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Hallenstreit in Kaarst zwischen Crash Eagles und Floorballern der DJK

Vor dem DM-Finale : Hallenstreit in Kaarst zwischen Crash Eagles und Floorballern

Wegen des Skaterhockey-Europacups der U16 in der Stadtparkhalle muss die DJK am Samstag mit ihrem Hinspiel im DM-Finale nach Neuss ausweichen.

Kaarst hat nur knapp 44.000 Einwohner, spielt sportmäßig aber in der Champions League: Seit Dienstag laufen im Sportforum Kaarst/Büttgen die Deutschen Meisterschaften im Bahnradsport, am Freitag beginnt der U16-Europacup im Skaterhockey und am Samstag empfangen die Floorballer der DJK Holzbüttgen in Spiel 1 der Finalserie um die Deutsche Meisterschaft den UHC Sparkasse Weißenfels.

Und genau das sorgt nun für Zoff, denn sowohl die Crash Eagles als Ausrichter der Vereins-Euro als auch die DJK nutzen die Stadtparkhalle als ihre Heimstätte. Darum waren die Floorballer im Vorfeld auch bei den Adlern vorstellig geworden, um nach Möglichkeiten zu suchen, wie ihr DM-Hinspiel am Samstag in das internationale Jugendturnier zu integrieren wäre. Dass sie sich dabei trotz der Vermittlungsversuche der Stadt Kaarst, des Sportausschusses und des Stadtsportverbandes einen Korb holten, hat Abteilungsleiter Philip Jesse ziemlich enttäuscht. „Natürlich wissen wir um den immensen Aufwand für so eine Veranstaltung und es ging uns auch nie darum, dass dieses Turnier abgesagt werden soll. Aber ich glaube, mit etwas gutem Willen aufseiten der Crash Eagles hätte man den Spielplan so anpassen können, dass wir am Wochenende ein großes Sportevent mit zwei hockeyaffinen Sportarten hätte feiern können.“

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Diesen Schuh will sich Georg Otten indes nicht anziehen. Um seinen Standpunkt zu verdeutlichen, holt der Vorsitzende der Crash Eagles etwas aus: „Ursprünglich war der Europapokal für das Wochenende 28./29. Mai geplant. Weil aber die Floorball-Saison erst am 11./12. Juni enden sollte, sind wir Holzbüttgen entgegengekommen und sind nach hinten ausgewichen. Aber am 27. April hat der Floorball-Verband die Saison kurzerhand um zwei Wochen verlängert. Er hat das Problem also erst verursacht.“

Dass man durchaus gewillt gewesen sei, dem Nachbarverein in seiner Not zu helfen, zeige sich, so Otten, schon darin, dass man zuletzt die Spiele der Reservemannschaft in der 2. Bundesliga verlegt habe. „Flexibilität ist bei uns fest in den Genen verankert, aber bei einem Turnier mit mehr als 200 Spielern und Offiziellen aus ganz Europa gibt es – auch mit Blick auf die dann nötigen Umbauarbeiten – einfach keine Möglichkeit mehr, Veränderungen am Spielplan vorzunehmen.“

Auch in Weißenfels blitzte die DJK im Übrigen ab. Jesse: „Wir hatten vorgeschlagen, das Heimrecht zu tauschen, also am Samstag zuerst in Weißenfels zu spielen, eine Woche später bei uns und die dritte Partie am Tag darauf, trotz der für uns doppelten Reisekosten, wieder auswärts zu bestreiten. Wir hätten uns auch vorstellen können, am Samstag in Kaarst erst um 21 Uhr zu spielen oder sogar schon am Donnerstag, aber Fronleichnam ist in Sachsen-Anhalt kein Feiertag.“

Die zwar freundlichen, aber kategorischen Absagen vermag der Abteilungsleiter nicht ganz nachzuvollziehen, zumal in den Gesprächen mehrfach auf die Bedeutung dieses Spiels für den Verein hingewiesen worden sei. „Wer weiß, ob wir es jemals wieder ins Finale schaffen.“ Wie tief der Ärger sitzt, zeigt seine, die leidige Affäre, in der die Floorballer aus Holzbüttgen sogar die Internationale Inline Skater Hockey Federation (IISHF) anriefen, eigentlich zu den Akten legende Schlussbemerkung: „Wir wünschen den Crash Eagles viel Spaß bei ihrem Turnier, wir werden das nicht so schnell vergessen können ...“

Froh ist Jesse, dass die DJK an anderer Stelle Hilfe fand. Bei der Hallensuche hätten sich sowohl die Stadt Neuss als auch die TG Neuss als Hauptnutzer sehr kooperativ gezeigt. Das Hinspiel, zu dem die Kaarster bis zu 500 Zuschauer erwarten, wird nun am Samstag um 16 Uhr in der Elmar-Frings-Sporthalle an der Bergheimer Straße in Neuss angepfiffen. Jesse: „Wir müssen es positiv sehen. Vielleicht ist das ja eine Chance, Floorball auch in Neuss noch bekannter zu machen.“