Handball: Jetzt ist der TV Korschenbroich am Zug

Handball : Jetzt ist der TV Korschenbroich am Zug

Will der Handball-Regionalligist im Rennen um Platz fünf bleiben, muss ein Heimsieg gegen den TV Rheinbach her.

Dirk Wolf, Trainer der in der Regionalliga Nordrhein spielenden Handballer des TV Korschenbroich, könnte sich die Sache sehr einfach machen. Um das Blut seine Jungs vor dem Heimspiel am Samstag (19.30 Uhr, Waldsporthalle) gegen den TV Rheinbach so richtig in Wallung zu bringen, sollte es wahrscheinlich reichen, ihnen die Ergebnisse der vergangenen vier Partien unter die Nase zu reiben: Ja sicher, da gab es den 33:32-Sieg über TuSEM Essen II, aber eben auch Niederlagen gegen die HSG Siebengebirge (26:29), den TV Aldekerk (30:32) und den HC Wölfe Nordrhein (27:28), die allesamt nicht unbedingt zur Elite der Liga gehören.

Und genau da liegt der Hund begraben. „Wenn wir gegen Mannschaften aus der oberen Tabellenplätze spielen, zeigen wir gute Leistungen“, hat Wolf längst erkannt. „Aber im Abstiegskampf wird auch viel über den Kampf entschieden. Und da hält meine Mannschaft nicht gut dagegen, da vermisse ich den Willen auf der Platte.“ Insofern kommt Rheinbach zur falschen Zeit in die Waldsporthalle, stecken die Schützlinge von Trainer Karsten Bohmann-Hesse, der zur neuen Saison Platz macht für Dietmar Schwolow (kehrt nach 15-monatiger Pause auf die Trainerbank der 1. Mannschaft zurück) und Jan Hammann (hört wegen einer Achillessehnenverletzung als Spieler in Rheinbach auf), doch mittendrin im schönsten Abstiegsschlamassel. Als Tabellenelfter trennen den TVR nur drei Punkte vom HC Wölfe Nordrhein auf dem ersten Abstiegsplatz.

Das Hinspiel gewann der TVK zwar deutlich mit 29:23, doch in Erinnerung geblieben sind vor allem die Probleme in der Anfangsphase der Partie (2:4/6.), aus der Sascha Wistuba und David Biskamp schließlich jeweils mit neun Treffern gingen. Genau diesen Willen, einen Gegner machtvoll zu bekämpfen, möchte Wolf sehen. Und der Sportliche Leiter Klaus Weyerbrock weiß, dass seine Schützlinge das drauf haben: „Die Mannschaft hat in Rheinbach Charakter bewiesen, als sie sich wieder zurück ins Spiel kämpfte und Tor um Tor davonzog. Und diese Einstellungen werden wir jetzt im Heimspiel wieder benötigen.“ Die Alternative fände er weniger schön: Nach dem bärenstarken Start ins Sportjahr sei die Mannschaft nämlich gerade dabei, ihre „hervorragende Position auf den letzten Metern noch zu verspielen“, mahnt der Coach und erinnert alle noch mal an das Saisonziel: Platz fünf.

Auf dem befindet sich der in der vergangenen Spielzeit unter Trainer Ronny Rogawska (hat sich mit der HSG Krefeld gerade als Westdeutscher Meister für die Relegationsspiele um den Aufstieg in die Zweite Bundesliga qualifiziert) aus der 3. Liga abgestiegene TVK aktuell, freilich nur, weil auch Verfolger TSV Bonn rrh. am vergangenen Wochenende patzte (21:31-Pleite in Ratingen). Das Team aus der ehemaligen Bundeshauptstadt sitzt den Korschenbroichern aber ebenso weiterhin hart im Nacken wie der BTB Aachen (ein Punkt, aber auch ein Match weniger), bei dem der ehemalige Zweitligist am vorletzten Spieltag (27. April) antritt.