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Handball: Im Angriff passt es nicht beim TSV Bayer Dormagen in Hamm.

Handball : Im Angriff passt es nicht beim TSV

Beim 23:28 in Hamm leistet sich der Handball-Zweiligist aus Dormagen zu viele Fehler und vergibt Chancen en masse.

Eine Viertelstunde vor Schluss hätte Alex Rubino Fernandez in einem wenig ansehnlichen Match der 2. Handball-Bundesliga gegen den TSV Bayer Dormagen für den ASV Hamm-Westfalen schon alles klarmachen können: Doch der junge Spanier scheiterte an Torwart Christian Ole Simonsen – statt 22:16 hieß es nach zwei verwandelten Siebenmetern von Benni Richter wenig später nur noch 21:18. Damit waren die Gäste urplötzlich wieder mittendrin ein einem Duell, das sie eigentlich schon verloren hatten.

Okay, am Ende setzte es für den TSV mit 23:28 (Halbzeit 11:15) tatsächlich die zehnte Niederlage in dieser so speziellen Saison, doch die wäre mit etwas mehr Geschick im Abschluss locker zu vermeiden gewesen. Nämlich dann, „wenn wir nur drei oder vier unserer 100-prozentigen Chancen genutzt hätten“, befand Trainer Dusko Bilanovic, dem natürlich auch die 14 technischen Fehler sauer aufstießen.

Exemplarisch lenkte der Serbe den Blick auf die hochspannende Schlussphase der Partie: Nach seiner Auszeit beim 21:23 (52. Minute) zimmerte Benni Breuer, der nicht nur fünf Strafwürfe souverän ins Netz zirkelte, sondern mit sieben Feldtoren auch zum besten Werfer der Partie acvancierte, den Ball übers Gestänge (53.), bediente dann jedoch in Überzahl Ian Hüter per Kempa-Anspiel zum 22:23 (54.). Gerrit Genz markierte in Unterzahl das 24:22 für Hamm (54.) – und der ehemalige Dormagener sorgte nach einem Pfostentreffer von Jakub Sterba (55.) sowie einem weiteren technischen Fehler der Gäste im nächsten Angriff mit dem 25:22 (56.) auch wieder für einen Drei-Tore-Vorsprung der Hausherren. „Wenn uns da der Ausgleich gelungen wäre, hast du ein anderes Spiel“, haderte Bilanovic. Ein Punktgewinn wäre sicher in Ordnung gegangen. Zwar stellte ASV-Coach Michael Lerscht durchaus zu Recht fest, „der Deckel hätte früher drauf sein können“, doch traten die Dormagener einmal mehr unter erschwerten personellen Bedingungen an: Als Kreisläufer Patrick Hüter mit einer Bänderverletzung am ohnehin anfälligen Sprunggelenk raus musste, fehlten dem TSV in ihm, André Meuser (Halbrechts), Alexander Senden (Halblinks), Joschua Reuland (Linksaußen) und Martin Juzbasic (Tor) gleich fünf Akteure, die im Normalfall zur Startformation gehören. Da im rechten Rückraum in Carlos Iliopoulos (Bänderriss) auch die Zweitbesetzung draußen blieb, musste dort in Richter ein Rechtshänder einspringen.

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Immerhin: Entwarnung gab es für Aron Seesing, der nach einem Foul von Jan Brosch (sah nach drei Zeitstrafen die Rote Karte) noch auf dem Spielfeld behandelt wurde und mit Schmerzen in der Schulter zur Bank zurückschlich, später aber wieder eingesetzt werden konnte. Der 18-Jährige ist von Bundestrainer Martin Heuberger zusammen mit Rechtsaußen Lennart Leitz für den nächsten Lehrgang der Junioren-Nationalmannschaft in Warendorf nominiert worden.

Sicher, auch die von Corona gebeutelten Gastgeber mussten in ihrem ersten Pflichtspiel nach dreieinhalb Wochen Zwangspause auf sieben verletzte und aus Vorsichtsgründen pausierende Stammkräfte verzichten, doch die erste Sieben der zu Saisonbeginn als Aufstiegskandidat gehandelten Westfalen sei mit Ausnahme des Rechtsaußens und des ersten Torwarts komplett gewesen, stellte Bilanovic fest. „Leute wie Gerrit Genz, Fabian Huesmann, Jan Brosch, Marian Orlowski oder auch Mertens Krings haben alle gespielt.“ Und im Hammer Kasten ging Jan Wesemann mit dem Prädikat „Matchwinner“ in den Feierabend. Satte 14 Paraden (40 Prozent gehaltene Bälle) standen nach 60 Spielminuten für den 22-Jährigen zu Buche – damit wehrte er doppelt so viele Würfe ab wie seine in der Westpress arena für den TSV tätigen Kollegen Sven Bartmann (5) und Christian Simonsen (2) zusammen.

Weil sich seine Schützlinge mit zwei Punkten belohnten, ging Lerscht trotz unterdurchschnittlicher Darbietung mit einem guten Gefühl aus der Halle. „Das war heute eine ganz starke Kollektivleistung“, lobte der Trainer des ASV. Ihm imponierte vor allem der Einsatzwille und die Bereitschaft seiner Jungs in einer „schwierigen Situation“. Schließlich hätten nicht nur viele Stammspieler gefehlt, auch der Restkader habe erst wenige Trainingseinheiten zusammen absolviert.