Handball Regionalliga TV Korschenbroich gegen SG Ratingen

Handball : Das Duell zweier Handball-Welten

Handball-Regionalligist TV Korschenbroich tritt am Mittwochabend zum Nachholspiel beim arg gerupften Aufstiegsfavoriten SG Ratingen an.

Eigentlich ist es nur ein Nachholspiel, das am Mittwochabend um 20.15 Uhr in der Sporthalle Ratingen-West angepfiffen wird. Eigentlich ist es ein Duell der Tabellennachbarn, denn die SG Ratingen (3.) und den TV Korschenbroich (5.) trennen nur zwei Tabellenplätze und vier Punkte voneinander.

Und trotzdem ist es ein Duell zweier Handball-Welten. Während die Gäste nach drei Siegen in Folge, darunter gegen die Spitzenteams TuS Opladen und TSV Bonn, auf gutem Weg sind, ihr selbst gesetztes Saisonziel – ein Platz unter den ersten Fünf – zu erreichen, hinken die Ratinger ihrem Ziel weit hinterher. Trotz Trainerwechsel – Ace Jonovski übernahm Anfang des Jahres als Spielertrainer für den Ex-Korschenbroicher Khalid Khan – und zweier prominenter Wintertransfers – Alexander Oelze und Thomas Bahn kamen vom insolventen Zweitligisten HC Rhein Vikings – trennen den selbst ernannten Aufstiegsanwärter nach der 22:23-Niederlage im Spitzenspiel am Samstag gegen den MTV Dinslaken drei Punkte vom ersten Tabellenplatz. Und nur der führt in die Dritte Liga.

Den größten Unterschied aber offenbart ein Blick auf den Kader: Die vier ältesten Spieler der Ratinger – Alexander Oelze (35) und die drei makedonischen Nationalspieler Filip Lazarov (33), Ace Jonovski (38) und Petre Angelov (41) – sind zusammen 147 Jahre alt. Genau so viele Jahre haben die sieben (!) jüngsten Spieler des TV Korschenbroich auf dem Buckel. Selbst die vier erfahrensten TVK-Akteure – Viktor Fütterer (32), Tim Christall (31), Simon Förster (29) und Philip Schneider (29) – sind zusammen 26 Jahre jünger als das SG-Quartett.

Was das für die heutige Partie bedeutet, ist klar: Der TVK tritt als krasser Außenseiter an. Zumal Ratingens Geschäftsführer Bastian Schlierkamp sagt: „Ich erwarte eine deutliche Reaktion aller Beteiligten.“ Chancenlos sind die Gäste aber bestimmt nicht: „Wir machen unseren Job und bei uns funktioniert die Mannschaft,“ sagt Trainer Dirk Wolf – was beim Star-Ensemble von der anderen Rheinseite wohl nicht immer der Fall ist. „So eine Mannschaft muss sich erst finden,“ glaubt Wolf. Wofür die Ratinger freilich schon 17 Spiele Zeit hatten.

Jetzt bleiben ihnen noch neun, um Aufsteiger MTV Dinslaken vom Thron zu stoßen. Und der Druck wird zunehmen, wenn, wie in der Handball-Szene kolportiert wird, die SG Ratingen nach deren Ausstieg bei den Rhein Vikings nun von der „Sportstadt Düsseldorf“ unterstützt wird. Die möchte nämlich unbedingt einen Drittligisten etablieren – als Unterbau für ihren neuen Kooperationspartner Bergischer HC, dessen eigene Reserve nur in der Oberliga spielt.

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