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Hallenhockey: Der HTC SW Neuss bleibt in der Ersten Bundesliga

Hallenhockey : Der HTC bleibt in der Ersten Bundesliga

Mit dem 7:6-Sieg beim Düsseldorfer HC schafft Schwarz-Weiß Neuss am letzten Spieltag der Hallenhockey-Bundesliga doch noch den Klassenverbleib. Im Fernduell mit dem punktgleichen Rivalen BW Köln ist der HTC um 14 Tore besser.

Nach dem Schlusspfiff der guten Schiedsrichter Lorenz Fernkorn und Andreas Knechten herrschte in der kleinen DHC-Halle Am Seestern eine fast gespenstische Stimmung. Und das lag nicht allein an den als Reaktion auf die Corona-Pandemie leer gebliebenen Rängen. „Nein, der Jubel war nicht so euphorisch, weil es noch keiner so richtig glauben konnte, dass wir es tatsächlich geschafft haben“, erklärte Teammanager Stephan Busse.

Erst nach und nach realisierte das junge Team von (Spieler-)Trainer Matthias Gräber, dass der süße 7:6-Erfolg (Halbzeit 2:3) ausgerechnet beim Erzrivalen Düsseldorfer HC reichte, um den punktgleichen, nach seiner 5:12-Niederlage bei Uhlenhorst Mülheim aber um 14 Tore schlechteren Mitbewerber Blau-Weiß Köln auf den letzten Drücker noch auf den Abstiegsplatz zu verweisen. „Die Feier begann erst unter der Dusche“, verriet Busse grinsend. Dass die Gäste, die nach der allemal vermeidbaren 5:7-Heimniederlage vom Vortag gegen den Crefelder HTC unbedingt gewinnen mussten, das Happy End gelang, sei letztendlich natürlich glücklich, fügte er an, „in Summe aber total verdient. Denn im Vergleich zu Blau-Weiß sind wir das bessere Team.“

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In der Landeshauptstadt schienen den Neussern allerdings mal wieder altbekannte Probleme den Garaus zu machen. Zwar setzte Routinier Ivo Otto schon in der dritten Minute gleich die erste Strafecke zur Führung ins Netz, doch wie schon so oft in dieser Hallensaison geriet der HTC durch einen Doppelschlag ins Hintertreffen: Dominic Giskes (8.) und Christian von Ehren (9.) trafen gegen den nach coronabedingter Quarantäne ins Tor zurückgekehrten Konstantin Hayner zum 2:1 für den DHC. Als wiederum von Ehren mit Ablauf des ersten Viertels auf 3:1 erhöhte, sah es schlecht aus für die Neusser, denen auch in dieser Partie die Kaltschnäuzigkeit im gegnerischen Schusskreis abging. Immerhin reichte es im zweiten Quarter durch Jan Mausberg noch zum Abschlusstreffer (19.). Und das ärgerte DHC-Coach Nicolai Sussenburger sehr. „Nach der 3:1-Führung hätten wir uns viel cleverer verhalten müssen.“ Dass der Lokalrivale die zweite Hälfte mit 5:3 zu seinen Gunsten entschied, ging ihm ziemlich gegen den Strich: „Vier Tore waren billige Gegenkonter.“

Nach dem Seitenwechsel avancierte für die nun wesentlich griffigeren Gäste Finn Langheinrich zum Matchwinner: Der 18-Jährige eröffnete nur Sekunden nach Wiederbeginn auf Vorarbeit des ebenfalls ganz starken Krystian Sudol mit seinem Tor zum 3:3-Ausgleich den Sturmlauf des HTC zum Klassenverbleib. Samir Khelil (38.) und der von Finn Langheinrich in Szene gesetzte Sudol brachten den HTC mit 5:3 (42.) nach vorne. Danach gingen die Hausherren All-in, opferten Torhüter Anton Zickler für einen weiteren Feldspieler. Volles Risiko, das mit der von Niklas Braun zum 4:5 (45.) verwandelten Strafecke zunächst belohnt wurde.

Doch letztlich ging diese Taktik, die Düsseldorf gegen Mülheim immerhin ein 14:14-Unentschieden beschert hatte, diesmal nach hinten los. Der schnelle und ungemein trickreiche Langheinrich nutzte einen seiner Gegenstöße zum 6:4 (48.) und machte sich auch um den Treffer von Jan Mausberg zum 7:4 (52.) verdient. Danach hübschte der DHC das Ergebnis durch Tore von Giskes (Ecke/54.) und Braun sechs Sekunden vor Schluss nur noch etwas auf.

Bei Gräber, der selber noch einmal aktiv zum Schläger gegriffen hatte, wirkte die Freude über den Coup eher nach innen. Sein Fazit: „Es war klar: Wenn wir das Spiel gewinnen, bleiben wir zu Recht in Liga 1.“

HTC SW Neuss - Crefelder HTC 5:7 (2:5)

Den Marsch zum Klassenverbleib in der Hallenhockey-Bundesliga West hätte sich der HTC SW Neuss wesentlich einfacher machen können. Denn der erforderliche Sieg wäre auch schon am Samstag vor heimischem Publikum gegen den favorisierten Crefelder HTC drin gewesen. Warum die Partie mit 5:7 (Halbzeit 2:5) verloren ging, vermochte auch Trainer Matthias Gräber nicht so richtig zu erklären. „Denn ich fand’ uns nicht schlechter als Krefeld“, sagte er angefressen.

Die Hausherren, mit Co-Trainer Marcin Pobuta (46) für den erst am Samstag aus der Corona-Quarantäne entlassenen Konstantin Hayner im Tor, begannen gut, hatten durch den von Finn Langheinrich eingesetzten Ivo Otto auch die erste Großchance (6.). Aber einmal mehr machte ihnen eine kurze Phase der Unkonzentriertheit zu schaffen: In nicht einmal vier Minuten schossen Peer Kemmerich (2) und Janick Eschler Krefeld mit 3:0 (11.) in Führung. Neuss bewies indes Nehmerqualitäten, Krystian Sudol (20.) und Ivo Otto (25.) nutzten im zweiten Viertel gleich die beiden ersten Strafecken zum 2:3-Anschluss. Auch nach Max Sweerings Doppelpack  (35./40.) zum 5:2 für die Gäste steckte Schwarz-Weiß nicht auf, glich durch Treffer von Bartosz Zaworski (43.) und Ivo Otto (50./55.) zum 5:5 aus. Per Siebenmeter (Sweering/57.) erneut in Rückstand geraten, brachten die Gastgeber für Hayner den sechsten Feldspieler, aber danach schlug es nur noch im nun leeren Neusser Gehäuse ein: Linus Michler traf zum Endstand (59.)