Handball: TSV Bayer Dormagen feiert In Dresden zweiten Sieg in Folge.

Handball : TSV spielt nicht gut – aber erfolgreich

Dank einer überragenden Leistung von Sven Bartmann im Tor feiert der Handball-Zweitligist aus Dormagen einen im Kampf um den Klassenverbleib enorm wertvollen 24:23-Auswärtssieg beim direkten Konkurrenten HC Elbflorenz.

Manchmal ist jede Analyse überflüssig. Nach dem 24:23-Erfolg (11:9) des TSV Bayer am Freitag im Kellerduell mit dem HC Elbflorenz stellte Dormagens Rückraum-Shooter Lukas Stutzke mit Blick auf die Leistung von Sven Bartmann im Tor drastisch, aber treffend fest: „Er hat uns den Ar... gerettet!“

Und damit wäre der im Kampf um den Klassenverbleib extrem hilfreiche zweite Sieg in Folge eigentlich schon abgehakt. Denn was der 31 Jahre alte Industriemechaniker im Kasten der Gäste den 1630 Zuschauern in der BallsportARENA Dresden anbot, war schlichtweg ein Traum: Der 1,87 Meter große Routinier kam am Ende auf 20 gehaltene Bälle und wehrte zudem vier Strafwürfe ab. Damit stach er sogar seinen ebenfalls bärenstarken Kollegen Mario Huhnstock im Gehäuse der Sachsen aus und verdiente sich ein fettes Lob von TSV-Trainer Ulli Kriebel: „Das war eindeutig die beste Torwartleistung in dieser Saison.“ Und noch wichtiger: Bartmann war immer dann zur Stelle, wenn ihn sein Team am dringendsten brauchte: Vor allem in den beiden letzten Spielminuten: Nach Carl Löfströms Treffer zum 24:23 (57.) – der siebte und letzte Streich des kräftigen Kreisläufers aus Göteborg – parierte er zweimal großartig. Bereits zwischen der 46. und 48. Minute hatte er mit drei abgewehrten Bällen verhindert, dass die Hausherren nach Julius Dierbergs Tor zum 19:17 vielleicht schon vorentscheidend auf drei Treffer davonziehen konnten.

In der dramatischen Schlussphase half Bartmann beim Wurf von Gabriel de Santis zunächst der Pfosten – und als die Jungs von der Elbe bei angezeigtem Zeitspiel mit dem letzten Pass 25 Sekunden vor dem Ende Norman Flödl am Kreis freispielten, machte er mit seiner 20. Parade an diesem Abend sein Meisterstück.

Bei aller Freude über den so (überlebens-)wichtigen Auswärtssieg versäumte es Kriebel nicht, die Leistung seiner Schützlinge einzuordnen. „Das war sicher kein gutes Spiel von uns“, räumte er ein, fügte indes sofort an: „Wenn man so zwei Punkte mit nach Hause nimmt, dann kann ich damit gut leben. Wir haben schließlich auch schon genug Spiele nach guten Leistungen von uns unglücklich verloren.“ Seinem Kollegen Christian Pöhler, dessen Mannschaft  Rückraumspieler Marc Pechstein (krank) an allen Ecken und Enden fehlte, blieb dagegen nichts als Frust. Sein Fazit: „Diese Niederlage haben wir uns allein selbst zuzuschreiben. Nach den Siegen gegen Hüttenberg und die Vikings haben wir uns vielleicht schon wieder zu sicher gefühlt.“ Und mit Blick aufs Statistikbrett, das zur Halbzeitpause bereits 16 Fehlwürfe – davon drei vom Siebenmeterpunkt – auswies, fügte er verärgert an: „Wir haben von Anfang an nicht die nötige Spannung aufgebaut, hatten in der ersten Halbzeit schon eine katastrophale Wurfquote.“ Bezeichnend: Bis zum ersten Treffer durch Nils Kretschmer, der in der 43. Minute seine dritte Zeitstrafe und damit die Rote Karte kassierte, benötigten die Gastgeber, die nach 23 Minuten erst fünf Tote auf dem Konto hatten, 3:39 Minuten. Der TSV, mit halbwegs solider Vorstellung im Positionsangriff und Vorteilen im Tempospiel, musste sogar 4:44 Minuten warten, bis Löfström, der von der HC-Abwehr am Kreis nie zu kontrollieren war und fortan alle seine sieben Versuche nutzte, zum 1:1 traf.

Am Samstag (19.30 Uhr) will Dormagen im heimischen TSV Bayer Sportcenter nun gegen den Tabellennachbarn Dessau-Roßlauer HV nachlegen. „Das wird ähnlich schwer wie gegen Elbflorenz“, vermutet Kriebel jedoch. Darum setzt er auf die Unterstützung der Fans, die vor dem Anpfiff der erste Dormagener „Teddy Bear Toss“, bei dem zur Unterstützung wohltätiger Einrichtungen wie der „Dormagener Tafel“ Teddybären und Plüschtiere aufs Spielfeld geworfen werden, unterhalten soll.