Heiner Schiergen holt Gold bei Rheinischen.

Reitsport: Gleich sieben auf einen Streich

Dressurreiter Heiner Schiergen und Helen Erbe holen Gold bei den Rheinischen Meisterschaften in Langenfeld.

Titelhattrick für Heiner Schiergen: Der Dressurreiter sicherte sich zum dritten Mal in Folge Gold bei den Rheinischen Meisterschaften. Auf dem 13-jährigen Hengst Aaron gewann der Pferdewirtschaftsmeister vom Förderkreis Dressur Neuss beide Wertungsprüfungen – und holte sich damit souverän den Titel.

Dabei lag er nach dem Grand Prix zunächst auf Silberkurs. Nach einigen kleinen Fehlern belegte das Paar zunächst Platz (67,760 Prozent). Doch im Grand-Prix Spezial am Sonntag spielten Schiergen und Aaron dann ihre Klasse aus; 69,549 Prozent bedeuten den Sieg und auch den Titelgewinn. Damit ist Heiner Schiergen der dritte rheinische Reiter, dem es gelingt, drei Titel in Folge zu gewinnen – nach Jean Bemelmans 1982 bis 1984 und Werner Wilhelms 1968 bis 1970. „Wahnsinn, ich freue mich sehr und bin mit den Leistungen zufrieden“, zog er Bilanz. Der Rheinische Meistertitel ist nicht der Einzige, den er in Serie sammelt: Im Mai wurde der 48-Jährige, der einen Ausbildungsstall in Krefeld betreibt, zum vierten Mal in Folge deutscher Berufsreiter-Champion, ebenfalls mit Aaron. Sein Kollege Christian Reisch (Neuss-Grefrather RC), Pferdewirtschaftsmeister auf dem Kamberger Hof in Neuss, wurde auf Lord Münks Vierter.

Neben Schiergen war es der Dressurnachwuchs, der in Langenfeld für den Kreispferdesportverband Neuss brillierten. Dabei konnte Schiergen doppelt feiern: Seine Schülein Helen Erbe (Förderkreis Dressur Neuss) holte Gold bei den Junioren. Auf der neunjährigen Stute Boccacia ritt die Schülerin souverän in der M-Dressur und in der Kür zum Sieg. Gefolgt von Dina Bardach, ebenfalls vom Förderkreis Dressur Neuss, die unter der Regie von Trainerin Alexa Pompe (Dormagen) Silber holte. Und auch bei den Jungen Reitern gab es in der Dressur eine Medaille: Lisa Prummenbaum holte Silber und damit noch eine Medaille für den Förderkreis Dressur. Auf der Fuchsstute Serenissima RH sicherte sich zum Abschluss ihrer Junge-Reiter-Zeit mit Platz zwei in der Kür auch den Vizetitel. Keine Medaille gab es in der Ponydressur. Das beste Ergebnis erzielte Cosima Terberger (Neuss-Grefrather RC) auf Dip Beat Diamond als Vierte in der Meisterschaftswertung.

Ein spannendes Duell gab es bei den Jungen Reiter im Springen. Wie erwartet kämpften Hendrik Tillmann und Miguel Bellen Rodriguez mit um den Titel. Am Ende freute sich aber eine Dritte über Gold: Franziska Müller (RFV Dhünn). Die junge Amazone verwies die „Jungs“ aus dem KPSV Neuss auf die Plätze: Hendrik Tillmann (RC Gut Neuhaus Grevenbroich) holte auf der braunen Stute Zita Silber, Bellen (RV Torfgrafen Bergerghof) Bronze. Der 21-Jährige hatte Great Grace gesattelt, die 13-jährige Stute hat er selbst ausgebildet. Beide waren nicht fehlerfrei durch die drei schweren Wertungsprüfungen gekommen, was auch für die Siegerin galt.

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Bei den Junioren sorgte Julia Sonnen vom RC Gut Neuhaus für eine Überraschung. Die Schülerin von Frederic Tillmann holte auf Verdini, ihrem erst neun Jahre alten Wallach vom Pulheimer Zuchthof Claren, nach drei souveränen Runden im Parcours Silber.

Bei den Reitern hielt Marc Boes die Farben des KPSV hoch. Der gebürtige Belgier, der seit Jahrzehnten hier beheimatet ist, wurde Sechster. Im Sattel von Never ever, einem zehnjährigen, schwarzbraunen Holsteiner, sprang er im Finale grandios auf den dritten Platz und machte damit noch einige Plätze in der Meisterschaftswertung gut. Nach einer fehlerfreien Runde im ersten S-Springen war es in der zweiten Prüfung nicht optimal gelaufen: Das Paar kassierte zwei Abwürfe. Doch im Finale, einem Drei-Sterne-S mit zwei Umläufen, spielte der international erfahrene Reiter vom RFV Liedberg, einst Schüler des legendären Hans-Dieter Hoster, sein Können und seine Nervenstärke aus.

Auch KPSV-Präsident Axel Hebmüller war hochzufrieden: „Vor allem unser Nachwuchs hat tolle Leistungen gezeigt“, sagte der Kaarster: „Sieben Medaillen, davon zwei Titel, sind ein tolles Ergebnis.“ Für die KPSV-Reiter folgt bald das nächste Highlight: Vom 26. bis 29. Juli steht auf dem Hilgershof die nächste Titeljagd an. „Da werden wir einige der Medaillengewinner sicher wiedersehen“, ist sich Hebmüller sicher.