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Handball: Captain America Gary Hines fliegt jetzt auch in Dormagen

Handball : Captain America fliegt jetzt auch in Dormagen

Gary Hines, bekannt aus der Fernsehshow Ninja Warrior auf RTL, trifft mit den Zweitliga-Handballern des TSV am Sonntag auf Hannover.

Es soll tatsächlich noch Menschen in Deutschland geben, die noch nie von Gary Hines gehört haben. Dabei ist der in Atlanta geborene Tausendsassa, der am Sonntag (Anwurf 14 Uhr) dem personell leicht in Verdrückung geratenen Handball-Zweitligisten TSV Bayer Dormagen im Testspiel zur Saisoneröffnung gegen den TSV Hannover-Burgdorf unter die Arme greift, ein echter Hingucker.

Als „Captain America“ fliegt der 37-Jährige in der RTL-Unterhaltungssendung Ninja Warrior Deutschland durch den Parcours und versucht, mit viel Karacho den Power Tower zu bezwingen. An allen fünf Staffeln des Quotenhits hat der Modellathlet seit 2016 teilgenommen. Am 20. Juli war er auf RTL und TV NOW zur besten Sendezeit in der zweiten Folge der Kuppelshow „Take Me Out XXL“ zu sehen, verdrehte dort mit seinem Hund Gizmo Single-Lady Melina den Kopf. Mit dem vier Jahre alten Miniature Bullterrier eroberte Hines in der am 30. Juli ebenfalls auf RTL ausgestrahlten TV-Show „Top Dog Germany – Der beste Hund Deutschlands“ das TV-Publikum. Wer sich nicht satt sehen kann an dem sympathischen Modellathleten aus Solingen, der im Training sogar schon einmal einen stehenden Mitspieler übersprang, sollte mal unter dem Hashtag hangtime9 bei Instagram vorbeischauen. Es lohnt sich.

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Doch Gary Hines ist weit mehr als „Captain America“ und Charmeur mit „Mini-Bulli“. Beim Handball-Drittligisten HSC Bad Neustadt riss der 1,80 Meter große Außenspieler, der schon als 18-Jähriger sein Debüt in der US-Auswahl gab, die Zuschauer über rund ein Jahrzehnt mit spektakulären Aktionen von den Sitzen. 2020, inzwischen in die Klingenstadt im Bergischen Land gezogen, wollte er seine sportliche Karriere eigentlich beim Bezirksligisten HSV Gräfrath fortsetzen. Doch die Corona-Krise machte auch vor „Mister Hangtime“ nicht Halt, verwehrte ihm Anfang des Jahres mit den US-Boys auch die Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Ägypten. Im Team USA lernte er aber die beim TSV Bayer Dormagen spielenden Brüder Patrick und Ian Hüter kennen – und wieder war die Zeit reif für ein weiteres Kapitel im Leben des Fitnessfreaks.

Unter der Regie der beiden Bayer-Vereine Leverkusen („Werkselfen“) und Dormagen absolvierte der Inhaber der C-Lizenz ein Traineeprogramm, assistierte im Frühjahr Coach David Röhrig beim Bundesliga-Nachwuchs am Höhenberg. Doch auch bei seinen Einheiten mit dem Zweitliga-Team hinterließ er bleibende Eindrücke. Trainer Dusko Bilanovic geriet ob der athletischen Ausstattung seines Gastspielers sogar gehörig ins Schwärmen: „Gary ist eine richtige Kanone. Wenn du es nicht wüsstest, glaubst du nicht, dass er schon 37 ist. Klimmzüge sind für ihn wie Kindergeburtstag  – so leicht sieht das bei ihm aus. Wenn unsere Jungs fertig sind, ist er gerade aufgewärmt.“ Als Coach sieht sich Hines, der in Dormagen neben seinem Job als Personal-Trainer in einem Fitnessstudio die B-Lizenz anstrebt, um fortan höherklassige Handball-Mannschaften betreuen zu dürfen, indes noch als Lernender. „Die Ausbildung macht mir Spaß“, sagt er,  „aber ich habe nicht gedacht, dass das so viel Arbeit ist. Ich muss erst noch lernen, das Ganze von der Spieler- und nicht von der Trainerseite aus zu denken.“

Der Mann aus Georgia hat in Germany längst seine zweite Heimat gefunden, „ich bin halb Deutscher und halb Amerikaner“, und will auch dem Handball verbunden bleiben: „Der wird immer in meinem Herzen sein.“ Sein großer Traum: Die Teilnahme mit dem Team USA an den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles. Natürlich nicht mehr als Spieler, sondern als Chefcoach oder als Co-Trainer, getreu seinem Motto: „Go hard or go home!“