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Handball: TSV Bayer Dormagen verliert in der Sauna Werner-Aßmann-Halle

Handball : TSV verliert in der „Sauna“ Werner-Aßmann-Halle

Bei geradezu tropischer Hitze zieht der Handball-Zweitligist aus Dormagen in Eisenach knapp mit 23:24 den Kürzeren. Weiter geht es bereits am Mittwoch.

Die mittlerweile in den Rang einer (Handball-)Kultstätte erhobene Werner-Aßmann-Halle am Fuße der Wartburg ist für Gäste, die dem heimischen ThSV Eisenach als Kontrahent begegnen, selten ein besonders freundlicher Ort. Und obwohl am Samstag wegen der Corona-Pandemie statt der ursprünglich erlaubten 3140 nur 654 Zuschauer rein durften, geriet der sportliche Trip nach Thüringen auch für den Zweitligisten TSV Bayer Dormagen zur Qual – und das lag gar nicht mal so sehr an der 23:24-Niederlage (Halbzeit 14:13).

Die hatte Trainer Dusko Bilanovic im Grunde schon vor der mehrstündigen Rückfahrt verarbeitet: „Die Jungs haben toll gekämpft, aber wenn du in der zweiten Halbzeit nur noch neun Tore wirfst, kannst du nicht gewinnen.“ Was die Partie – für beide Teams – so schrecklich unangenehm machte, war die von der Saharaluft gespeiste Hitzewelle. „Es war wie in einer Sauna“, stöhnte Bilanovic. Die tropischen Temperaturen forcierten insgesamt 33 technische Fehler. Viele davon „vielleicht auch der Hitze geschuldet“, befand Eisenachs bis 2018 in Diensten des Neusser HV und der Rhein Vikings stehender Manager René Witte. „Der Ball war extrem nass.“

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Trotzdem hatte der TSV das Match lange ganz gut im Griff, lag bis zur 35. Minute (16:14) mit bis zu zwei Toren vorne. Einen Vorsprung, den die Dormagener mit einem André Meuser in Angriffslaune möglicherweise ins Ziel gebracht hätten. Doch der 23-Jährige, bis zur 24. Minute (12:12) aus dem rechten Rückraum für fünf Treffer verantwortlich, verabschiedete sich kurz vor der Halbzeitpause mental aus der Partie: Von Adrian Wöhler unglücklich im Gesicht getroffen, hielt er den Schiedsrichtern demonstrativ seine blutige Lippe entgegen. Die reagierten nicht, dafür aber das Publikum, das den der Schauspielerei bezichtigten 2,07-Meter-Mann fortan bei jedem Ballkontakt auspfiff. „Und das hat Wirkung gezeigt“, räumte Bilanovic ein. „Nach dieser Szene hat er im Angriff keine gute Aktion mehr gehabt.“ Trotz seines Ratschlags, „ich habe ihm gesagt, ‘mache drei Tore, dann ist Ruhe’“, ging Meuser in der zweiten Hälfte komplett leer aus. Sein Coach hakte diesen vor allem psychischen Durchhänger unter dem Punkt „Erfahrung sammeln“ ab: „Mausi ist noch jung, er wird lernen, daraus zusätzliche Motivation zu ziehen.“ Die Schuld für die unnötige Niederlage lud er nicht auf den Schultern seines in dieser Saison oftmals überragenden Schützen ab, denn auch die Torhüter Martin Juzbasic und Sven Bartmann kamen gemeinsam nur auf acht Paraden und schnitten damit im Vergleich zum für Eisenach tätigen Österreicher Thomas Eichberger, für den alleine zwölf gehaltene Bälle zu Buche standen, ungewöhnlich schlecht ab. Zu diesem gebrauchten Tag passte, dass das junge Schiedsrichtergespann Konrad Gimmler/Jannik Rips (Irxleben/Magdeburg) den Dormagenern beim Rückstand von 23:24 nach einem Foul am abschlussbereiten Kreisläufer Patrick Hüter nicht die ihnen eigentlich zustehenden drei Sekunden für den letzten Angriff gewährte, sondern lediglich einen direkten Freiwurf. Mit dem blieb Meuser im dichten Abwehrblock hängen.

Bereits am Mittwoch ist der TSV wieder im Einsatz, tritt zum Nachholspiel beim TuS Ferndorf an (Anwurf 18.30 Uhr). Im Saisonfinale am Samstag gegen den HC Elbflorenz (18 Uhr!) gelten dann im Sportcenter die drei „G‘s“. Wer geimpft, genesen oder getestet ist und dies am Eingang nachweisen kann, kommt mit seinem Online-Ticket rein.