Ringer-Bundesliga: Harter Kampf um drei freie Plätze

Ringer-Bundesliga : Harter Kampf um drei freie Plätze

Von Volker Koch

Von Volker Koch

Die Konkurrenten haben die ersten Kampftage in der Ringer-Bundesliga bereits hinter sich gebracht, dem KSK Konkordia Neuss steht seine Saisonpremiere noch bevor: am Samstag ab 19.30 Uhr in der Stadionhalle gegen den SC Siegfried Kleinostheim. Auftakt einer Saison, die den Neussern am Ende zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte die Teilnahme an der Play-off-Runde um den Meistertitel bescheren soll.

Ringen? Da war doch mal 'was in der Stadionhalle? Auch Hermann J. Kahlenberg weiß, dass es der Terminplan nicht allzu günstig meint mit dem Kraftsportklub Konkordia Neuss. Gut neun Monate ist es her, dass dort zum letzten Mal um Bundesligapunkte gerungen wurde.

Eine (zu) lange Pause, um eine Sportart im Bewusstsein der Öffentlichkeit zu halten, dessen ist sich auch der KSK-Präsident bewusst. "Ich hoffe, die Leute haben nicht vergessen, dass es uns gibt", sagt Kahlenberg, "wir hatten ja einige Einzelerfolge zwischendurch." Er denkt da insbesondere an die Silbermedaille von Björn Holk bei den Studenten-Weltmeisterschaften und die, wenn auch nicht gerade von Siegen gekrönte, WM-Teilnahme von Holk und Sergiy Skrypka.

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Ob die ohnehin nicht in Scharen die Tribünen bevölkernden Neusser "ihrem" KSK trotzdem die Treue halten, wird sich am Samstagabend zeigen. Dann beginnt um 19.30 Uhr mit dem Heimkampf gegen den Aufsteiger SC Siegfried Kleinostheim die Saison für die Konkordia.

Fünf Wochen später als der offizielle Auftakt am 10. September, an dem allerdings nur Kleinostheim und die neue Kampfgemeinschaft (KG) Frankfurt(Oder)/Eisenhüttenstadt um Punkte rangen. Die Weltmeisterschaften in Budapest einerseits, die Rückzüge der Bundesligateams aus Hösbach und Halle andererseits brachten den Terminplan gehörig durcheinander. Vor allem den der Neusser, denn die hätten es zu Beginn genau mit jenen beiden Klubs zu tun bekommen, die nun nicht mehr mitmachen. "Wir hätten vor der WM einen Kampf gehabt und dann fünf Wochen Pause.

Darum haben wir den einen Kampf dann auch noch nach hinten verlegt", erläutert Kahlenberg. So kommt es am übernächsten Wochenende zu einem Doppelkampftag: Freitags (21. Oktober, 20.30 Uhr) zu Hause gegen die KG Rostock/Warnemünde, Samstags (19.30 Uhr) beim AC Auerbach. Auch eine Woche später müssen die KSK-Ringer zwei Mal innerhalb von 24 Stunden 'ran: Samstags (29. Oktober, 19.30 Uhr) zu Hause gegen die RWG Mömbris/Königshofen, Sonntags (30. Oktober, 11 Uhr) beim einzig verbliebenen NRW-Rivalen KSV Witten. Dafür haben sie dann zwischen dem 19. November (in Rostock) und dem 10. Dezember (in Kleinostheim) drei Wochen Pause. Und zwischen ihren Heimkämpfen Nummer vier (5. November gegen Meisterschaftsfavorit Luckenwalder SC) und fünf (17. Dezember gegen Auerbach) präsentieren sie sich gar sechs Wochen lang nicht ihrem heimischen Publikum.

"Optimal ist das alles nicht, ich weiß", stöhnt Kahlenberg, "aber da müssen wir durch." Als "Entschädigung" verspricht er den Neusser Fans "packende Kämpfe, denn wir haben uns gut verstärkt und unsere Schwachstellen ausgemerzt." Und als "Entschädigung" verspricht er ihnen die Zugabe in Form einer erneuten Teilnahme an der Play-off-Runde, der zweiten in der Vereinsgeschichte: "Ich bin optimistisch, dass wir das schaffen, wenn nichts Außergewöhnliches passiert."

Selbst für den Fall kleinerer Verletzungsausfälle sollte der KSK gewappnet sein, denn inklusive der Nachwuchsleute wie Mimoun Touba (17), Ilyas Özdemir (18) oder den Efremov-Brüdern (18 und 19) und inklusive von in Ehren ergrauten Reservisten wie Walentin Birk (32), Erich Marjalke (37) oder Nicola Abbrescia (40) umfasst der Kader stolze 28 Namen. "Da muss schon eine Epidemie über uns hereinbrechen, ehe wir in einer Gewichtsklasse mal keinen Kämpfer stellen können", sagt Kahlenberg.

Der als "optimale Besetzung" der Hinrunde folgende Mannschaftsliste nennt: 55 kg (Freistil) Afis Dzawadow; 60 kg (griechisch-römisch) Sergiy Skrypka; 66 kg (F) Michele Luizzi oder Zsolt Bankuti; 74 kg (F) Georgios Tsiolas, (G) Mihail Petrov Ganev; 84 kg (F) Salvatore Rinella, (G) Max Schwindt; 96 kg (F) Mohsen Rasool-Zadeh; 120 kg (G) Jackson Vaillant Cantero. In der Rückrunde wird dann wie folgt umgestellt: 55 kg (G) Skrypka; 60 kg (F) Dzawadow; 66 kg (G) Sylwester Charzewski; 74 kg (G) Ganev, (F) Tsiolas; 84 kg (G) Schwindt, (F) Rinella; 96 kg (G) Vaillant oder Björn Holk; 120 kg (F) Francesco Miano-Petta.

Diese Formation wird zwar nicht immer, soll aber "so oft wie möglich" auflaufen, kündigt Kahlenberg an. Und das aus gutem Grund, denn er glaubt: "Der Kampf um die drei Play-off-Plätze wird hart." Drei, denn der erste scheint an den Luckenwalder SC schon vergeben: "Die sind nicht nur im Norden eine Klasse für sich.

Die sind für mich auch Favorit auf den Deutschen Meistertitel", hält der KSK-Chef die Brandenburger sogar für stärker als Abonnement-Titelträger VfK Schifferstadt. Hinter Luckenwalde streiten sich Neuss, Witten, Auerbach und Mömbris/Königshofen um die Plätze zwei bis vier, die zum Einzug in die Play-off-Runde berechtigen, während Rostock, Kleinostheim und Franfurt/Eisenhüttenstadt den Absteiger ausringen. "Aber die sind alle nicht zu unterschätzen und für die eine oder andere Überraschung gut", warnt Kahlenberg.

(NGZ)
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