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Handball: TSV Bayer Dormagen spielt beim Schlusslicht Fürstenfeldbruck

Handball : Was heißt hier Schlusslicht!

Obwohl der TuS Fürstenfeldbruck Tabellenletzter der 2. Handball-Bundesliga ist, rät Trainer Dusko Bilanovic vor dem Gastspiel des TSV Bayer Dormagen in Oberbayern dringend davon ab, den Neuling auf die leichte Schulter zu nehmen.  

Negative Corona-Tests vorausgesetzt, besteigen die Zweitliga-Handballer des TSV Bayer Dormagen am Freitag schon kurz nach dem Mittagstraining den Bus Richtung München. „Das zeigt, wie ernst wir diesen Gegner nehmen“, sagt Trainer Dusko Bilanovic vor dem Gastspiel am Samstagabend (Anwurf 19.30 Uhr) beim Neuling TuS Fürstenfeldbruck. Die Fahrt endet jedoch nicht an der kleinen Wittelsbacher-Halle an der Amper, sondern schon gut anderthalb Stunden vorher. Weil das im Vorfeld gebuchte Hotel geschlossen ist und Übernachtungen in Oberbayern während der Corona-Pandemie ohnehin ein Problem sind, bezieht der TSV nun eine Herberge im benachbarten Baden-Württemberg.

Die rund sechseinhalbstündige Anreise erst am Spieltag anzutreten, war für Bilanovic keine Option.  Denn zum einen gehe es für sein seit fünf Partien ungeschlagenes Team zum „Letzten der Tabelle, der nichts zu verlieren hat, aber bis zum Umfallen kämpfen wird. Schlimmer geht es nicht!“ Zum anderen hält er große Stücke auf den Aufsteiger und seine „extrem offensive Abwehr. Die haben Dresden geschlagen und viele Spiele nur knapp verloren.“ Weil er über die Truppe seines Kollegen Martin Wild zu wenig wusste, hat sich der Serbe mehr als üblich dem Videostudium gewidmet. Stark beeindruckt hat ihn dabei die mehr als bittere 26:27-Niederlage beim HSV Hamburg, „der am Schluss einfach Glück hatte.“ Dreh- und Angelpunkt der Truppe sei Mittelmann Falk Kolodziej. „Er bestimmt im Angriff den Takt, spielt dabei gerne Bodenpässe an den Kreis, steht aber auch in der Abwehr stabil.“ Der Rest der Mannschaft komme vor allem über den Willen. Den Gegner aufgrund seiner miesen Tabellenposition zu unterschätzen, wäre für ihn darum fatal. „Das hatten wir in der letzten Saison schon mal gegen Krefeld. Wir haben da verloren und waren die Dümmsten  der Liga!“

Gegen die auf Attacke setzende Verteidigung der Gastgeber hätte er gerne Julian Köster dabei gehabt. „Er wäre gerade in diesem Spiel mit seiner Schnelligkeit und seinem Durchsetzungsvermögen Gold wert gewesen.“ Doch der 20-Jährige fällt seit Wochen ebenso verletzt aus  wie Carlos Iliopoulos und Torhüter Sven Bartmann. Im Kasten, wo Matthias Broy aus der Oberliga-Vertretung weiter die Aushilfe gibt, gefiel Martin Juzbasic in den beiden vergangenen Partien als Alleinunterhalter. Dabei war der 32 Jahre alte Routinier eigentlich verpflichtet worden, um auf hohem Niveau einzuspringen, wenn es bei Bartmann mal hakt. Die herausragenden Leistungen des vom Drittligisten HSG Bieberau-Modau geholten Kroaten haben seinen Coach zwar nicht wirklich überrascht, dennoch stellt sich ihm die Frage, „wie lange er auf diesem Niveau spielen kann?“

So sehr er sich die Rückkehr der verletzten Akteure auch wünscht, steht für Bilanovic fest: „Wer verletzt ist, spielt auf keinen Fall.“

Daran ändern auch Auftritte wie zuletzt beim sehr faden 23:23-Unentschieden gegen den TV Großwallstadt nichts. Wobei sich das Ergebnis mittlerweile relativiert hat, fertigte der Ex-Meister doch am Mittwoch im Nachholspiel die SG BBM Bietigheim mit  28:17 ab. Für Bilanovic nur die logische Folge eines Kurswechsels bei den Unterfranken: „Das ist nicht mehr die Mannschaft, die gegen den Abstieg spielt. In Großwallstadt hat man verstanden, dass man Geld in die Hand nehmen muss – mit der Verpflichtung von Savvas Savvas ist das jetzt ein Hammer-Team.“