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Heimsieg des TC BW Neuss gegen den TC Ludwigshafen

Tennis-Bundesliga : Neuss sagt Heimpublikum mit Sieg ade

Bei einer Bullenhitze mussten die Blau-Weissen in der Tennis-Bundesliga gegen den TC Ludwigshafen auf eigener Anlage zwar mächtig kämpfen, am Ende schickten sie die Gäste aber mit einem 5:1-Sieg endgültig in die 2. Liga.

Vor der Partie gegen den TC Ludwigshafen hatte Teammanager Marius Zay zwar gesagt, dass das letzte Heimspiel der laufenden Saison in der Tennis-Bundesliga mit Blick auf den am Wochenende zuvor gesicherten Klassenverbleib aus Sicht des TC BW Neuss genossen werden sollte. Doch zumindest für die Spieler war der Abschied vom heimischem Publikum auf dem Platz kein Genuss, sondern eine ziemliche Tortur. Bei einer Bullenhitze war Willenskraft gefragt. Aber weil die im Neusser Kader reichlich vorhanden ist, fuhren die Blau-Weissen am Ende einen klaren 5:1-Sieg ein, den immerhin die eigenen Fans genießen konnten, der aber gleichzeitig endgültig den Abstieg der Ludwigshafener besiegelte.

Apropos Willenskraft: Da tat sich Pedro Sousa als Neusser Nummer eins besonders hervor. Der Portugiese, voriges Jahr um diese Zeit noch Nummer 127 in der Weltrangliste und inzwischen auf Rang 442 zurückgefallen, plagte sich am Freitag nämlich mit Magen-Darm-Problemen herum. Im Spitzeneinzel gegen den Türken Cem Ilkel (ATP 303) versuchte er dementsprechend dem Glutofen auf dem Center Court möglichst schnell zu entkommen, was beim 6:0 im ersten Satz auch gelang. Doch als sich Ilkel im zweiten Durchgang dann plötzlich heftig wehrte, war Sousa deutlich anzusehen, dass er nicht im Vollbesitz seiner Kräfte war. Mit trotz der Hitze eingefrorenen Gesichtszügen gönnte er sich mehrere Pausen. Aber wenn es nötig war, konnte er sich auf seinen starken Aufschlag und seine knallharten Grundlinienschläge verlassen. So rettete er sich in den Tiebreak, wo er dann noch mal zulegte, Ilkel beim 7:3 keine Chance ließ und Neuss vor den Doppeln mit 3:1 in Führung brachte. Doch damit nicht genug, weil die Neusser keinen weiteren Spieler in der Hinterhand hatten, musste Sousa an der Seite des Italieners Thomas Fabbiano (ATP 236) auch im Doppel ran und biss sich auch dort durch. Das BW-Duo setzte sich klar in zwei Sätzen gegen Ilkel und den Franzosen Tristan Lamasine (ATP 478) durch und besiegelte damit den Heimsieg, den Geoffrey Blancaneaux (ATP 150) an der Seite des Spaniers Javier Barranco Cosano gegen das deutsche Doppel Johannes Härteis/Daniel Baumann auf 5:1 hochschraubte.

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Klar, schon bei der Bekanntgabe der Mannschaftsaufstellungen hatte alles für einen deutlichen Neusser Sieg gesprochen. Zu eindeutig waren die Gastgeber in den einzelnen Duellen von der Papierform her überlegen. Inbesondere an den Positionen drei und vier schienen die stark abstiegsbedrohten Gäste mit den beiden Deutschen Johannes Härteis (ATP 513) und dem gar nicht in der Weltrangliste geführten Christian Hirschmüller (DTB 148) hoffnungslos unterlegen. Doch auf dem Platz wehrten sich die Ludwigshafener dann heftig und versuchten ihre letzte Chance auf den Klassenverbleib noch beim Schopfe zu packen. So konnte der Franzose Tristan Lamasine seinen Landsmann Geoffrey Blancaneaux überraschen, obwohl er in der Weltrangliste fast 300 Ränge hinter ihm rangiert. Insbesondere im ersten Satz war Lamasine deutlich überlegen (6:1), während er in Satz zwei zunächst 2:5 zurücklag, dann aber noch im Tiebreak mit 10:8 gewann. Und auch Thomas Fabbiano gegen Johannes Härteis und der gerade von einer Verletzung genesene Javier Barranco Cosano gegen Christian Hirschmüller trafen auf heftige Gegenwehr. Bei den hohen Temperaturen mussten sich der Italiener und der Spanier schon mächtig ins Zeug legen, um die Einzelpunkte für Neuss einzufahren. Das waren wichtige Schritte auf dem Weg zu einem Mannschaftserfolg, der den Neussern am letzten Spieltag sogar noch die Option offenhält, ihren guten vierten Platz aus dem vergangenen Jahr zu verbessern. Gelingt am Sonntag ein Sieg in Rosenheim und verliert Bredeney in Krefeld, wäre auch noch Rang drei möglich. Das i-Tüpfelchen auf einer starken Saison.