Handball: Rhein Vikings stellen zum zweite Mal Insolvenzantrag

Handball : Rhein Vikings stellen wieder Insolvenzantrag

Aufgrund der wirtschaftliche Situation setzt der Handball-Drittligist den Spielbetrieb nicht fort. Aus für die HSG Neuss/Düsseldorf.

Jetzt also doch. Am Mittwochnachmittag bestätigte Martin Eggert, erst am 15. November als Nachfolger des auf eigenen Wunsch ausgeschiedenen Daniel Pankofer als Geschäftsführer eingesprungen, auch schriftlich, dass „die HC Rhein Vikings UG, als wirtschaftlicher Träger des Spielbetriebs der 1. Herren der HSG Neuss/Düsseldorf in der 3. Liga, beim Insolvenzgericht Düsseldorf den Eigenantrag auf Insolvenz stellen wird.“

Die Konsequenzen Der Spielbetrieb der Rhein Vikings in der 3. Liga, in der die von Jörg Bohrmann (war am Mittwoch für eine Stellungnahme nicht zu erreichen) trainierte Mannschaft nach 18 Spielen mit einem positiven Punkteverhältnis (19:17) Platz neun belegt, wird nicht fortgesetzt. Dies gilt auch für die HSG Neuss/Düsseldorf am Ende der laufenden Saison. Die Ehe mit der ehemaligen Handball-Abteilung des ART Düsseldorf war bereits zum 30. Juni 2019 geschieden worden. An die Stelle des ART trat damals der Rhein Vikings e.V. mit Sitz in Düsseldorf. Eggert will jedoch unbedingt festgehalten wissen, „dass sich die Insolvenz in keinster Weise auf den Lizenzträger, also den Neusser HV auswirkt.“

Die zweite Insolvenz Bereits am 11. Februar 2019 hatte der Klub bekanntgegeben, dass die Geschäftsführung der Rhein Vikings Spielbetriebs- und Marketing GmbH vorsorglich aufgrund zu erwartender Liquiditätsmängel Insolvenz anmelden müsse. Das Verfahren war am 1. April eröffnet worden. Besser wurde es aber auch nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga nicht. Rückblickend räumt Eggert ein: „Wir können aus den letzten Jahren und der Abhängigkeit von Einzelpersonen nur lernen, dass wir bei aller Begeisterung für den Leistungshandball in Dritter und Zweiter Liga grundlegende Dinge versäumt und Fehler gemacht haben.“

Wie geht es weiter mit dem Leistungshandball? Martin Eggert, „bis zur Beerdigung der Rhein Vikings“ noch Geschäftsführer der haftungsbeschränkten UG und Vorsitzender des Neusser HV, ist gerade dabei, frustriert oder verärgert ausgeschiedene Ehrenamtler wieder für den Verein zu begeistern, denn daran lässt er keinen Zweifel: „Ich weiß noch nicht genau, in welcher Liga, aber wir wollen eine Seniorenmannschaft auch weiterhin im Leistungshandball spielen lassen – und zwar als Neusser HV.“ Die Sportliche Leitung soll Josip Jurisic übernehmen, der den ältesten Nachwuchs im Frühjahr in die Jugend-Bundesliga geführt hatte, wo der NHV in Kooperation mit dem Rhein Vikings e.V. und der DJK Adler Königshof – mit freilich überschaubarem Erfolg – spielt. Auch diese auf eine Spielzeit beschränkte Zusammenarbeit endet mit der Saison 2019/2020, „die Aktiven kehren zurück in den Jugend- und Seniorenbereich des NHV“, sagt Eggert.

Und die Handball-Frauen?  Die einst ans Tor zur 2. Bundesliga klopfenden Handballerinnen aus Neuss belegen in der Oberliga mit 2:22 Punkten den letzten Platz. Eggert sieht indes positive Ansätze: „Unter der Leitung von Cheftrainer Bernd Mettler haben sich die Damen zu einem eingeschworenen Team entwickelt, stellen sich als schwungvolle und motivierte Truppe dar. Einige Spielerinnen, die uns im Vorjahr verlassen haben, sitzen jetzt wieder regelmäßig auf der Tribüne. Ich bin guter Hoffnung, dass sie zur Mannschaft zurückkehren werden.“

Was wird eigentlich aus dem Quirinus-Cup? Auch die Zukunft des internationalen Jugendturniers, das in diesem Jahr in seine 38. Auflage geht, liegt dem als Chef-Organisator zuständigen Eggert am Herzen. Darum versichert er: „Wir möchten mit unseren Gästen vom 29. bis zum 31. Mai ein unbeschwertes Handball-Fest feiern.“ Wie alle ins Auge gefassten Aktivitäten packt er das Turnier unter diesen griffigen Slogan: „Back to the roots! Rückbesinnung auf unsere Wurzeln. Ich sehe das Aus der Vikings vor allem als Chance für den Neusser HV.“