Handball: Vikings stellen sich an der Spitze neu auf

Handball: René Witte verlässt die Rhein Vikings

Handball-Zweitligist HC Rhein Vikings ist auf der Suche nach einem neuen Geschäftsführer. Der soll hauptamtlich tätig sein und heißt nicht René Witte. Auch Thomas Koblenzer scheidet aus.

Beim von den Vereinen Neusser HV und ART Düsseldorf getragenen Handball-Zweitligisten ist die Ära der beiden Geschäftsführer Thomas Koblenzer und René Witte zu Ende. Stefan Hölzel übernimmt die Aufgaben „Marketing und Öffentlichkeitsarbeit“. Ein zukünftig hauptamtlich tätiger Geschäftsführer wird noch gesucht.

René Witte war schon in der Oberliga an Bord und führte den Neusser HV 2013 als Trainer in die 3. Liga. „Ohne ihn wäre der bisherige Erfolg nicht möglich gewesen“, sagt Thomas Koblenzer, der „das Projekt HC Rhein Vikings vor fünf Jahren noch unter dem Namen Neusser HV/nhv1 als Geschäftsführer ehrenamtlich übernommen“ hatte. Dass beide nun gleichzeitig ihren Hut nehmen, ist darum fast logisch.

Allerdings gibt Koblenzer beim beim inzwischen in der 2. Bundesliga angekommenen Kooperationsklub aus Neuss und Düsseldorf nur seinen Posten ab. „Er bleibt den Vikings als Sponsor und Promoter – im bisherigen Umfang – und als stiller Gesellschafter erhalten, zieht sich aber aus dem operativen Geschäft zurück“, erklärt Stefan Hölzel. Der 31-Jährige, in der vergangenen Saison noch mit der Zweitvertretung als HSG Neuss/Düsseldorf in der Regionalliga Nordrhein im Einsatz, steht im Moment an der Spitze der Spielbetrieb- und Marketing GmbH. Ein hauptamtlicher Job auf Zeit. „Ich habe das Glück, dass ich mir meine Arbeitszeit nach Priorität einteilen kann“, sagt der gebürtige Nordhesse, der als Geschäftsführer in einer Gesellschaft Koblenzer ein enger Vertrauter des Honorarprofessor an der Universität Siegen ist. Der ehemalige Marketingleiter der PSD Bank Rhein-Ruhr soll danach ausschließlich die Bereiche Marketing und Öffentlichkeitsarbeit abdecken. Unterstützt wird er dabei unter anderem vom bislang in Diensten des TSV Bayer Dormagen stehenden Arno Lucaßen.

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René Witte sehe, so Hölzel, „seine Zukunft Vollzeit im Sportbereich. Diese Stelle konnten wir ihm hier zurzeit nicht anbieten, das passt nicht zur Struktur eines Zweitligisten.“ Zudem, ergänzt NHV-Boss Volker Staufert, der als Vorsitzender des Aufsichtsratsrats unmittelbar in die Suche nach einem hauptamtlichen Geschäftsführer eingebunden ist („Wir sind da schon relativ weit.“), fehle ihm die fachliche Kompetenz, um diesen Posten alleine auszufüllen. Und Koblenzer ergänzt: „Ein Verein mit dem Volumen eines mittelständisches Unternehmens stellt ein anderes Anforderungsprofil an eine Führungsposition. Wir haben René Witte die Leiterfunktion Sport angeboten, als Teilzeitjob, etwas anderes wäre nicht darstellbar gewesen.“ Witte bestreitet sein grundsätzliches Interesse an dem neuen Posten bei den Vikings nicht („Das hätte man sicher machen können.“), möchte aber unbedingt festgehalten wissen, „dass ich hier über sieben Jahre ein super Projekt betreuen durfte. Wir haben in dieser Zeit aus einem No-Name-Oberligisten eine professionellen Verein  gemacht, den in Deutschland mittlerweile jeder kennt.“ Allerdings sei die Energie irgendwann auch mal verbraucht. „Wir haben hier immer am Limit gearbeitet – und ich glaube, es macht Sinn, gemeinsam mit Thomas Koblenzer aufzuhören. Ich lege jetzt erstmal eine Pause ein.“

Die Neuausrichtung der Vikings an der Spitze ist für Koblenzer unabdingbar: „Die gewachsenen Anforderungen an das Profihandballgeschäft sind nicht mehr mit meinen sonstigen beruflichen Verpflichtungen und meinen bisherigen ehrenamtlichen Tätigkeiten als Geschäftsführer in Einklang zu bringen. Ich habe nullkommanull Zeit. Ich schaffe es ja noch nicht mal zu den Heimspielen und bin kaum noch in der Lage, öffentliche Termine wahrzunehmen. Die Vikings brauchen jetzt einen profunden Repräsentanten, der auch da ist.“ Zudem intensivieren die Vikings mit der Einrichtung eines Teilinternats mit zunächst sechs Plätzen und der Anstellung eines Jugendkoordinators ihre Nachwuchsarbeit. Darum freut sich Staufert, „dass uns die Sportstadt Düsseldorf insbesondere im Bereich des Aufbaus eines Jugend-Leistungshandballs tatkräftig unterstützt. Unsere Bemühungen innerhalb der HSG Neuss/Düsseldorf werden nachhaltig dem Profisport zugute kommen.“

Ob der dann noch irgendetwas mit Neuss zu tun hat, ist allerdings längst nicht sicher. Koblenzers klare Ansage: „In Verhandlungen mit potentiellen Sponsoren aus Düsseldorf ist das schon ein Thema, dass wir Neuss an der Backe haben. Volker Staufert ist da sehr bemüht, aber wenn da nicht irgendwann mal eine Initiative kommt, dann ist man bei der Fragestellung: Was verbindet uns eigentlich noch mit Neuss?“