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Handball: Dormagen gibt gegen TuS Ferndorf sicheren Punkt aus der Hand

Handball : Griff in die Trickkiste bleibt unbelohnt

Weil der TSV im Zweitliga-Match gegen den TuS Ferndorf zu viel will, beendet er das verrückte Duell mit leeren Händen, obwohl Trainer Dusko Bilanovic alle Register zieht.

Nach einer denkwürdigen Partie blieb Dusko Bilanovic nichts anderes übrig, als sich mit einem gequälten Lächeln in das unerbittliche Schicksal zu fügen. „Was soll man machen?, fragte der Trainer des Handball-Zweitligisten TSV Bayer Dormagen in die Runde und gab sich die Antwort gleich selber: „So ist Sport.“ Ginge es im wahren Leben gerecht zu, die Gastgeber wären für ihre großartige, allen Widrigkeiten trotzende Moral belohnt worden. Doch tatsächlich gaben sie mit der 26:27-Niederlage (Halbzeit 13:14) gegen den TuS Ferndorf kurz vor Schluss einen schon sicher geglaubten Punkt ab.

  Klar, die für sie im Abstiegskampf überlebenswichtigen Punkte hatten sich die in den vergangenen Wochen und Monaten schwer von Corona geplagten Gäste verdient, lagen sie doch fast die gesamte Partie über in Front. Doch wie sich der TSV gegen die Niederlage stemmte, nötigt Respekt ab. Als sich Mitte der ersten Hälfte, nach Alexander Senden und André Meuser im bis dahin überragenden Benni Richter auch noch das dritte Rückraum-Ass verletzt verabschiedete – der 30-Jährige trat mit einer Blessur am Knie fortan nur noch bei Siebenmetern (3/3) in Erscheinung –, schien der Drops für die Dormagener gelutscht, schließlich hatten sie in Joshua Reuland, Toni Juric und Schlussmann Martin Juzbasic weitere Stammkräfte zu ersetzen. Ein Manko, das Patrick Hüter & Co. auch dank einer lange starken Leistung von Sven Bartmann im Tor (drei gehaltene Siebenmeter) zunächst zu kompensieren wussten.

Aber nach kapitalen technischen Fehlern der zu diesem Zeitpunkt in Unterzahl agierenden Hausherren im Angriff schien Ferndorf mit zwei Treffern ins leere Tor zum 19:16 (43.) auf der Siegerstraße zu sein. Doch jetzt griff Bilanovic ganz tief in die Trickkiste: Er beorderte die Außenspieler Pascal Noll (1,79 Meter) und Moritz Görgen (1,76) in den normalerweise den Giganten vorbehaltenen Rückraum. Und die beiden „Zwerge“ brachten die bis dahin so stabile 6:0-Deckung der Siegerländer derartig in Unordnung, dass der TSV mit einer Serie von 5:0-Toren auf 21:19 (46.) davonzog.

Als der Ex-Neusser Christopher Klasmann für die Gäste 30 Sekunden vor dem Ende beim Spielstand von 26:26 nur den Pfosten des inzwischen von Christian Simonsen gehüteten Gehäuses traf, war für Dormagen der eine Punkt eigentlich schon im Sack. Doch obwohl Bilanovic in seiner letzten Auszeit 1:46 Minute vor Schluss ausdrücklich gesagt hatte, dass er mit dem Unentschieden zufrieden sei, ging die Kampfmaschine Ian Hüter wie gewohnt aufs Ganze. Prompt scheiterte sein riskanter Versuch, Pascal Noll ins Spiel zu bringen – die verbliebenen zwölf Sekunden reichten Josip Eres, um die verrückte Partie mit seinem Treffer zum 27:26 zu entscheiden. Und das fand sein Trainer Robert Andersson auch ziemlich in Ordnung: „Endlich haben wir mal ein Spiel gehabt, wo wir uns für unseren Einsatz belohnen konnten.“