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Handball: 38. Quirinus-Cup des Neusser HV wegen Corona-Virus abgesagt

Fakten & Hintergrund : Quirinus-Cup wegen Corona-Virus abgesagt

Das Turnier des Neusser HV hätte an Pfingsten (29. bis 31. Mai) in seiner 38. Auflage seit 1983 mehr als 1500 Nachwuchshandballer aus ganz Europa an den Rhein geholt. Auch das Heimspiel des TSV Bayer Dormagen in der 2. Bundesliga am Samstag gegen Krefeld fällt definitiv aus. Ein Überblick.

Das ist heftiger Schlag ins Kontor. „Der Neusser Handballverein“, teilte Vorsitzender Martin Eggert am Mittwoch mit, „hat mit Verantwortung für die Gesundheit aller Teilnehmenden beschlossen, den Quirinus-Cup 2020 abzusagen.“

Keine vergleichbare Situation. Der Verein folgt damit einem Erlass des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales von Dienstag, der darauf abzielt, die Zahl der Neuinfektionen  einzudämmen und die Verbreitung des Erregers zu verlangsamen. Eggert: „In seiner mittlerweile 37-jährigen Geschichte hat dieses Turnier noch keine vergleichbare Situation erlebt. Aber wir nehmen unsere Verantwortung für die Gesundheit und die Sicherheit unserer Gäste und der ehrenamtlichen Helfer sehr ernst.“ Es sei davon auszugehen, so der Vorsitzende weiter, dass durch den NHV keine anderen Schutzmaßnahmen getroffen werden könnten, die ebenso effektiv, aber weniger eingriffsintensiv seien. „Wir danken unseren Partnern im Rhein-Kreis und der Stadt Neuss, die uns nicht nur in dieser schwierigen Situation beigestanden haben und hoffen auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr.“

Wirtschaftliche Schäden. Bestätigt ist nun auch die Absage des Derbys in der 2. Handball-Bundesliga am Samstag im TSV Bayer Sportcenter zwischen Dormagen und der HSG Krefeld (die NGZ berichtete). „Auch der Gegner hat inzwischen formal zugestimmt“, sagt Handball-Geschäftsführer Björn Barthel. Am Montag trifft sich die Handball-Bundesliga zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Eine komplette Absage der Saison wie in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) hält Barthel für ausgeschlossen. „Im Eishockey ist das deshalb möglich, weil es dort separate Spielerverträge für die Play-offs gibt. Wir müssen jetzt gucken, wie wir den wirtschaftlichen Schaden so klein wie möglich halten können.“

Weitere Absagen. Derweil sind dem Beispiel des TSV auch andere Mitbewerber gefolgt: Das für Freitag angesetzte Spiel zwischen dem TuS Ferndorf und dem HSC Coburg fällt aus. Auch die SG BBM Bietigheim hat sich dazu entschieden, ihr Heimspiel zu verlegen. SG-Geschäftsführer Bastian Spahlinger erklärt: „Die Gesundheit der Bevölkerung und damit auch aller Handball-Fans hat oberste Priorität.“ Die bereits erworbenen Tickets behalten ihre Gültigkeit – als (noch) unverbindlicher Ausweichtermin steht Sonntag, der 19. April im Raum.

Weniger als 1000 Zuschauer. Nicht in Gefahr sieht Frederic Tillmann die am Donnerstag mit dem Jungpferde-Tag  startende 17. Auflage der Gut Neuhaus Indoors auf der Reitanlage Tillmann in Neukirchen. Mit Blick auf den verbindlichen Erlass der Landesregierung für die Kommunen in Nordrhein-Westfalen, alle Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Zuschauern abzusagen, sagt er: „Dass wir hier 1000 Zuschauer auf einen Schlag haben, kommt nicht vor. Wenn überhaupt, kommen abends mal 300 bis 400 Zuschauer zusammen.“

Diskrete Lösungen. Auch für Dirk Gärtner, Vorsitzender des Fußballkreises 5 Grevenbroich/Neuss, stellt sich die Frage einer generellen Absage nicht. „Da brauchen wir gar nicht zu überlegen, dass entscheiden eh andere.“ Aber natürlich müsse man sich dem Thema vor Ort stellen, fügt er an, vor allem im Nachwuchsbereich. Da bevorzuge er in enger Absprache mit den beteiligten Vereinen indes diskrete Einzellösungen. „Wenn es Gründe gibt, ein Spiel zu verlegen, wie etwa in Norf, dann machen wir das, gehen damit aber nicht in die Öffentlichkeit. Was wir nicht brauchen, ist Hysterie.“