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Handball: TSV Bayer Dormagen schlägt die HSG Konstanz mit 31:25.

Handball : TSV überrollt Konstanz mit Blitzstart

Auf dem Weg zum ersten Heimsieg der Saison zieht der Handball-Zweitligist aus Dormagen bis zur siebten Minute auf 7:1 davon. Beim 31:25-Erfolg setzt Trainer Dusko Bilanovic in Rehfus, Blum und Ludorf drei erst 17-Jährige Spieler ein.   

Eigentlich hätten die Schiedsrichter Christopher Hillebrand und Stefan Umbescheidt das Spiel im coronabedingt fast leeren Sportcenter schon nach 6:42 Minuten abpfeifen können. Da nämlich hatte Joshua Reuland die Handballer des TSV Bayer Dormagen auf dem Weg zu ihrem ergreifend ungefährdeten 31:25-Heimsieg (Halbzeit 15:10) über die HSG Konstanz gerade mit 7:1 (!) in Führung geworfen.

Der für eine Partie der so leistungsstarken Zweiten Bundesliga recht ungewöhnliche Zwischenstand löste bei den Trainern naturgemäß höchst unterschiedliche Reaktionen aus. Daniel Eblen, Cheftrainer der unterlegenen Gäste, machte aus seiner Verärgerung gar keinen Hehl: „Dormagen musste uns gar nicht schlagen. Wie schon gegen den TuS N-Lübbecke konnten wir nicht zeigen, dass wir Zweitliga-Niveau haben. Wir machen zwölf, 13 technische Fehler – zehn der 31 Gegentore resultieren aus Tempogegenstößen.“ Sein für den TSV verantwortlicher Kollege Dusko Bilanovic wollte das Ergebnis allerdings nicht alleine an den Unzulänglichkeiten des Kontrahenten festgemacht wissen. „Wir haben dafür gesorgt, dass der Gegner Fehler macht. Wir haben Konstanz von Anfang an vernichtet!“

Nach der aus seiner Sicht verheerenden Anfangsphase, der Eblen beim Spielstand von 0:4 auch mit einer bereits nach 2:07 Minuten genommenen Auszeit keinen günstigeren Verlauf zu bescheren vermochte, gab es vielleicht zwei Momente, in der die Partie hätte kippen können: Kurz vor dem Seitenwechsel hätte Rechtsaußen Matthias Hild ein Zwischenhoch der Gäste mit dem Treffer zum 11:13 (29.) krönen können, scheiterte aber an Martin Juzbasic (15 Paraden für eine Quote von 41 Prozent), der sich mit Michael Haßferter (19 Paraden) im HSG-Gehäuse  ein packendes Duell um die Torhüter-Krone lieferte. Im Gegenzug erhöhte der starke Ian Hüter (sieben Tore) auf 14:10 für die Hausherren. Kurz darauf fand auch Markus Dangers, der in der ersten Hälfte seine von Bilanovic bereitwillig eingeräumten Freiheiten am Kreis („Wir wollten vor allem aus dem Rückraum nichts zulassen.“) zu insgesamt neun Toren nutzte, in Juzbasic – auf der Linie wegen der im Abschlusstraining erlittenen Verletzung von Sven Bartmann (Bänderriss) als Alleinunterhalter gefordert – seinen Meister. Daraufhin brachte Reuland den TSV mit der Schlusssirene wieder auf fünf Tore (15:10) nach vorne.

Dabei zog sich der Linksaußen eine leichte Blessur am Handgelenk zu. Dass ihn Bilanovic nach dem Seitenwechsel vorsichtshalber auf der Bank ließ, obwohl neben Bartmann ja auch Carlos Iliopoulos (Muskelzerrung), Ante Grbavac und Julian Köster fehlten, zeugt vom  Selbstbewusstsein der Mannschaft, die auf die ärgerliche 21:24-Startpleite gegen den Dessau-Roßlauer HV jetzt 7:1-Punkte in Folge gepackt hat. Den Gästen, für die Eblen auf der rund 550 Kilometer langen Rückfahrt sicher noch wertvolle Tipps auf Lager hatte („Wir müssen langsam mal den Arsch hochkriegen!“), fehlten im Angriff schlichtweg die Waffen, um ernsthaft für Trouble zu sorgen. Der Ex-Korschenbroicher Tom Wolf mühte sich auf der Mittelposition zwar nach Kräften, war aber auch für einige Ballverluste verantwortlich. Mehr als eine zarte Annäherung (20:25/53.) war so auch in Hälfte zwei nicht mehr möglich.

Die Gastgeber, bei denen aus dem Rückraum vor allem Ian Hüter und nach der Pause auch Benni Richter für Dominanz sorgten, setzten derweil konsequent auf den Nachwuchs: So bekam Tim Mast (19) als Ersatz für Joshua Reuland seine Chance, die er mutig beim Schopfe packte: Seine drei Würfe landeten allesamt im Netz. In die Torschützenliste trugen sich zudem die 17-jährigen Matthis Blum und Lucas Rehfus ein. Und kurz vor Schluss gab der gleichaltrige Benjamin Ludorf seine Zweitliga-Premiere im Tor des TSV. Für Richter der verdiente Lohn für harte Arbeit. „Denn die Jungs helfen uns sehr, sorgen im Training für ein hohes Niveau.“

Da das für Sonntag in Aue vorgesehene Spiel wegen eines positiven Befunds beim Gegner bereits abgesagt ist, freut sich Bilanovic jetzt auf ein spielfreies Wochenende. „Das ist perfekt, die Jungs können sich ein wenig ausruhen.“ In der Liga sind die Bayer-Handballer erst wieder am 28. November im Einsatz. Dann kommt im Ex-Meister TV Großwallstadt das Schlusslicht nach Dormagen. Gelegenheit also, sich vom gerade erst eroberten sechsten Platz weiter nach vorne zu schieben. Die Vorgabe des Trainers steht: „Ich will jedes Spiel gewinnen!“