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Handballer des TSV Bayer Dormagen in der Unternehmerrolle

Leistungssport und Beruf verbinden : Dormagener Handballer in der Unternehmerrolle

Patrick Hüter ist Kapitän des Zweitligisten Bayer Dormagen, doch er will schon jetzt für die Zeit nach der Sportkarriere vorbauen und hat eine Firma gegründet. Bei einem neuen Projekt unterstützen ihn die Partner für Sport und Bildung.

Bei der Sportstiftung NRW wird von einer Zwillingskarriere gesprochen, ganz oft taucht aber auch die Wortkombination Duale Karriere auf. Gemeint ist dasselbe, nämlich die Vereinbarkeit einer Leistungssportlaufbahn mit Schule, Ausbildung und Beruf. Und genau wie die Sportstiftung NRW hat es sich ein Zusammenschluss von Unternehmen und Institutionen aus dem Rhein-Kreis Neuss, die Partner für Sport und Bildung (PSB), zum Ziel gesetzt, ambitionierte Athleten (und deren Vereine) eben nicht nur finanziell zu unterstützen, sondern ihre Möglichkeiten und Netzwerke auch dafür zu nutzen, um den jungen Menschen schon frühzeitig eine Perspektive für die Zeit nach ihrer sportlichen Karriere zu schaffen. Wie das aussehen kann, zeigt das Beispiel von Patrick Hüter, der in der laufenden Saison mit den Handballern des TSV Bayer Dormagen in der 2. Bundesliga eine sehr gute Saison spielt. Zusammen mit den PSB hat er die Aktion „Testen – Schützen – Fördern!“ auf den Weg gebracht.

Der gebürtige Neusser ist wie sein jüngerer Bruder Ian, der sein Mannschaftskamerad ist, ein Musterbeispiel dafür, wie aus Talent und Einsatzbereitschaft durch konsequente und kontinuierliche Förderung in verschiedenen Bereichen der Sprung in den Leistungssport gelingen kann. Nach dem Wechsel vom Neusser HV zum TSV Bayer Dormagen durchlief er alle Jugendmannschaften und schaffte schließlich den Sprung in die Profi-Mannschaft. Patrick und Ian Hüter sind inzwischen auch Nationalspieler der USA, dem Heimatland ihrer Mutter, und wären im Januar bei dem WM in Ägypten dabei gewesen, wenn mehrere Corona-Fälle im Team nicht einen Strich durch die Rechnung gemacht hätten.

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Klar, dass Sport auf diesem Niveau sehr zeitintensiv ist. Doch für Patrick Hüter war es keine Frage, dass er sich nach seinem Bachelorstudium in Betriebswirtschafstlehre neben Trainingseinheiten und Meisterschaftsspielen noch ein Betätigungsfeld sucht, wo er praktische Erfahrung sammeln kann. So gründete er zusammen mit TSV-Mannschaftsbetreuer Axel Schoenen die Firma Pataxe im Bereich Kleingewerbe, um Geschäftsideen schnell umsetzen zu können. So eine Idee ist ihm jetzt gekommen, als er sah, wie viel im Neusser Labor seines Vaters Jochen während der Corona-Pandemie zu tun ist. Mit Pataxe sind er und sein Partner in das Geschäft mit Antigen-Schnelltests und FFP2-Masken einsteigen. Dass es angesichts der großen Konkurrenz dafür schon ein bisschen spät sein könnte, ficht Hüter nicht an. „Mir geht es in erster Linie darum, Erfahrungen für die Zukunft zu sammeln. Mein Opa war und mein Vater ist selbständig. Mein Ziel ist es, mir auch etwas aufzubauen“, erklärt Hüter, „ich glaube aber auch, dass uns das Thema Corona noch eine ganze Zeit begleiten wird.“

Als Hüter mit seiner Idee bei PSB-Geschäftsführer Ingo Frieske vorstellig wurde, stieß er auf offene Ohren. „Schließlich ist es eines unserer Ziele, Sportler frühzeitig beim Berufseinstieg zu unterstützen“, betont Frieske. Gemeinsam entwickelten sie die Aktion „Testen – Schützen – Förden!“. Frieske unterstützt Pataxe in Sachen Marketing und Werbung, zudem kommen die Firmen im Netzwerk der PSB als mögliche Kunden ins Spiel. Schließlich müssen Betriebe ihren Beschäftigten zwei Testangebote pro Woche machen. Allerdings können auch Privatkunden bei Pataxe einkaufen. Der Charme an der Aktion: Für die Unterstützung durch die PSB wird Pataxe im Gegenzug 20 Prozent des Gewinns, der über das PSB-Netzwerk verkauften Produkte, für die Förderung des Nachwuchs- und Spitzensports im Rhein-Kreis Neuss zur Verfügung stellen.

„Wir unterstützen den Sportler und die Käufer zahlen nicht mehr als bei anderen Anbietern und tun noch etwas für die regionale Sportförderung. Das ist eine klassische Win-win-Situation“, sagt Ingo Frieske. Ein erster Verkaufserfolg kann auch schon vermeldet werden. Die Neusser Agentur Blue Moon, die bei der Aktion ihre Expertise in den Bereichen Kreation, PR-Arbeit und Digital eingebracht hat, hat sich als erster Kunde aus dem PSB-Netzwerk für ihre Mitarbeiter mit Schnelltests von Pataxe eingedeckt. Geht es nach Hüter und Frieske, sollen noch viele folgen.