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Handball-Fans des TSV Bayer Dormagen dürfen zurück in die Halle

Handball : TSV-Fans dürfen endlich zurück in die Halle

Acht Monaten musste der Handball-Zweitligist aus Dormagen auf sein treues Publikum verzichten. Das ändert sich am Freitag gegen Rimpar.

Es sind oft die kleinen Momente, die glücklich machen. Als während der Trainingseinheit am Dienstag die Tribünen im Sportcenter einer Grundreinigung unterzogen wurden, hielten die Spieler des Handball-Zweitligisten TSV Bayer Dormagen für einen kurzen Augenblick inne. „Das gab uns ein gutes Gefühl“, sagte Trainer Dusko Bilanovic, markierten die Routinearbeiten doch „die Rückkehr ins normale Leben.“ Denn die neue Coronaschutzverordnung erlaubt am Freitag (Anwurf 19.30 Uhr) wieder knapp 1000 Zuschauer im Heimspiel gegen die DJK Rimpar Wölfe.

Der letzte und bislang einzige Auftritt vor heimischem Publikum liegt mehr als acht Monate zurück: Am 2. Oktober unterlag der TSV zum Saisonauftakt – schon unter Corona-Bedingungen – vor 429 Zuschauern dem Dessau-Roßlauer HV mit 21:24. In den folgenden 15 Auftritten am Höhenberg mussten Patrick Hüter & Co. auf ihre Fans verzichten. Kein Wunder also, dass sich das aktive Personal in Dormagen wie Bolle auf das Match gegen die Wölfe freut. Lautstarke Unterstützung von den Rängen könnte helfen, die Mannschaft aus dem kleinen Tief herauszuholen. Seit dem so überzeugenden und mit dem Sprung auf Platz vier belohnten 32:27-Sieg am 21. Mai beim VfL Lübeck-Schwartau geht bei den Rheinländern nämlich gar nichts mehr, setzte es drei Niederlagen in Folge. Das schlägt natürlich auch Bilanovic aufs Gemüt, wenngleich ihn die Negativserie nicht überrascht. „Ich verstehe meine Jungs.“

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Und er erklärt: „Nach dem Lübeck-Spiel waren wir erst um 4 Uhr am Morgen zurück in Dormagen und drei Tage später haben wir in Großwallstadt gespielt.“ Zeit, den Akku nach der 27:35-Pleite wieder aufzuladen, blieb keine, schließlich stand wiederum nur drei Tage darauf das Heimspiel gegen den mit aller Macht um den Klassenverbleib kämpfenden Wilhelmshavener HV auf dem stressigen Programm. Den Frust vom 25:27 nahm das Team dann mit nach Gummersbach, wo der TSV mit 25:35 unter die Räder kam. Und das in personell wieder deutlich besserer Ausstattung. „Aber André Meuser hatte zwei Monate verletzt ausgesetzt, Alexander Senden sechs Wochen – da kannst du nicht erwarten, dass sie sofort wieder Topleistungen bringen“, wirbt der Coach um Verständnis. „Du brauchst einfach zwei, drei Spiele, um zur Normalform zurückzufinden.“ Dazu gingen stark beanspruchte Akteure wie Mittelmann Ian Hüter auf dem Zahnfleisch, ächzten die sowohl bei den Profis als auch bei den um den DM-Titel spielenden A-Junioren unverzichtbaren Youngster Aaron Seesing und Christian Wilhelm unter der Doppelbelastung. „Außerdem kriegen die Jungs gerade ihre Impfungen und dürfen danach 24 Stunden keinen Sport machen“, fügt Bilanovic an. So sei der nach dem Duell mit Gummersbach geimpfte André Meuser noch zwei Tage schlapp gewesen. Und das alles in einer gefühlt ewig langen Saison. „Wann haben wir mal im Juni gespielt?“, fragt der Trainer – und in diesem Monat stehen jetzt sogar noch vier Partien aus.

Besonders unangenehm könnte es dabei am Freitag gegen die Wölfe werden. Mit Rimpars, so Bilanovic, „total langsamen, Anti-Propaganda von Handball“ kommen seine Schützlinge überhaupt nicht zurecht. Das Hinspiel im Februar ging mit 19:25 verloren. Darum ist er ganz froh, dass die Mannschaft nach der Entlassung des Ex-Neussers Ceven Klatt am 21. Mai bis zum Saisonende von Dr. Rolf Brack trainiert wird. Unter dem schon 67 Jahre alten Privatdozenten, der als A-Lizenz-Inhaber auf über 30 Jahre Erfahrung als Bundesligatrainer in Scharnhausen, Pfullingen, Balingen-Weilstetten, Göppingen und zuletzt in Erlangen zurückgreifen kann, pflegen die Unterfranken einen etwas flotteren Spielstil. Am Dienstag gab es im dritten Match unter seiner Regie den ersten Sieg. Das 43:25-Torfestival (!) gegen Wilhelmshaven verfolgte Bilanovic mit größtem Missmut am Livestream, hatte die routinierte Truppe vom Jadebusen die Dormagener doch erst kürzlich geschlagen. Mit Blick auf die vorangegangenen Schlappen des WHV gegen Eisenach (27:32) und den TuS N-Lübbecke (21:32) stellte er ungehalten fest: „Gegen uns hat Wilhelmshaven alles rausgehauen, was noch drinsteckte.“

Aber vielleicht machen am Freitagabend gegen Rimpar ja die Dormagener Fans den Unterschied ...