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Handball: Starke Serie des TSV Bayer Dormagen endet in Dresden

handball : Starke Serie des TSV endet in Dresden

Im (offiziell) letzten Spiel der Hinrunde kassierte der zuvor fünf Mal in Folge ungeschlagen gebliebene Handball-Zweitligist Bayer Dormagen in einer temporeichen Partie beim Tabellennachbarn HC Elbflorenz eine 30:34-Niederlage.

Allzu viel Schlaf genehmigte sich Dusko Bilanovic nach der mit einer 30:34-Schlappe (Halbzeit 14:18) abgeschlossenen Dienstfahrt des von ihm trainierten Handball-Zweitligisten TSV Bayer Dormagen zum HC Elbflorenz nicht. Erst gegen 5 Uhr im Bett, gönnte sich der Serbe noch am Morgen das Halbfinale der Australian Open, in dem sein Landsmann Novak Djokovic den russischen Qualifikanten Aslan Karazew in drei Sätzen mit 6:3, 6:4, 6:2 vom Tenniscourt fegte.

Die Erinnerung an die Partie in der wegen des Lockdowns fast leeren Ballsport-Arena Dresden blieb ihm jedoch im Kopf. Und weil Niederlagen für ihn nun mal die Höchststrafe sind („Verlieren ist Scheiße!“), hatte er die erste Nullnummer seit dem 26:32 am 15. Dezember beim Spitzenreiter HSV Hamburg schon ausgiebig seziert. Vor allem der Auftritt seiner Truppe in der ersten Hälfte war so gar nicht nach seinem Geschmack gewesen. „Zu viele technische Fehler – und in der Abwehr haben wir nicht richtig zugepackt.“ Erschwert wurde die Arbeit vor beiden Toren freilich durch das irre Tempo. „Papp! Popp! Hin und her! Das ging fast zu wie beim Tennis“, brachte der Coach die Dynamik des Aufeinandertreffens der Tabellennachbarn auf den Punkt. Trotzdem war er mit der Defensivleistung unzufrieden: „34 Gegentore, so viele wie noch nie in dieser Saison, sind einfach zu viel.“

Die Hauptschuld sah er jedoch nicht bei seinem Schlussmann Sven Bartmann, obwohl er das Torhüterduell mit Mario Huhnstock klar verloren habe. „Er war nicht so präsent, wie er sein sollte. Um Spiele zu gewinnen, brauchen wir zweistellige Werte bei den Paraden. Er hatte nur sieben. Aber das lag auch an seinen Vorderleuten.“ Beim Rückstand von 9:12 in der 20. Minute schickte er darum den gerade erst aus Lepzig gekommenen Christian Ole Simonsen zwischen die Pfosten. Dass der 20-Jährige beim Debüt im TSV-Trikot nach nur zwei Trainingseinheiten noch nicht die Sterne vom Himmel spielte, nahm ihm Bilanovic nicht übel. „Man kann von ihm keine Wunder erwarten. Er ist jung, hat viel Talent und wird seinen Weg bei uns machen, wenn er vernünftig trainiert.“ Noch auf der Bank blieb dagegen der erstmal nur bis Ende der Saison verpflichtete Linus Skroblien. Weil auf der Position des Spielmachers die Abstimmung mit den Teamkollegen das A und O ist, will ihm der Trainer Zeit zur Eingewöhnung geben. „Wir haben ihn nach Dresden mitgenommen, damit er ein Gefühl für die Abläufe und seine neue Mannschaft bekommt.“

So sehr ihm die Vorstellung vor der Halbzeitpause missfiel, so sehr war er mit der Leistungssteigerung nach dem Seitenwechsel zufrieden. „Da haben die Jungs teilweise richtig gut gespielt, sich nie aufgegeben und gekämpft wie die Löwen. Nicht umsonst endete die zweite Hälfte 16:16-Unentschieden.“

Und an einem besonderen Abend wäre sogar noch die Wende möglich gewesen: Mit dem in Unterzahl erzielten Treffer zum 20:22 (43.) krönte Toni Juric eine 3:0-Serie seit dem 17:22 in der 40. Minute. Plötzlich war der TSV, der zwischenzeitlich mit 11:17 (27.) und 12:18 (28.) ins Hintertreffen geraten war, wieder dran. Dann jedoch kassierten die Gäste wegen eines vermeintlichen Wechselfehlers eine ihrer Meinung nach unberechtigte Zeitstrafe, die die Hausherren als Initialzündung nutzten, um über 24:20 (43.) diesmal entscheidend auf 27:21 (49.) davonzuziehen. Unverdient war das indes nicht, bescheinigte ihnen doch selbst Bilanovic mit Könnern wie Sebastian Greß, Mindaugas Dumcius und Lukas Wucherpfennig (alle 6) eine fast schon bewundernswerte Konsequenz im Torabschluss. „Und man sollte nicht vergessen, dass sie davor schon die Bietigheimer Siegesserie gestoppt hatten.“

Lob, das HC-Coach Rico Göde umgehend zurückgab: „Ich muss meinem Trainerkollegen wirklich ein Kompliment machen, denn der TSV spielt einen sehr, sehr guten Handball. Wir haben uns schon vorher sehr auf diese Begegnung gefreut. Vor allem in der ersten Halbzeit hat es Spaß gemacht, das Spiel von draußen zu sehen.“