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Handball: Erster Auftritt des Neusser HV lässt aufhorchen

Erster Auftritt des NHV lässt aufhorchen

Beim Top-Favoriten SG Ratingen setzen die Handballer des Neusser HV gleich eine Duftmarke, verlieren nur denkbar knapp mit 25:26. Die Schützlinge von Trainer Gilbert Lansen liegen bis in die Schlussminuten hinein sogar in Front.

Vor dem Saisonstart herrschte beim Handball-Regionalligisten Neusser HV zwar Zuversicht, aber auch Ungewissheit, ob die neu formierte und noch sehr junge Mannschaft wettbewerbsfähig ist. Nach der unglücklichen 25:26-Niederlage in Ratingen stellte Trainer Gilbert Lansen indes mächtig stolz fest: „Wir haben ein tolles Spiel gemacht und gezeigt, dass wir mithalten können. Gleich im ersten Spiel konnten wir unter Beweis stellen, dass wir nicht als Punktelieferant angetreten sind, was wahrscheinlich viele Mannschaften gedacht haben.“

Nach der Insolvenz der Rhein Vikings im Januar und dem damit verbundenen Abstieg waren die Weichen in Neuss auf Neuanfang gestellt worden. Die Zielsetzung war schnell klar: Die eigenen Talente sollten es richten, nicht teure Söldner, für die eh kein Geld mehr da war. Aus der ehemaligen Mannschaft der Rhein Vikings ist kein Spieler übrig geblieben. Nur Torhüter Paul Dreyer war bereits bei den Wikingern aktiv, spielte aber im vergangenen Jahr bei der HSG Krefeld in der Zweiten Liga. Für Erfahrung bürgen nun Spieler  wie Fabian Zanekov, der bereits Erfahrungen in der 2. und 3. Liga sammeln konnte, und Marko Vudovic, zuvor als Profi in Israel tätig. Da er erst zwei Trainingseinheiten bestreiten konnte und ihm somit noch die Bindung zur Mannschaft fehlt, wurde er in Ratingen nicht eingesetzt. Ansonsten sind fast nur noch Spieler im Kader, die im vergangenen Jahr noch in der A-Jugend Bundesliga am Ball waren.

Natürlich mangelt es der jungen Truppe noch an Erfahrung und auch am Zusammenspiel muss noch gearbeitet werden. Um dieses Ziel möglichst schnell zu erreichen, ist ein enormes Trainingspensum zu absolvieren und daher stehen auch vier Übungseinheiten pro Woche auf dem Programm. „Das ist jedoch gerade für die jungen Spieler kein Problem“, sagt der selber erst 30 Jahre alte Trainer: „In der A-Jugend-Bundesliga ist es fast schon üblich, fünfmal in der Woche zu trainieren. Die Anzahl der Einheiten ist aber auch notwendig, um das Niveau der Liga zu erreichen.“ Allerdings stellen die Trainingseinheiten ein Problem dar, weil die Sporthalle Hammfeld wegen eines Wasserschadens dicht ist – es ist die einzige Halle in Neuss, in der Harz verwendet werden darf, was in der Regionalliga Nordrhein verpflichtend ist. Die gleiche Problematik besteht im Spielbetrieb: So wurde das Heimrecht gegen Ratingen bereits getauscht. Auch die Partie in Aachen sollte eigentlich vor  heimischem Publikum stattfinden.

Anfang Oktober steht dann das Spiel bei TuSEM Essen II an, ehe am 10 Oktober die HSG Siebengebirge in Neuss gastieren würde. „Wir hoffen natürlich, dass wir dann wieder im Hammfeld spielen können“, sagt Lansen. „Sollte das jedoch nicht der Fall sein, werden wir wohl auf eine andere Stadt in der Nähe zurückgreifen müssen.“