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Heimsieg für Bayer Dormagen gegen die SG BBM Bietigheim

2. Handball-Bundesliga : Dormagener erkämpfen sich mit viel Leidenschaft den Sieg

Nach der Auftaktniederlage beim ASV Hamm-Westfalen standen die Dormagener im ersten Heimspiel unter Zugzwang. Trotz der Personalnöte gelang gegen die SG BBM Bietigheim ein starker Auftritt und ein knapper Sieg.

Was für eine Erleichterung bei den Zweitliga-Handballern des TSV Bayer Dormagen. Nach der unglücklichen Auftaktniederlage beim ASV Hamm-Westfalen gaben sie am Freitagabend im ersten Heimspiel der Saison die richtige Antwort. Mit Unterstützung des erstmals seit Monaten wieder ins TSV-Bayer-Sportcenter zurückgekehrten Publikums - 565 Zuschauer sorgten für eine tolle Stimmung - rangen sie die vor der Saison als Aufstiegskandidatin gehandelte SG BBM Bietigheim mit ihrem durch zahlreiche Verletzungen geschrumpften Kader in einem aufopferungsvollen Kampf nieder. So groß die Freude auf Seiten der Dormagener über den 21:20 (12:8)-Erfolg war, so groß war auch der Frust aufseiten der Bietigheimer, deren Fehlstart mit nun zwei Niederlagen perfekt ist.

„Was ist das für ein geiles Gefühl mit Euch. Wir freuen uns auf die nächsten Heimspiele und Siege mit Euch“, schrie TSV-Kapitän Patrick Hüter nach der Partie ins Mikrofon, um gleich danach mit seinen Mannschaftskameraden vor dem Fanblock die Humba anzustimmen. Und auch noch Minuten danach bedankten sich die Spieler bei den Zuschauern und machten mit ihnen zusammen die Welle. Und es war in der Tat ein perfektes Spiel für die Rückkehr der Zuschauer. Zwar von beiden Mannschaften bei weitem nicht optimal, dafür sehr emotional, bis zum Schluss spannend und mit dem besseren Ende für die Dormagener. Vom Start weg war den Gastgebern anzumerken, dass sie sich extrem viel vorgenommen hatten. „Ich haben den Jungs gesagt, dass wir die Partie nur über die Abwehr gewinnen können“, meinte TSV-Coach Dusko Bilanovic. Entsprechend konzentriert agierte seine Mannschaft, war gleich hellwach, packte hinten beherzt zu und ließ kaum Lücken entstehen. Eine herausragende Partie im Innenblock spielte der A-Jugendliche Aron Seesing. Und wenn dann doch mal etwas durchkam, war ganz oft der wieder bärenstarke Martin Juzbasic im Tor zur Stelle. 13 Paraden wies am Ende die offizielle Statistik aus, darunter zwei ganz wichtige Siebenmeterparaden.

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Auf dieser Basis gingen die Gastgeber in der Anfangsphase in Führung und setzten sich im weiteren Verlauf immer weiter ab. Das ging auch, weil der TSV deutlich weniger technische Fehler produzierte als noch in Hamm und sich auch der polnische Neuzugang Patryk Biernacki, der angesichts der Verletztenmisere meist auf Halblinks zum Einsatz kam, in der Offensive deutlich durchschlagskräftiger zeigte. Drei seiner insgesamt vier Treffer erzielte er in den ersten elf Minuten. Wobei sich TSV-Trainer Dusko Bilanovic einiges hatten einfallen lassen, um für Entlastung im so stark beanspruchten Rückraum zu sorgen. So tauchte ab der Schlussphase der ersten Hälfte beispielsweise Patrick Hüter als gelernter Kreisläufer ab und an auf Rückraum Mitte auf. „Da hat er seine Sache sehr gut gemacht“, meinte Bilanovic. Als Jakub Sterba mit dem Pausenpfiff auf 12:8 erhöhte und erstmals für eine Vier-Tore-Führung der Gastgeber sorgte, stand die Halle Kopf. Hätte der TSV seine Chancen besser genutzt, hätte er noch deutlicher führen können.

„Im Angriff ist noch Luft nach oben“, stellte Bilanovic hinterher fest. Dass seine Jungs vorn einiges liegenließen, lag aber auch daran, dass SG-Keeper Konstantin Poltrum ebenfalls einen guten Tag erwischt hatte. Auch er stand am Ende bei 13 Paraden. Die beiden Torhüter hatten auch ihren Anteil daran, dass zu Beginn der zweiten Hälfte fast neun Minuten kein Tor fiel. Erst der starke SG-Linksaußen Alexander Pfeifer brach den Bann zum 9:12, doch die Dormagener stemmten sich weiter gegen die große individuelle Qualität und die größere Tiefe im Kader der Gäste. Als Tim Mast in der 52. Minute mit einem spektakulären Rückhandwurf wieder einen Vier-Tore-Vorsprung herstellte (18:14), stieg die Zuversicht, dass es tatsächlich etwas werden könnte, mit dem Heimsieg.

Doch die zunehmend schwindenden Kräfte ließen beim TSV die Anzahl der technischen Fehler steigen, so dass es in der Schlussphase noch mal richtig eng wurde. Nachdem Bietigheim auf 19:20 (58.) verkürzt hatte, bewies André Meuser (mit sechs Treffern erfolgreichster Schütze des Spiels) starke Nerven, indem er zum 21:19 traf und anschließend in der Abwehr gleich wieder den Ball eroberte. Auf die offene Deckung der SG reagierte Dusko Bilanovic mit einer Auszeit. Danach wurde es dann hektisch, beim TSV erhielt Patrick Hüter noch mal eine Zwei-Minuten-Strafe, bei den Gästen Alexander Pfeifer. Letztlich reichte es für Bietigheim noch zum Treffer zum 20:21 durch Juan de la Pena zehn Sekunden vor Schluss, die restliche Zeit spielte der TSV von der Uhr. Der Rest war grenzenlose Freude beim TSV und Frust bei den Gästen. Der im Sommer gekommene Trainer Iker Romero, früherer Weltklasse-Handballer aus Spanien, gratulierte Dormagen fair zum Sieg, meinte aber auch: „Ich will nicht über unsere Einstellung sprechen. Wir müssen viel verbessern, aber alles Negative ist meine Schuld.“