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Korschenbroich: Hentschel-Sisters freuen sich auf die USA

Korschenbroich : Hentschel-Sisters freuen sich auf die USA

Corinna und Simone Hentschel haben sich als Musikerinnen bereits bis weit über die Region hinaus einen Namen gemacht. Jetzt fliegen die beiden Schwestern gemeinsam in die USA – und werden dort nach neuen Noten stöbern.

Corinna und Simone Hentschel haben sich als Musikerinnen bereits bis weit über die Region hinaus einen Namen gemacht. Jetzt fliegen die beiden Schwestern gemeinsam in die USA — und werden dort nach neuen Noten stöbern.

Ihr nächstes Ziel ist Amerika: Bei einem Restaurantbesuch hat Corinna Hentschel eine Reise nach Atlanta und New York gewonnen. Schnell stand für sie fest, dass sie die Reise mit ihrer Schwester Simone antritt. Konzertauftritte haben Corinna zwar schon zweimal nach Amerika geführt, jetzt fliegt sie privat und ohne ihre Geige. "Ich werde mein Instrument vermissen", sagt sie. Weit über die regionalen Grenzen hinaus sind die beiden Musikerinnen als die "Hentschel-Sisters" bekannt.

In den Semesterferien nutzen die Schwestern ihre rare gemeinsame Zeit in Glehn, um ihren nächsten gemeinsamen Auftritt vorzubereiten. Dabei ist die Kombination von Violine (Corinna) und Schlagwerk (Simone) für ein Duo sehr selten. Zum Schlagwerk zählen neben der Triangel, der Konzerttrommel und den Becken auch das Xylophon, Vibraphon und Marimbaphon. "Es ist schwierig, Noten für unsere Besetzung zu bekommen", bedauert Corinna. In Amerika sei das Angebot viel breiter, und die Schwestern freuen sich, dort in den großen Musikgeschäften stöbern zu können.

Wenn sie keine entsprechenden Noten finden, arrangieren die Musikerinnen ihre Stücke selbst, um sie passend für ihre Besetzung zu ha-ben. Während des Semesters trennen die Schwestern rund 800 Kilometer beziehungsweise zehn Stunden Zugfahrt. Corinna hat gerade ihr Diplom als Musikerin in Rostock gemacht, während Simone weiter in München studiert: Schlagzeug bei Arnold Riedhammer und Pauke bei Raymond Curfs.

Riedhammer war Solo-Schlagzeuger und Pauker bei den Münchner Philharmonikern, Curfs ist Solo-Pauker beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Weil sie das Probespiel gewonnen hat, kann Simone im September ein einjähriges Praktikum für Schlagwerkinstrumente beim Hessischen Staatstheater Wiesbaden beginnen. "Ich darf sogar pauken", betont sie und hofft ihrem Ziel, Solo-Paukerin zu werden, ein Stück näher zu kommen. "Die Solo-Paukerin übernimmt eine große Verantwortung. Sie ist mit dem Dirigenten und dem Konzertmeister die höchste Person im Orchester", erläutert sie. Die Pauke spielt eine tragende Rolle, da sie immer zu hören ist. "Fehler fallen sofort auf", so Simone.

Ihre Schwester Corinna bevorzugt kleine Ensembles. Deshalb wird sie in Rostock ihre Ausbildung bei Holger Wangerin mit dem Studiengang "Master of Music" im Fach Kammermusik fortsetzen. An der Kammermusik schätzt sie die hohe eigene Verantwortung: "Der Musiker wird persönlich wahrgenommen", sagt sie.

Am liebsten spielt sie mit ihrer Duo-Partnerin Kholoud Safwan (Piano). Im Oktober nehmen beide an einem internationalen Kammermusikwettbewerb in den Niederlanden teil. Corinna Hentschel bringt auch zeitgenössische Musik zur Aufführung. "Ich habe einen ganz anderen Zugang zu dem Stück, wenn ich den Komponisten nach der richtigen Interpretation fragen kann." Mit einem Komponisten aus Armenien tauscht sie sich per E-Mail und über Youtube aus, den Komponisten Hans Fischer (Jahrgang 1987) kennt sie persönlich. Das Stück "Nodor" hat er letztes Jahr eigens für Corinna geschrieben.

(NGZ)