Jüchen : Hauptschule bleibt bis 2015/16

Aufatmen für Schüler, Lehrer und Eltern an der Ganztagsschule Hochneukirch: Die Bezirksregierung Düsseldorf hat jetzt zugesichert, dass alle Klassen dort ihren Abschluss machen können. Sie wollte die Schule früher aufgeben.

Die Sekundarschule ist in Hochneukirch gestartet. Ihre direkte Nachbarin, die Ganztagshauptschule (GTHS) Hochneukirch, ist dagegen seit dem Schuljahr 2011/12 ein Auslaufmodell. Werden die Siebtklässler noch bis zu ihrem Abschluss in Hochneukirch lernen können? Diese Frage beschäftigt Lehrer, Schüler und Eltern. Für sie hat Bürgermeister Harald Zillikens eine gute Nachricht: "Die Bezirksregierung hat der Gemeinde jetzt mitgeteilt, dass die Ganztagshauptschule bis 2015/16 weiter läuft." — "Wir sind sehr erleichtert, dass unsere Schüler nicht wechseln müssen", sagt Konrektor Werner Fritsche (61).

Sinkende Schülerzahlen, Ablehnung der Schulform Hauptschule durch die Eltern und der landespolitische Schulkonsens zur Sekundarschule — das waren die drei Gründe, die im vergangenen Jahr das "Aus" für die GTHS bedeuteten. Um all' ihren Schülern den Abschluss dort zu ermöglichen, hätte die Schule in Hochneukirch mindestens bis 2015/16 weiter geführt werden müssen.

Problem: Differenzierung

Ein Problem: Laut Schulgesetz kann die Hauptschule nur so lange bestehen, wie "ordnungsgemäßer Unterricht" möglich ist. Das heißt für die zehnte Klasse: Es muss nach den Abschlüssen A und B differenziert werden, aber in jeder Klasse müssen mindestens 18 Schüler sein. "Bei insgesamt 25 Jugendlichen in der heutigen 7 eine mathematische Unmöglichkeit", sagt Werner Fritsche. Zudem fehle mit aktuell sechs Lehrern das Personal für eine Differenzierung.

Dieses Problem ist jetzt gelöst. "Wir haben gegen den ursprünglichen Plan der Bezirksregierung gekämpft, die Hauptschule schon deutlich vor 2015/16 zu schließen", sagt Bürgermeister Zillikens. Er sei sehr zufrieden, dass jetzt eine Lösung gemeinsam mit der Bezirksregierung gefunden werden konnte: "Es ist eine gute Lösung für unsere Hauptschüler."

Diese heißt "Rückabordnung": Dies erläutert Marielle Erb von der Bezirksregierung in Düsseldorf: "Kollegen von anderen Schulen werden stundenweise an der Hauptschule eingesetzt." Etwa die Lehrer, die jetzt an der neuen, direkt benachbarten Sekundarschule unterrichten. Was allerdings mit Sitzenbleibern aus dem letzten Jahrgang geschehe, müsse im Einzelfall entschieden werden.

Konrektor Werner Fritsche ist erst mal erleichtert: "Jetzt müssen die Jugendlichen nicht nach Grevenbroich oder Mönchengladbach fahren — zumal unklar ist, wie lange diese Hauptschulen noch bestehen."

(NGZ/ac)