Daten werden jetzt ausgewertet: Haus Katz: Turm gerät in Schieflage

Daten werden jetzt ausgewertet : Haus Katz: Turm gerät in Schieflage

Seit drei Jahren beschäftigen wachsende Risse am Haus Katz die Gemeindeverwaltung. Nun soll der Sache auf den Grund gegangen werden - im wahren Sinne des Wortes: In den vergangenen Tagen gruben Mitarbeiter des Bauhofes mehrere, bis zu zwei Meter breite und tiefe Löcher an den Mauern von Haus Katz, damit ein Statiker und ein Bodengutachter die Fundamente untersuchen konnten. Mehrere große Löcher sind zurzeit am Haus Katz zu sehen. Ein Geologe und ein Statiker suchen zurzeit nach der Ursache für die Risse in den Mauern, besonders der Turm am Haupthaus ist betroffen. NGZ-Foto: H. Jazyk

Seit drei Jahren beschäftigen wachsende Risse am Haus Katz die Gemeindeverwaltung. Nun soll der Sache auf den Grund gegangen werden - im wahren Sinne des Wortes: In den vergangenen Tagen gruben Mitarbeiter des Bauhofes mehrere, bis zu zwei Meter breite und tiefe Löcher an den Mauern von Haus Katz, damit ein Statiker und ein Bodengutachter die Fundamente untersuchen konnten. Mehrere große Löcher sind zurzeit am Haus Katz zu sehen. Ein Geologe und ein Statiker suchen zurzeit nach der Ursache für die Risse in den Mauern, besonders der Turm am Haupthaus ist betroffen. NGZ-Foto: H. Jazyk

"Die größte Sorge macht uns der zur Steinstraße gelegene Turm des Haupthauses", erklärt Oswald Duda, Fachbereichsleiter für Gebäudewirtschaft im Jüchener Rathaus, gegenüber der NGZ. Der obere Bereich des Turmes habe sich mittlerweile um einen Zentimeter vom Haupthaus entfernt. Eine Gefährdung für Bürger bestehe aber nicht, betont Duda. Dennoch wurde die Gemeinde aktiv, da die Risse sich immer weiter vergrößerten.

"Aufgefallen war uns das Problem bereits Anfang 2002", erläutert Oswald Duda. Damals hatte die Gemeindeverwaltung einen Bergbauschaden vermutet. RWE Power nahm Bohrsondierungen vor, untersuchte die Fundamente, das Fraunhofer Institut prüfte die Holzteile. Der Turm beispielsweise steht, ähnlich wie Schloss Dyck, auf Holzpfählen. Ergebnis der Untersuchung laut RWE: Eine bergbauliche Ursache der Schäden sei ausgeschlossen.

"Wir haben die Entwicklung weiter beobachtet und an den Mauern Marken angebracht. Dadurch konnten wir feststellen, dass die Bewegung nicht abgeschlossen war." Nicht nur am Turm, auch in anderen Mauern der aus dem 18. Jahrhundert stammenden Anlage sind Risse zu erkennen - bis zu drei bis vier Millimeter breit und mehrere Meter lang. "Die Gemeinde Jüchen hat einen Geologen und einen Statiker beauftragt, die Ursache der Risse herauszufinden", sagt Gemeinde-Pressesprecher Norbert Wolf.

Für deren Arbeit mussten zunächst einmal Teile der Fundamente freigelegt werden. Untersucht werde beispielsweise, ob die Holzpfähle im Untergrund angefault sein könnten. Die beiden Experten haben ihre Analyse vor Ort abgeschlossen und müssen die Daten jetzt auswerten. In einigen Wochen sollen die Ergebnisse im Rathaus vorliegen. (cs)

(NGZ)