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Handballer des TSV Bayer fahren mit bösen Erinnerungen nach Eisenach

Handball : TSV will die drei letzten Spiele nur genießen

Aber im Hinspiel gegen Eisenach verletzte sich Dormagens Torhüter Martin Juzbasic übel am Finger und fiel nach zwei Operationen für Monate aus.

Eigentlich ist es für ein Saisonfazit noch etwas zu früh, schließlich stehen für den TSV Bayer Dormagen in der 2. Handball-Bundesliga bis zum 26. Juni noch drei Spiele auf dem Programm. Doch vor der schwierigen Partie am Samstag (Anwurf 19.30 Uhr) beim ThSV Eisenach erlaubt sich Trainer Dusko Bilanovic trotzdem schon mal einen kurzen Rückblick auf das bislang Geleistete: „Wir haben das beste Ergebnis seit dem Abstieg 2011 aus der Bundesliga erreicht. Darauf bin ich sehr stolz.“ Und wenn der Trainer zufrieden ist, geht es auch den Spielern gut, zumal der 50-Jährige, noch beseelt vom 34:24-Kantersieg vor etwas mehr als einer Woche über Rimpar entspannt ankündigt: „Jetzt wollen wir die letzten drei Spiele genießen.“ Das gelte ganz besonders für die Akteure, die den Höhenberg verlassen werden. Spielern wie Benni Richter, Sven Bartmann im Tor, aber mehr noch Carlos Iliopoulos und dem zurück aus einer Verletzung kommenden Pascal Noll verspricht er vermehrte Einsatzzeiten. Ein Freifahrtschein ist das freilich nicht. „Ich gucke schon auf das Ergebnis“, mahnt der Coach.  

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Das machte in Eisenach am Mittwoch auch Manager René Witte. Und was der 43-Jährige, bis 2018 über sieben Jahre als Trainer und Manager in Neuss tätig, da sah, schlug ihm schwer aufs Gemüt. Nach der verheerenden 23:33-Heimniederlage gegen den TV Großwallstadt war er sich mit Trainer Markus Murfuni einig: „Wir glaubten uns einen Schritt weiter.“ Beide entschuldigten sich bei den 600 Zuschauern in der Werner-Aßmann-Halle, die ihre Mannschaft von Beginn lautstark unterstützt hatten. Die maue Leistung ist umso unerklärlicher, hatten die Thüringer am Wochenende zuvor doch bei der SG BBM Bietigheim einen 35:32-Erfolg gefeiert. „So darf man in Eisenach einfach nicht spielen. Ich nehme die Niederlage auf meine Kappe“, sagte Witte auf der anschließenden Pressekonferenz und fügte auf Nachfrage noch hinzu:  „Vielleicht habe ich der Mannschaft einen Tag zu viel freigegeben.“

Wie dem auch sei, für Bilanovic macht die böse Heimpleite des Gegners die Aufgabe für seine Schützlinge nicht unbedingt einfacher. Ganz im Gegenteil: „Gegen uns geben die jetzt richtig Gas.“ Und trotz des 29:27-Sieges haben die TSV-Handballer auch an das Hinspiel keine allzu guten Erinnerungen: Schon in der fünften Minute hatte sich Torwart Martin Juzbasic bei einem Horrorunfall ein Glied am linken Mittelfinger abgerissen und war danach für Monate ausgefallen. Der 33-Jährige ist am Samstag in Eisenach dabei. Verletzt fehlen wird dagegen der junge Lucas Rehfus.

Noch erschwert wurde die Vorbereitung der Dormagener durch die erste Hitzewelle des Jahres in Deutschland. „Auch im Sportcenter ist es richtig heiß“, sagt der Coach, der die Abschlusseinheiten darum leicht verkürzte und seinen schwitzenden Jungs außerdem viele Trinkpausen gönnte. Der mit Hin- und Rückfahrt rund 650 Kilometer lange Eisenach-Trip beginnt für den TSV am Samstag um 13 Uhr. Nach dem Schlusspfiff geht es zügig zurück an den Rhein.

Für das Team von der Wartburg endet die Saison mit der Partie gegen Dormagen. Nach 14 Siegen, 18 Niederlagen und einem Unentschieden ist ein einstelliger Tabellenrang nicht mehr zu  erreichen. Ade sagen: Andrej Obranovic und Kristian Volar, Armend Alaj scheidet ebenfalls aus, bleibt dem Klub aber als Stand-by-Spieler und Mitglied des Vereins in der Thüringen-Liga erhalten. Auch Keeper Andreas Fehr kehrt zur 2. Mannschaft zurück.