Jüchen : Haus Katz bald barrierefrei

Bis zum 15. Dezember soll der behindertengerechte Umbau in Haus Katz abgeschlossen sein. Dann möchte der Gemeinderat dort wieder tagen. Es sieht gut aus: Die groben Arbeiten sind getan, jetzt geht's an die Feinheiten.

Der Zeitplan steht: Bis zum 15. Dezember sollen die Arbeiten in Haus Katz abgeschlossen sein. Dort, wo sich derzeit die Handwerker begrüßen, soll dann wieder der Gemeinderat tagen. Technischer Dezernent Oswald Duda ist zuversichtlich, dass es bei dem Termin bleibt. "Wir sind im Zeitplan", stellt er klar.

Das bedeutet: Der Lift ist eingebaut, auch die Sanitärbereiche sind behindertengerecht gestaltet. Die grobe Arbeit in Haus Katz ist getan, jetzt geht es an die Feinheiten. Rund um den Lift stehen noch einige Fliesenarbeiten an, im Sanitärbereich müssen noch einige Verfugungen gemacht werden, dann rücken Installateur und Elektriker an.

Eine Woche vor Weihnachten soll dann nichts mehr an die Baustelle erinnern. Rund 150 000 Euro hat die Gemeinde investiert, um das denkmalgeschützte Gebäude fit für die Zukunft zu machen.

Längst ist der zu Beginn des 18. Jahrhunderts errichtete Bau, der dem Amtmann des Herzoges von Jülich einst als Verwaltungssitz diente, so etwas wie die gute Stube der Stadt: Der Gemeinderat tagt in der ersten Etage, es gibt Ausstellungen und Mundartabende, Verliebte schließen dort den Bund fürs Leben. Benannt ist das Haus nach dem Vogt Paulus Katz, der dort einst im Auftrag des Herzoges seinen Dienst verrichtete.

Mit dem Umbau wird der Barockbau barrierefrei. Ein Lift führt in die erste Etage, zu erreichen ist er im Erdgeschoss über den Ausstellungsraum. "Die technischen Steuerungsarbeiten stehen noch aus", sagt Oswald Duda. Das allerdings dürfte Routinearbeit sein. Anschließend bedarf es noch einer Probefahrt und der Abnahme durch den Tüv.

Der jetzige Umbau ist der zweite seit die Gemeinde Haus Katz 1973 für 105 000 D-Mark (rund 55 000 Euro) erwarb. Von 1978 bis 1981 wurde der Barockbau zum Verwaltungsgebäude umgebaut. Seit 1980 gab es jedoch auch immer wieder Sanierungsbedarf — vor allem wegen Rissen an der Hauptfassade.

Die letzte größere Sanierung wurde 2009 abgeschlossen. Damals musste das Fundament des Gebäudes erneuert werden: Es war morsch geworden, der Turm der Vorburg hatte Risse gezeigt. Für den Außenanstrich wurde eine Spezialfarbe verwendet. Die Kosten damals: 560 000 Euro. Auch das war eine Investition in die Zukunft des mehr als 300 Jahre alten Vorzeigehauses der Stadt: Damals bekam es das bauphysikalische Rüstzeug.

Mit dem jetzigen Umbau wird Haus Katz behindertengerecht. Noch bedarf es einiger Feinheiten. Am Zeitplan rüttelt dies nicht.

(NGZ)