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Organisation "HELP" mit Hauptquartier in Bagdad: Hilfe, trotz der Gefahr

Organisation "HELP" mit Hauptquartier in Bagdad : Hilfe, trotz der Gefahr

Von Ruth Wiedner

Von Ruth Wiedner

Auch nach dem Selbstmord-Attentat auf das UN-Hauptquartier in Bagdad wird die weltweit tätige Organisation "HELP - Hilfe zur Selbsthilfe" ihre Arbeit im Irak fortsetzen. Das bestätigte am Donnerstag Berthold Engelmann auf Anfrage der NGZ. Der HELP-Projektkoordinator für den Irak hatte sich zuvor mit Geschäftsführer Wolfgang Nierwetberg in Verbindung gesetzt. Er koordiniert die Gemüse- und Obstauslieferung in Bagdad: HELP-Mitarbeiter Fadhil Kanje Ali (links).

Der Korschenbroicher hält sich seit vier Tagen in Harare, der Hauptstadt von Simbabwe auf, um sich dort für Nahrungsmittel- und Saatguthilfen stark zu machen. Nierwetbwerg war von der Nachricht seines Kollegen geschockt, war doch das Hauptquartier der Uno für Wochen seine vorrangige Anlaufstelle in Bagdad: "Wir waren garantiert jeden zweiten Tag dort", so Engelmann bestürzt. Während sich Nierwetberg zuletzt im Juni im Irak aufhielt, hat Engelmann erst seit wenigen Tagen wieder Position in der Bonner Geschäftsstelle bezogen. "Der Schock sitzt tief. Dieser Anschlag hat eine ganz andere Qualität." Und so will der Irak-Koordinator auch nichts vom eigentlichen Kriegsende wissen.

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"Täglich fliegen Hubschrauber über die Stadt, überall sind Panzer, es vergeht keine Nacht ohne Granatenhagel und Maschinengewehr-Geräusche." Die HELP-Mitarbeiter, die zurzeit noch im Hotel Palestine ein kleines Büro eingerichtet haben, werden im September umziehen, in ein größeres, aber verdecktes Büro. Und "verdeckt" ist auch das Stichwort für Engelmann: "Zu unserem eigenen Schutz arbeiten wir seit Wochen andercover." Keines der HELP-Autos ist mit einem offiziellen Aufklebern gekennzeichnet. Auch das Büro wird rund um die Uhr von bezahlten Wächtern abgeschirmt. "An den Wachen werden wir auch künftig festhalten", so seine Prognose. Allerdings sind sich Berthold Engelmann und Wolfgang Nierwetbwerg in einem einig: "Unsere Hilfe in Bagdad ist unverzichtbar."

So wird das Projekt für soziale Institutionen - Lebensmittel für Waisen- und Behindertenheime - fortgesetzt. Dieses Projekt wurde mittlerweile um Trinkwasser in Plastikflaschen ergänzt. Neu ist die Versorgung von tausenden Vertriebenen. Dies betrifft durch die Rückkehr der Araber vorrangig die Kurden. "In diesen Fällen leisten wir Unterstützung mit den Grundbedarfsgütern", zählt Engelmann die Ausgabe von Kochgeschirr, Hygieneartikeln, Decken und Petroleumöfen auf. Grünes Licht gab's gestern aber auch für ein weiteres Projekt. Wolfgang Nierwetberg hatte nichts unversucht gelassen, die dringend erforderliche Minenräumung anzuschieben. "Das Geld ist jetzt da", bestätigte Engelmann gestern.

"Uns hat eben die Zusage aus dem Auswärtigen Amt erreicht, dass aus Berlin dafür rund 650.000 Euro bereit gestellt werden." Wie wichtig dieses Programm ist, hatte Nierwetbwerg unlängst noch gegenüber der NGZ angesprochen: "Die Minenreste, speziell die Gewehrgranaten, die wie nicht gezündete Feuerwerkskörper aussehen, müssen dringend beseitigt werden." Sie übten gerade auf die Kinder einen unbeschreiblichen Reiz aus: "Sie spielen damit und werfen sie achtlos weg. Dann explodieren die Dinger, die Kinder kommen dabei entweder ums Leben, werden lebensgefährlich verletzt oder aber verstümmelt." Das Programm läuft am 1. Oktober an. HELP wird dazu eigene Sprengmeister und Munitionsräumer ins Land einfliegen, die vor Ort Iraker aus der Zivilschutzbehörde dafür ausbilden." Das Spendenkonto 4444 von HELP ist bei der Dresdner Bank Bonn, BLZ 370 800 40, Stichwort Irak.

(NGZ)