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Korschenbroich: Hobbykegler ermitteln den Stadtmeister

Korschenbroich : Hobbykegler ermitteln den Stadtmeister

220 Kegler aus verschiedenen Altersklassen kämpfen zurzeit im Sportzentrum an der Von-Bodelschwingh-Straße um den Titel des Stadtmeisters. Die Veranstalter sind zufrieden, doch der Sport hat einen schwierigen Stand bei der Jugend.

Willi Grewe war von Anfang an mit dabei. Seit 36 Jahren nimmt der 73-Jährige an den Korschenbroicher Stadtmeisterschaften der Hobbykegler teil. Auch jetzt ist er wieder als einer von 220 Keglern auf den Bahnen des Sportzentrums Korschenbroich anzutreffen. Ums Gewinnen ging es ihm in all den Jahren jedoch nie. "Ich schätze besonders die Geselligkeit", sagt Grewe, der Mitglied in zwei Kegelklubs ist. Und auch wenn die Holzzahlen im Laufe der Jahre weniger geworden sind, hat der Korschenbroicher immer noch Spaß an der Präzisionssportart.

Zurzeit richten der Kegelsportverein Korschenbroich und der Stadtsportverband die Stadtmeisterschaft an insgesamt vier Wochenenden aus. In den Kategorien Damenklub, Herrenklub, gemischter Klub, Einzelwertung und Jugendwertung absolviert jeder Kegler auf drei Bahnen jeweils 20 Wurf in die Vollen.

Für Lothar Fleuth ist die Ausrichtung der Meisterschaft eine Herzensangelegenheit und Teil einer Tradition. "Das Turnier wurde vor 36 Jahren von früheren Sportkeglern ins Leben gerufen und ist eine Art Brauchtum geworden", erklärt der Sportkegler vom Kegelsportverein (KSV) Korschenbroich, der seit 20 Jahren das Turnier beaufsichtigt.

Doch die schrumpfende Teilnehmerzahl treibt dem Korschenbroicher zunehmend Sorgenfalten auf die Stirn. "Gerade Keglerinnen sind nur noch sehr rar gesät", sagt Fleuth. Auch sein Vereinskollege Hartmut Schwarzkopf kennt die Probleme. "Es wird immer schwieriger, gerade junge Menschen für den Kegelsport zu begeistern", meint der 47-Jährige. Fast schon melancholisch erinnert er sich an die Zeit, als es in Korschenbroich zahlreiche Gaststätten mit Kegelbahnen gab und viele Klubs existierten. Nahmen im ersten Jahr rund 400 Kegler an den Stadtmeisterschaften teil, sind es jetzt 220. Laut Schwarzkopf sei der Stand der Sportart durch das immer populärer werdende Bowling zunehmend schwieriger. "Bowling ist einfach moderner als Kegeln", sagt Schwarzkopf, erwähnt jedoch auch, dass der altbewährte Kegelsport geselliger sei.

Sein Sohn Tobias Schwarzkopf ist auf den Zug nicht aufgesprungen, sondern zieht ebenfalls das klassische Kegeln vor. "Seit neun Jahren kegele ich, für mich ist es ein richtiger Sport", erklärt der 18-Jährige, der zu der jüngeren Generation des Teilnehmerfeldes der Stadtmeisterschaft gehört und durch eine Freundin zum Kegeln gekommen ist. Die regelmäßigen Erfolgserlebnisse motivieren den Nachwuchs-Kegler.

Wer am 8. März im Restaurant Syrtaki im Haus Schellen als Sieger in den jeweiligen Kategorien geehrt wird, entscheidet sich am 16. Februar – dem letzten Turniertag der Stadtmeisterschaft. Wenn es nach Willi Grewe geht, wird es nicht seine letzte Teilnahme an der Korschenbroicher Stadtmeisterschaft gewesen sein. Der 73-Jährige ist immer noch hochmotiviert. "Ich mache mit, solange es noch geht", betont Grewe.

(NGZ)