Schwimmen Historischer Titel für die SG Neuss

Neuss · Die SG Neuss hat eine glorreiche Geschichte, doch bei den Deutschen Mannschaftsmeisterschaften war sie noch nie so erfolgreich wie am Wochenende. Zum ersten Mal holten die Männer Platz eins in der Westgruppe der 2. Bundesliga.

 Riesige Freude bei der SG Neuss: Die Herren holten sich den Titel in der 2. Bundesliga West, die Damen landeten auf Platz sechs.

Riesige Freude bei der SG Neuss: Die Herren holten sich den Titel in der 2. Bundesliga West, die Damen landeten auf Platz sechs.

Foto: NSV

Es könnte schlechter laufen für den Schwimmsport in der Quirinusstadt. Gerade erst ist Francisco Frederico, hauptamtlicher Trainer des Neusser SV, mit der Sportehrengabe der Stadt ausgezeichnet worden, weil er maßgeblich daran beteiligt war, den Verein in den vergangenen Jahren kontinuierlich zurück auf ein Topniveau zu führen. Und nun folgt schon der nächste herausragende Erfolg. Die SG Neuss, die sich aus Schwimmern des NSV und der TG zusammensetzt, holte sich beim Comeback der Deutschen Mannschaftsmeisterschaften (DMS) nach der Corona-Pause in Gladbeck mit dem Männerteam zum ersten Mal überhaupt den Meistertitel in der 2. Bundesliga West.

„Besser kann es fasst gar nicht laufen“, sagt Siggi Willecke in seiner Funktion als Vorsitzender des Neusser SV mit Blick auf die Entwicklung der vergangenen Jahre. Einen Zweitliga-Titel hatte es selbst zu den glorreichen Zeiten des Weltklasse-Schwimmers Thomas Rupprath Ende der 1990er und in den 2000er Jahren nicht gegeben. „Damals haben wir uns mal als Zweiter für die Aufstiegsrunde zur Ersten Liga qualifiziert, die es damals noch gab. Dass wir das jetzt geschafft haben, ist ein weiteres Signal für die gute Entwicklung bei uns“, erklärt Siggi Willecke. Bei den DMS geht es für die Vereine darum, aus ihren Aktiven bestmögliche Mannschaften zu formen. Mindestens neun bilden ein Team, das 34 Strecken zu absolvieren hat, wobei jeder Schwimmer maximal fünfmal ins Becken steigen darf. Für jede Leistung gibt es dann Punkte, die zu einem Mannschaftsergebnis addiert werden. „Die Kunst der Trainer ist, die einzelnen Strecken so auf die Aktiven zu verteilen, dass für das Team das beste Ergebnis herauskommt“, sagt Willecke.

Am besten gelang das dem jungen Neusser Männerteam, wobei die Entscheidung in der 2. Bundesliga West bis zum Schluss spannend blieb. Denn nach 32 von 34 Strecken lag die SG 126 Punkte hinter der Mannschaft vom TPSK Köln auf dem zweiten Platz. Mit zwei hervorragenden Leistungen von Aaron Schmidt (400 Meter Freistil in 3:52,56 Minuten) und Tobias van Aggelen (100 Meter Freistil in 49,30 Sekunden) überrollten die Quirinusstädter die Kölner, so dass am Ende 21.595 Punkte zu Buche standen. Zuvor waren bereits Silas Büssing, Florian Küpper, Victor Sanin und Max Niklitschek mehrmals neue Bestzeiten geschwommen, wobei Büssings Leistung über die 400 Meter Lagen in 4:23,19 Minuten ein besonderes Highlight war. Wie viel Potenzial das Neusser Team hat, zeigt, dass neben sechs Junioren in Fabian Mager und Max Niklitschek sogar zwei 15-Jährige am Start waren. Einziger Wermutstropfen war für die Neusser, dass es trotz der Meisterschaft nicht zum Aufstieg in die Erste Liga reichte. Bei nur zwei Aufstiegsplätzen gab es in der Nord- und Südgruppe nämlich vier Teams, die noch mehr Punkte sammelten.

Parallel zu den Männern startete erstmals nach fast zwanzig Jahren auch wieder ein Frauenteam der SG Neuss in der 2. Bundesliga West und landete letztlich auf dem sechsten Platz. Die insgesamt 18.611 Punkte holten Kristina Gossen, Ira Bodulovic, Cara Vogt, Maja Klöcker, Xenia Tauer, Xenia Fafenrot, Melina Athanasopoulou, Julia Znachowska und Viola Uebbing.

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