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Handball: Kein Glück für Kentin Mahé in der Champions League

Handball : Kein Glück für Kentin Mahé in der Champions League

Im Final4-Turnier in Köln unterliegt der ehemalige Dormagener mit Telekom Veszprém sowohl dem THW Kiel (Halbfinale) als auch Paris St. Germain (Spiel um Platz drei).

Schon vier Mal, 2002, 2015, 2016 und 2019, stand der ungarische Meister Telekom Veszprém im Finale der Champions League, dem wichtigsten Wettbewerb im europäischen Vereinshandball, doch die Trophäe hat der Kézilabda Club vom Balaton (Plattensee) noch nie gewonnen. Und dabei bleibt es, daran vermochte auch der seit 2018 in Ungarn spielende Dormagener Kentin Mahé nichts zu ändern. Beim Final-Four-Turnier in der wegen Corona fast leeren Kölnarena unterlag er mit seinem Team am Montag in einem dramatischen Halbfinale dem späteren Titelträger THW Kiel mit 35:36 nach Verlängerung. Der 29-Jährige erzielte dabei vier Treffer, davon drei per Siebenmeter. Auch im kleinen Finale am Tag darauf setzte es für Veszprém gegen Paris St. Germain eine 26:31-Niederlage. Danach resümierte Mahé (2 Tore) enttäuscht: „Es ist schade, dass wir verloren haben. Jeder tritt beim Final4 an, um die Trophäe zu erringen. Normalerweise sind 5000 unserer Fans hier. Wir wollten ihnen etwas bieten, aber das ist uns nicht gelungen. Es war wirklich ein schräges Spiel. Wir hatten offenbar am Ende zu wenig Luft.“ Der französische Weltmeister von 2015 und 2017 war als Neunjähriger mit seiner Familie nach Dormagen, wo sein Vater, die französische Handball-Legende Pascal Mahé, als Spieler beim damaligen Erstligisten TSV Bayer angeheuert hatte, gekommen. Er durchlief sämtliche Jugendmannschaften des TSV und lief bereits als 17-Jähriger im damaligen Erstliga-Team des DHC Rheinland auf. Nach dessen erster Insolvenz wechselte er 2011 zum VfL Gummersbach, der HSV Hamburg (2013 bis 2015) und die SG Flensburg-Handewitt (2015 bis 2018) waren die weiteren Stationen des Rückraumspielers, der am Norbert-Gymnasium Knechtsteden sein Abitur machte. Im Podcast „Kreis Ab“ hatte er zu Beginn des Monats im Gespräch mit Moderator Sascha Staat auf seine „Achterbahnfahrt“ in Ungarn zurückgeblickt – auf seine schwere Knieverletzung, die vielen Wochen in Quarantäne sowie die nur schwer zu ertragende Zeit ohne seine mit dem zweiten gemeinsamen Kind schwangere Frau Franziska und das im April 2018 zur Welt gekommene Töchterchen Vida. Wohin ihn sein Weg im Sommer nach dann drei Jahren in Veszprém führen wird, ließ er noch offen, aber er könne sich schon vorstellen, nach Deutschland oder Frankreich zurückzukehren. „Es muss irgendwo sein, wo die Lebensqualität außerhalb des Spielfeldes mehr gegeben ist, wo wir anderen Input bekommen, uns sozial engagieren und mit den Einheimischen interagieren können.“ Obwohl er die Erfahrung in Ungarn aus sportlicher Sicht extrem schätze, sei es an der Zeit, „wieder etwas Neues zu entdecken“, möglicherweise auch in Portugal oder Dänemark. „Ich werde 30 Jahre alt, fühle mich aber gut und der Performance-Gedanke steht weiter im Vordergrund. Es muss insgesamt für mich und meine Familie passen, ich will aber weiter Champions League spielen.“