Hallenkreismeisterschaft: FC Delhoven hat sich diesen Triumph verdient

32. Hallenkreismeisterschaft im Fußball : Der FC Delhoven hat diesen Triumph verdient

Der als Außenseiter in die Endrunde gestartete A-Kreisligist stellte in Gustorf die Mannschaft, die den Titel einfach am meisten wollte.

Im Endspiel fordert Florian Jeschke die Kapellener Dennis Schreuers und Stephan Wanneck (v.l.) heraus. Foto: Dieter Staniek
Ein Gewinner des Turniers war der 1. FC Grevenbroich-Süd. Hier trifft Berkay Köktürk beim 3:0 in der Vorrunde gegen Gnadental. Foto: Dieter Staniek

Der FC Delhoven hat der Konkurrenz eine lange Nase gezeigt und zum ersten Mal in der seit 1922 fortgeschriebenen Vereinsgeschichte den Titel bei der Kreishallenmeisterschaft geholt. Und das fanden am Ende irgendwie alle klasse, denn im Gegensatz zu einigen Party-Muffeln hatte der A-Kreisligist richtig Lust aufs sportliche Date mit dem (sprungreduzierten) Futsal-Ball. Kreisvorsitzender Dirk Gärtner brachte die Stimmungslage auf den Punkt: „Dass ein ‚No Name’ wie Delhoven Kreismeister wird, zeigt den ungebrochenen Reiz dieser Veranstaltung.“

Das Finale: FC Delhoven - SC Kapellen 3:1 (1:0). Klar, Interimstrainer Jörg Ferber hätte zum Einstand auf der Bank des SCK sehr gerne den ersten Titel eingebracht, hatte aber die Größe, dem in Gustorf herzerfrischend aufgetretenen Außenseiter zu dessen famoser Leistung zu gratulieren. „Das haben die Delhovener wirklich gut gemacht.“ Zwar passten ihm die vielen unnötigen Patzer seiner Schützlinge gar nicht in den Kram, Platz zwei ist ein Jahr nach dem verkorksten Comeback vor zwölf Monaten (Aus in der Vorrunde gegen den A-Kreisligisten SVG Grevenbroich) indes nicht ganz so schlecht. Delhoven war im Finale vielleicht das entscheidende Quäntchen gieriger auf den Turniersieg. Kevin Schmidt und Felix Frason sorgten für den 2:0-Vorsprung. Stephan Wanneck ließ den Landesligisten mit seinem Anschlusstreffer noch mal hoffen, doch Felix Frason, mit acht Treffern bester Torschütze der Endrunde, machte mit dem 3:1 alles klar.

Halbfinale I: SC Kapellen - VfL Jüchen/Garzweiler 2:1 (0:0). „Safety first“ hieß die Devise, dabei zählen sowohl der SC Kapellen als auch der VfL Jüchen/Garzweiler  zu den spielstärksten Mannschaften im Fußballkreis 5. VfL-Keeper Kevin Afari hielt den Ball auf der Suche nach einer sicheren Anspielstation eine gefühlte Ewigkeit und es dauerte fast zwei Minuten, ehe auch der SCK endlich mitmachen durfte. Hallen-Schach am Torfstecherweg. Erst die individuelle Klasse von Nils Mäker öffnete das Match nach der Halbzeitpause. Nach  feiner Einzelleistung brachte der später zum „Besten Spieler“ des Turniers gewählte Edeltechniker Kapellen in Front. Pascal Moseler bestrafte einen schlimmen Abwehrpatzer des SCK mit dem Ausgleich. Auf den von Maik Ferber nach einem Querpass von Dennis Schreuers erzielten zweiten Treffer hatte der wieder von Co-Trainer Torsten Müllers betreute Bezirksligist aber keine Antwort mehr.

Halbfinale II: FC Delhoven - 1. FC Grevenbroich-Süd 3:2 (1:2). Im Duell der Geheimfavoriten erwischte der FC-Süd, im Vorjahr erst im Endspiel am TSV Bayer Dormagen gescheitert (1:3), den besseren Start. Alexander Hermel und Pascal Heidger, der seinen Schlappen listig in den Schuss seines Teamkollegen Marcel Hensel hielt, sorgten für die 2:0-Führung. In der Folge entwickelte sich eine packende Auseinandersetzung, der jederzeit anzumerken war, dass „hier die zwei Mannschaften auf dem Feld standen, die wahrscheinlich am meisten Bock auf die Halle hatten“, sagte FC-Trainer Markus Esser. Kevin Schmidt schnürte den Doppelpack zum 2:2, in Überzahl (Zeitstrafe gegen den FC Süd) zwirbelte Florian Jeschke das ungewohnte Spielgerät zum Siegtreffer über die Linie.

Das Erfolgsrezept Für Delhovens Trainer Markus Esser war der Fall ziemlich klar: „Hier gewinnt oft die Mannschaft, die mehr will. Und die Jungs wollten, haben sich im Vorfeld zu freiwilligen Trainingseinheiten getroffen und auch während des Turniers alles in eigener Verantwortung geregelt. Ich musste gar nicht viel machen.“ Wichtig fand er jedoch, „dass auch die Trainer voll dahinterstehen. Dass ich mich hier vertreten lasse, wie das so manch einer meiner Kollegen getan hat, kam für mich nie in Frage. Das ist so eine tolle Veranstaltung – und ich habe meinen Spielern vorher geraten, das in vollen Zügen zu genießen. Ganz ehrlich! Das ist wirklich eine Riesensache, wir haben das Ding als krasser Außenseiter gewonnen!“ Esser hatte schon als Aktiver mit dem FC Zons triumphiert und mit dem TuS Hackenbroich im Halbfinale gestanden.

 Die Kurve gekriegt Als die DJK Gnadental nicht zum Neunmeterschießen um Rang sieben antrat, stand der große Verlierer der Endrunde eigentlich fest. „Aber der Verein hat sich dafür entschuldigt. Das zeugt von Haltung und Respekt“, hob Gärtner hervor.