Lokalsport Handball: Bayer Dormagen plagen personelle Sorgen

Dormagen · Im Deutschen Handball-Bund scheint nichts unmöglich: Am morgigen Samstag stehen sich der TSV Bayer Dormagen und GWD Minden gleich zwei Mal in Punktspielen gegenüber. Um 16.30 Uhr geht es um die Tabellenführung in der A-Jugend-Bundesliga West, um 19 Uhr treffen in der 3. Liga der TSV und die Mindener Zweitvertretung aufeinander.

So weit, so gut. Das Dumme an der Sache ist nur, dass die eine Partie in der Turnhalle der Hauptschule Dankersen, die andere im TSV-Bayer-Sportcenter angepfiffen wird. Für das Dormagener Drittliga-Team ist das besonders dumm, denn mittlerweile gehören vier A-Jugendliche mehr oder weniger fest zum Kader von Spielertrainer Alexander Koke: Lukas Stutzke, Eloy Morante Maldonado, Lars Jagieniak und seit dem vergangenen Wochenende auch Torhüter Janis Boieck.

Noch dümmer ist, dass Koke morgen Abend Lukas Stutzke und Janis Boieck sehr gut gebrauchen könnte. Schließlich muss er im linken Rückraum auf den krankgeschriebenen Max Bettin und zwischen den Pfosten auf den an der Leiste verletzten Sven Bartmann verzichten. Doch statt zuhause gegen Minden II zu spielen, reisen Stutzke und Boieck ebenso wie Morante Maldonado und Jagieniak morgen nach Dankersen. "Schließlich wollen wir der A-Jugend nicht die Chance verbauen, um die Deutsche Meisterschaft zu spielen", sagt Koke mit Blick auf die Tabellensituation in der Jugend-Bundesliga, die den TSV mit zwei Punkten Vorsprung auf Minden und sieben auf die HSG Lemgo an der Spitze sieht - und nur die ersten beiden qualifizieren sich für das Viertelfinale der Deutschen Meisterschaft, in dem dann die Erstplatzierten der Oststaffel (im Moment die punktgleichen HSG Dutenhofen/Münchholzhausen und SC DHfK Leipzig) warten.

"Aber es nützt nichts, über den Spielplan zu schimpfen. Wir müssen jetzt das beste aus dieser Situation machen", sagt Koke. Er hofft auf den berühmten Reservisten-Effekt: "Vielleicht nutzen ja jetzt die Spieler ihre Chance, die zuletzt nicht so im Rampenlicht standen." Trotzdem macht er kein Hehl daraus, dass die Besetzung im Rückraum mit gerade mal drei Spielern (Ian Hüter, Jonathan Eisenkrätzer, Kevin-Christopher Brüren) schon ein bisschen schmalbrüstig geraten ist. Bliebe noch Koke selbst.

"Die Weiterentwicklung der jungen Spieler, die Möglichkeit, dass sie viel Spielpraxis sammeln, steht in der Rückrunde eindeutig im Vordergrund", sagt der 37-Jährige, der bei der 27:29-Auftaktniederlage am Sonntag in Baunatal nur auf der Bank saß - und daran auch angesichts eines Fünf-Tore-Rückstands zur Pause und der Tatsache, dass er im ersten Durchgang "Emotionalität, Einsatz und Leidenschaft" bei seinen Schützlingen vermisste, nichts änderte.

(NGZ)
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