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Handball: TSV Bayer Dormagen reist mit frischen Kräften an die Elbe

Handball : TSV reist mit frischen Kräften an die Elbe

Vor dem Spiel beim HC Elbflorenz verpflichtet der Handball-Zweitligist Christian Ole Simonsen (Leipzig) und Linus Skroblien (Stralsund).

Um seine Jungs auf das am Mittwochabend (Anwurf 19.30 Uhr) anstehende Spiel der 2. Handball-Bundesliga beim HC Elbflorenz einzustimmen, könnte es sich Dusko Bilanovic, Trainer des TSV Bayer Dormagen, ganz leicht machen. Die beiden vergangenen Partien der Dresdner reichten aus, um die Güteklasse der Schützlinge von Trainer Rico Göde sichtbar zu machen: Am Freitag beendeten die Sachsen mit ihrem per Siebenmeter besiegelten Last-Minute-Erfolg (29:28) bei der SG BBM Bietigheim die Siegesserie (8:0 Punkte) der wehrhaften Schwaben. Sechs Tage zuvor hing zum Restart nach der Handball-WM in Ägypten Tabellenführer HSV Hamburg schon am Haken der Elbstädter, zitterte sich aber noch zu einem 27:26-Sieg. Und damit auch wirklich jeder seiner Spieler den Ernst der Lage erkennt, stellt der Coach kurz und knapp fest: „Das ist eine sehr gute Mannschaft.“

In die heiße Phase ging das Duell für die seit fünf Partien ungeschlagenen Dormagener mit dem nur einen Pluspunkt schlechteren Tabellennachbarn im Grunde genommen schon am Dienstagmittag mit der Abfahrt nach Leipzig. Dort, fast genau hundert Kilometer von Dresden entfernt, verbrachte der kleine Tross aus dem Rheinland die Nacht. Der bestand wegen der Corona-Pandemie, aber auch, um Geld zu sparen, nur aus 16 Köpfen. Nicht dabei ist nach seiner ungewollten Horror-Show am Freitag im Heimspiel gegen Eisenach, als ihm das vordere Glied des linken Mittelfingers abriss, natürlich Torhüter Martin Juzbasic. Dafür rückt der schon in der vergangenen Woche verpflichtete, aber ursprünglich erst für die nächste Saison eingeplante Christian Ole Simonsen in den aktiven Kader. Der 20-Jährige, dritter Torwart des Bundesligisten SC DHfK Leipzig, trainierte am Montag das erste Mal mit seinem neuen Team. Und nach nur zwei Trainingseinheiten in Dormagen stellt ihm Bilanovic ein ordentliches Zwischenzeugnis aus: „Er macht einen guten Eindruck.“

Möglicherweise gibt er schon in Dresden seinen Einstand im TSV-Trikot. Der nach langer Verletzung gerade erst wieder aufs Feld zurückgekehrte Sven Bartmann ist natürlich die Nummer 1 im Kasten. Aber „wenn er Probleme bekommt oder eine Pause braucht“, ist Bilanovic bereit, den 2,03 Meter großen und 103 Kilogramm schweren Youngster ins kalte Wasser zu werfen. „Er ist sehr präsent, bringt das Talent und den Körper mit, um sich durchzusetzen.“ Zu Hause bleibt neben dem immer noch angeschlagenen Ante Grbavac (Leistenprobleme), der erst in zwei Wochen so weit sein soll, zudem der junge Fynn Johannmeyer, denn in André Meuser, Carlos Iliopoulos, Jakub Sterba und Jan Reimer sind an der Elbe „nur“ vier Linkshänder am Start.

Die Gastgeber schätzt der Dormagener Coach als „sehr aggressiven“ Kontrahenten, bestückt mit durchaus bemerkenswertem Personal: Allen voran Sebastian Greß, beim Sieg in Bietigheim aus dem Rückraum für sieben Treffer gut. Auf Bilanovic’ Radar taucht auch der Litauer Mindaugas Dumcius auf. Gegen Bietigheim überzeugte zudem der nach überstandener Verletzung zurückgekehrte Spielmacher Ivar Stavast. Den hatten die Hausherren offensichtlich nicht so ganz auf der Rechnung gehabt. Der Niederländer erzielte fünf Tore, so viele wie bislang in der gesamten Saison. Als starker Rückhalt auf der Linie gilt der erfahrene Mario Huhnstock.

Für das erste Heimspiel seit mehr als sechs Wochen hat sich der HC Elbflorenz trotz der leeren Ränge einiges vorgenommen. So wird der tschechische Linksaußen Marek Vanco auf der Homepage der Sachsen zitiert: „Dormagen ist ein Gegner, der bisher viele gute Ergebnisse erzielt hat. Da kommt am Mittwoch eine Menge Qualität nach Dresden. Wir schauen aber vor allem auf uns. Wir freuen uns jetzt auch mal wieder auf ein Heimspiel und wollen nach dem Erfolg in Bietigheim den Heimsieg. Wir wollen diese zwei Punkte holen.“ In der 2. Liga gab es bislang drei direkte Duelle: In Dresden gewann Dormagen als Aufsteiger in der Saison 2018/19 mit 24:23, das Rückspiel am Höhenberg ging mit 24:25 verloren. In der wegen Corona abgebrochenen Spielzeit 2019/20 gab es nur eine Partie, die gewann der TSV daheim mit 27:24.