Jüchen : Hauptschule wird aufgelöst

Einstimmig empfahlen die Schulpolitiker die schrittweise Auflösung der Hauptschule in Hochneukirch. Auch das Bewerbungsverfahren für die erste Gemeinschaftsschule in Jüchen läuft. Nächster Schritt: die Eltern-Workshops.

Werner Fritsche, Konrektor der GTHS, hätte am Montag auf den Tagesordnungspunkt 8 gern verzichtet: Die Jüchener Schulpolitiker empfahlen dem Gemeinderat einstimmig, die Ganztagshauptschule Hochneukirch schrittweise aufzulösen. Maximal bis zum Schuljahr 2015/16 werden dort noch Hauptschüler lernen – "vorausgesetzt, genügend Kinder und Jugendliche besuchen die Schule, so dass wir auch ausreichend Lehrerstellen für eine notwendige Differenzierung haben", schränkte Schulrätin Christa Bänisch ein.

Das Auslaufen der Hauptschule ist eng verknüpft mit der Bewerbung für das NRW-Projekt Gemeinschaftsschule. Bürgermeister Harald Zillikens betonte zuvor, dass die Auflösung nichts mit der Qualität der pädagogischen Arbeit zu tun hätte – im Gegenteil: "All' unsere Versuche, die Hauptschule zu erhalten, sind gescheitert." Bereits seit dem Schuljahr 1996/97 hätten immer weniger Eltern ihre Kinder in Hochneukirch angemeldet. Für das kommende Schuljahr sei etwa der Anmeldezeitraum deutlich verlängert worden, aber trotzdem hätten mit 15 Meldungen drei zu wenig für eine neue fünfte Klasse vorgelegen.

Aus der pädagogischen Steuerungsgruppe für die künftige Gemeinschaftsschule berichtete deren Leiter Georg Broens, Direktor der Realschule. Er stellte die weiteren Schritte vor, die bis zum formellen Antrag bei der Bezirksregierung in Düsseldorf zu absolvieren sind. Ein nächster Schritt: "In der kommenden Woche haben wir 50 Eltern zu Workshops in die Realschule eingeladen." Auf Anregung von Holger Tesmann (SPD) soll die Einladungsliste jetzt auch um Vertreter aller politischen Fraktionen ergänzt werden.

In Untergruppen werden sich die Pädagogen, zu denen neben Vertretern von Gymnasium sowie Real- und Hauptschule auch einer der Grundschulen gehört, mit dem künftigen Leitbild, Lern- und Erziehungskonzept, Schulstruktur und Qualitätsentwicklung beschäftigen. "Was formuliert werden muss, ist ein Kooperationsvertrag mit dem Gymnasium", erläutert Georg Broens. Dabei würden beide Schulen als rechtlich eigenständige Systeme bestehen bleiben, wie er auf Nachfrage von Gymnasiums-Leiter Gerd Acker erläuterte.

Die bisherigen Ziele der Steuerungsgruppe: Die Kinder sollen an der Gemeinschaftsschule in Klassen mit maximal 25 Schülern lernen. Der Unterricht wird über sechs Jahre in integrativer Form gestaltet; dabei wird die Inklusion – das gemeinsame Lernen von Kindern mit und ohne Behinderung – berücksichtigt. Die Schule läuft vierzügig im gebundenen Ganztag.

(NGZ)