uhr) und gegen den Crefelder HTC (Sonntag 15 Uhr, Stadionhalle) startenden Hallensaison antreten: "Wir können eine gute Rolle spielen. Ich bin überzeugt, dass wir uns eher nach oben als nach unten orientieren werden", sagt Draguhn nach den Erkenntnissen aus dem Vorbereitungsturnier um den "Bonfiglioli-Cup", das der HTC gewann.

Dass er wieder "mehr Bock" auf Hockey hat, hat auch damit zu tun, dass er sein erstes juristisches Staatsexamen erfolgreich hinter sich gebracht hat. Jetzt steht das Referendariat an, das er praktischerweise in jener Düsseldorfer Kanzlei ableistet, in der sein älterer Bruder Thomas tätig ist. Die nächsten anderthalb Jahre braucht sich der HTC deshalb keine Sorgen um einen Torjäger machen. "Das lässt sich mit Hockey gut vereinbaren", ist Sebastian Draguhn überzeugt. Doch was danach kommt, vermag der 27-Jährige noch nicht zu sagen.

(NGZ)