Eliteschule des Sport in Dormagen Handballtalent als Eliteschüler geehrt

Dormagen · Jan Schmidt ist in seiner Sportart beim TSV Bayer Dormagen mächtig durchgestartet, aber auch schulisch und charakterlich hat er einiges zu bieten. Deswegen fiel die Wahl bei der erstmals vergebenen Auszeichnung auf ihn.

Jan Schmidt ist bei den Handballern des TSV Bayer Dormagen mächtig durchgestartet. Jetzt wurde er als Eliteschüler des Jahres ausgezeichnet.

Jan Schmidt ist bei den Handballern des TSV Bayer Dormagen mächtig durchgestartet. Jetzt wurde er als Eliteschüler des Jahres ausgezeichnet.

Foto: Heinz J. Zaunbrecher

Dass am Donnerstagvormittag um 10 Uhr in der Mensa der Bertha-von-Suttner-Gesamtschule (BvS) rund 40 Schüler und Schülerinnen zusammensaßen und sich angeregt unterhielten, während einige Erwachsene daneben standen und es ihnen gleichtaten, hatte einen guten Grund. Die BvS hatte zu einer Premiere eingeladen. Erstmals seit die Schule im vergangenen Jahr mit dem Norbert-Gymnasium Knechtsteden (NGK) eine Kooperation eingegangen ist und beide zusammen das Prädikat „Eliteschule des Sports“ verliehen bekamen, wurde der Titel „Eliteschüler des Jahres“ vergeben. Die Wahl fiel auf BvS-Schüler Jan Schmidt, der im vergangenen Jahr bei den Handballern des TSV Bayer Dormagen mächtig durchgestartet ist. Doch nicht alleine seine sportlichen Qualitäten waren ausschlaggebend, auch mit seinen schulischen Leistungen und seiner sozialen Kompetenz konnte er kräftig punkten.

Und das ist eben auch entscheidend. Denn an den bundesweit 43 Eliteschulen des Sports geht es jedes Jahr darum, ein Talent auszuzeichnen, das neben den besonderen Fähigkeiten in seiner Disziplin auch mit seiner Persönlichkeit überzeugen kann und somit als Vorbild für seine Mitschüler taugt. Dass das bei Jan Schmidt, der am 17. März sein 19. Lebensjahr vollendet, der Fall ist, daran ließ Ulrich Rehmes als BvS-Sportkoordinator in seinen einleitenden Worten keine Zweifel aufkommen. Von Freunden, Bekannten, Betreuern und Trainer aus seinem direkten Umfeld werde Schmidt als ehrgeizig und leistungsorientiert, aber stets höflich und freundlich beschrieben. Als der knapp zwei Meter große und über 100 Kilogramm schwere Hüne nach vorne trat, um etwas über sich zu erzählen und später von den Vertretern der Sparkassen-Finanzgruppe, die zusammen mit dem Deutschen Olympischen Sportbund hinter der Auszeichnung steht, geehrt zu werden, offenbarte er noch einen weiteren positiven Charakterzug: Bescheidenheit.

Obwohl er in der Jugend mit Deutschland 2022 schon den Titel beim European Youth Olympics Festival gewann, voriges Jahr bei der U19-WM Fünfter wurde, als Zweitliga-Stammspieler beim TSV auf dem besten Weg in den Profihandball ist und daneben noch mit einem aktuellen Notenschnitt von 1,8 an seinem Abitur bastelt, macht er davon kein großes Aufhebens. Ganz unaufgeregt und in aller Ruhe erzählte der gebürtige Troisdorfer davon, wie er sich 2019 zusammen mit seinem Zwillingsbruder Max dazu entschied, statt beim VfL Gummersbach beim TSV Bayer Dormagen anzuheuern, auch wegen der Vorteile, die das Sportinternat Knechtsteden bietet. Tobias Langner, inzwischen Internatsleiter, erzählte, dass er sich noch gut daran erinnern könne, als er das erste Mal von den Schmidt-Brüdern hörte. „Damals hieß es: ,Die Twin Towers kommen nach Dormagen‘. Und tatsächlich standen dann zwei große, starke Jungs vor mir“, sagte Langner, „dann hat es natürlich eine Zeit gedauert, bis sich Jan eingelebt hat. Aber er hat schnell mentale Stärk gezeigt, was sicher zusammen mit seinem sportlichen Talent zu seinem Erfolg geführt hat.“

Was den sportlichen Teil anbelangt, da ist Björn Barthel als Handball-Geschäftsführer des TSV Bayer Dormagen ganz besonders nah dran. Klar, dass er heilfroh ist, dass Jan Schmidt sich für den Handballstandort am Höhenberg entschieden hat. Für ihn ist neben Fleiß, Disziplin und Motivation noch eine weitere Eigenschaft entscheidend für den sportlichen Erfolg von Jan Schmidt. „Du zeigst auch die nötige Demut, weil Du weißt, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, so ein Talent in die Wiege gelegt bekommen zu haben“, meinte Barthel, der hervorhob, dass Jan Schmidt trotz seiner jungen Jahre schon entscheidende Positionen bekleidet. Als Kreisläufer versucht er vorne Lücken zu reißen und hinten bekommt er es im Innenblock mit den ausgebufftesten Profis der Zweitliga-Konkurrenten zu tun.

 Gute Laune bei der Auszeichung: (v.l.) NGK-Schulleiter Johannes Gillrath, Internatsleiter Tobias Langner, Jan Schmidt, BvS-Schulleiterin Andrea Hurtz sowie von der Sparkasse Mathias Opgen-Rhein und Sebastian Prell.

Gute Laune bei der Auszeichung: (v.l.) NGK-Schulleiter Johannes Gillrath, Internatsleiter Tobias Langner, Jan Schmidt, BvS-Schulleiterin Andrea Hurtz sowie von der Sparkasse Mathias Opgen-Rhein und Sebastian Prell.

Foto: Georg Salzburg (salz)

Der Verein setzt so große Hoffnungen in ihn, dass er schon vor längerer Zeit mit einem Profivertrag ausgestattet wurde. Dementsprechend will sich Jan Schmidt, wenn er in ein paar Monaten das Abitur in der Tasche hat und aus dem Internat ausgezogen ist, zunächst mal auf den Handball konzentrieren. „Nebenher studieren werde ich dann sicher auch irgendwann“, meinte Schmidt, nahm später seine Auszeichnung entgegen und posierte geduldig für ein paar Fotos. Dann mischte er sich wieder unter seine Mitschüler, ganz so, als wäre er nichts Besonderes.

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