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Hochkarätiger Sport beim Reitturnier des RV Uedesheim-Stüttgen

Reiten : S-Springen bieten hochkarätigen Sport

Beim Reitturnier des RV Uedesheim-Stüttgen mit Kreismeisterschaften sorgten die Springreiter im Derby und im Großen Preis für Spektakel. Nicht minder spannend ging es in der Dressurprüfung der Klasse S zur Sache.

Über das große Deutsche Spring-Derby in Hamburg geht natürlich nichts. Das erlebte auch Thorsten Schiltz (RTG Rhein-Ruhr), als er im Mai seine Premiere auf dem Parcours in Klein Flottbek feierte. Doch das muss ja nicht bedeuten, dass andere Derbys nicht auch einiges zu bieten haben. Jedenfalls gestand der Mann aus Sprockhövel am Samstag nach seinem nach 2009, 2018 und 2021 bereits vierten Derby-Sieg im Rahmen des Dressur- und Springturniers beim RV Uedesheim-Stüttgen, dass seine Erfahrungen dort der Auslöser dafür gewesen seien, es auch mal in der Hansestadt zu probieren. Doch nicht nur Thorsten Schiltz war glücklich, auch der ausrichtende Verein hatte allen Grund dazu. Bei bestem Wetter lockte das Traditionsturnier mit den integrierten Kreismeisterschaften über die drei Veranstaltungstage rund 2000 Zuschauer an.

„Insbesondere am Samstagabend und Sonntagnachmittag war rund um den Reitplatz kaum noch ein Zuschauerplatz zu ergattern“, meinte Martin Kronenberg aus der Organisationsteam, der auch als Sprecher im Einsatz war. Das erste Mal richtig voll wurde es am Samstagabend beim Uedesheimer Derby, ein S*-Springen mit Spezialhindernissen wie dem über zwei Meter hohen Derbywall, dem mächtigen Buschoxer, den „Holsteiner Wegesprüngen“ mit zwei Wassergräben darunter, dem Auf- und Absprung am „Billard“ und dem überbauten „Trakehner Graben“. Welche Herausforderung das für Mensch und Tier ist, lässt sich daran ablesen, dass am Samstag lediglich acht der 14 Gestarteten den Derbyparcours beendeten. Thorsten Schiltz blieb mit seinem Pferd Casper ohne Abwürfe und hatte als Sieger 87,74 Sekunden zu Buche stehen. Lokalmatador Robin Kronenberg aus Uedesheim war im Sattel von Cambella mit 84,49 Sekunden zwar schneller unterwegs, leistete sich aber unterwegs zwei Abwürfe und kam am Ende auf 92,49 Sekunden. Dritter wurde Simon Berchem (RFV Metzkausen) mit Diabolo in 94,57 Sekunden. Gilbert Tillmann aus Grevenbroich, als Sieger von Hamburg 2013 der Derbyspezialist schlechthin, hatte mit Alyse T ein noch junges Pferd gesattelt, das aber auf Anhieb den Parcours beendete und so immerhin noch Platz acht ermöglichte.

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Ein weiterer Höhepunkt des Turniers war am Sonntag der Große Preis von Uedesheim, die zweite Springprüfung der höchsten nationalen Klasse S und gleichzeitig das Finale der großen Tour der Kreismeisterschaften. Vier Paare beendeten den anspruchsvollen Parcours des ersten Umlaufs ohne Strafpunkt und qualifizierten sich so für das Stechen um den Sieg. Dort blieb lediglich Miguel Bellen Rodrigues (RV Torfgrafen Bergerhof) aus Nievenheim nochmals fehlerfrei, so dass er sich mit dem jüngsten Pferd im gesamten Starterfeld, dem siebenjährigen Hengst Grandofornio S, den Sieg sicherte. Überaus angenehmer Nebeneffekt: Gleichzeitig schob er sich durch den Erfolg in der Wertung des Kreis-Pferdesportverbandes Neuss (KPSV) auf den ersten Platz. Die bis dahin führende Malina Berchem (RC Gut Neuhaus) fiel durch einen Abwurf im Finalspringen auf den Bronzerang zurück. Sie musste auch noch ihren Vereinskameraden Gilbert Tillmann vorbeiziehen lassen, der mit Ciamona L und Cleiner Lord VL im Finalspringen gleich zwei Pferde ohne Abwurf durch den ersten Umlauf geritten hatte, im Stechen jedoch mit beiden Pferden einen Abwurf kassierte und damit auf den Plätzen zwei und drei landete.

 Miguel Bellen Rodriguez (Mitte) gewann die große Tour im Springen vor Gilbert Tillmann und Malina Berchem.
Miguel Bellen Rodriguez (Mitte) gewann die große Tour im Springen vor Gilbert Tillmann und Malina Berchem. Foto: RV Uedesheim-Stüttgen

Ganz starken Reitsport gab es auch in der Dressurprüfung der Klasse S am Sonntagnachmittag zu sehen, wo kurzfristig noch der sechsmalige deutsche Berufsreiterchampion Heiner Schiergen aus Krefeld nachgemeldet hatte. Mit seinen beiden Pferden Dancing Elvis und Imperato Bonito und wurde er seiner Favoritenrolle gerecht und belegte er die Plätze eins und zwei. Wie auch die drittplatzierte Mona Spreyer (Mönchengladbach) mit Valention kam er nicht für die KPSV-Wertung in Frage, dafür aber Sarah Lena Tolles aus Uedesheim. Mit ihrem vierten Platz im Sattel von Bluehorse First Date schob sie sich mit 1948,75 Punkten auf Platz zwei der großen Tour, hinter Christian Reisch (Neuss-Grefrather RC) auf K.C. Frühlingszauber mit 1950,0 Punkten und vor Martin Sander (PSV Klitzenhof) auf Sans Souci mit 1948,0 Punkten. In der Mannschaftwertung (Kreisstandarte) verteidigte Gastgeber RV Uedesheim-Stüttgen seinen Sieg aus dem Vorjahr, so dass die Teammitglieder bei der feierlichen Siegerehrung wie die anderen Platzierten von KPSV-Präsident Axel Hebmüller und Kreisdirektor Dirk Brügge Siegerschärpen und Glückwünsche kredenzt bekamen.