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Jüchen: Heimatverein stellt sich für die Zukunft auf

Jüchen : Heimatverein stellt sich für die Zukunft auf

Der Heimatverein Kelzenberg-Mürmeln kämpft um seine Zukunft. Er will nur noch alle zwei Jahre Kirmes feiern und plant Alternativen.

"Jedes Jahr Kirmes: Das können wir uns als kleiner Verein nicht mehr leisten." Was Johannes Hacks, Geschäftsführer und amtierender König, sowie Toni Becker, Vorsitzender und Kronprinz des Heimatvereins Kelzenberg-Mürmeln sagen, klingt nach einer endgültigen Entscheidung. Allerdings soll es eine sein, die die Zukunft des 220 Mitglieder zählenden Vereins festigt. Der Plan: Im Wechsel sollen im Doppeldorf die Hahnenkirmes und ein Familienfest gefeiert werden. Ein Schritt dahin: Die Ehrenamtler haben – in Eigenleistung und mit Hilfe von Sponsoren – eine permanente Wasserverteilung am Feuerwehrgerätehaus installiert. Damit sind sie für künftige Veranstaltungen besser ausgestattet.

Bisher musste vor jedem Fest eine provisorische Wasserverteilung aufgebaut werden. "Das hat uns jedes Mal wieder Geld gekostet, weil auch immer wieder neue Proben gezogen werden", erläutert Becker (52). Jetzt, mit der neuen dauerhaften Verteilung, ist dies überflüssig. Gestern konnte eine Probe gezogen werden. "Sie gilt jetzt für ein Kalenderjahr", sagt Johannes Hacks (48). Bis zu 150 Euro kann der Heimatverein dadurch sparen. Ein weiterer Vorteil. Frittenbude, Toilettenwagen und Zelt können direkt angeschlossen werden – die Nutzung wird deutlich einfacher.

Johannes Hacks, der bei RWE-Tochter "Westnetz GmbH arbeitet, fungierte als Pate im Rahmen des Sponsoren-Projekts "RWE Companius". Dabei werden RWE-Mitarbeiter unterstützt, die sich ehrenamtlich engagieren. Außerdem half die Firma "Cool-Components" bei der Realisierung; auch die Mitglieder des Heimatvereins zeigten Eigenleistung. Rund 2000 Euro konnten so gespart werden. "Die neue Lösung ist bequemer und senkt auch noch die Kosten – Geld, das der Heimatverein an anderer Stelle einsetzen kann", meint Hacks.

Eigentlich hätte im Doppeldorf am kommenden Wochenende die Hahnenkirmes gefeiert werden sollen – der erste Sonntag im September ist ein Traditionstermin. Doch Schausteller und Imbissbetreiber baten um Terminverschiebung: Denn auch in Grevenbroich und Hochneukirch feiern die Schützen. "Deshalb feiern wir am Freitag, 6. und Samstag, 7. September", erläutert Toni Becker. An ihn wird Johannes Hacks die Königskette abgeben – und Becker kann sie bis zu seiner Abkrönung im Jahr 2015 tragen. Denn im kommenden Jahr soll erstmals auf die Kirmes verzichtet werden. "Wir wollen aber eine Alternative bieten, eine Möglichkeit wäre ein Familienfest am Bolzplatz", sagen Hacks und Becker. Wichtig sei ihnen, auch weiterhin Veranstaltungen zu organisieren. "Wir wollen alle Dorfbewohner mit einbinden. Besonders auch die Senioren", sind sie sich einig.

Warum sie sich so für ihren Verein einsetzen? "Man muss schon ein Idealist sei und vielleicht auch etwas wahnsinnig", meinen beide lachend. Johannes Hacks ist zum zweiten Mal seit 2000 Hahnenkönig, gehört auch zum BSHV Jüchen. Toni Becker verstärkt auch seit 35 Jahren das Bedburdycker Regiment.

(NGZ)